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Mein Feind - mein Bruder Begegnung in der Ardennen-Schlacht 1944. von Remark, Jo Manno (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.12.2015
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Mein Feind - mein Bruder

Samuel West erzählt aus seinem Leben als Afro-Amerikaner im New York der 30er Jahre und zu Kriegsbeginn, Werner Höfken aus seinem im Nazi-Deutschland in Köln. Ihrer beider Jugend mündet in die Ausbildung als Soldaten und den Kriegseinsatz in fremden Ländern. Im Winter 1944 kommt es während der Ardennen-Schlacht zu ihrer schicksalhaften Begegnung als Todfeinde. Das Buch ist die Absage an jede Form von Gewalt, besonders den Krieg als inhumansten Zustand menschlichen Zusammenlebens.

Unter dem Pseudonym hat der Autor mit dem Anti-Kriegsroman "Mein Feind - mein Bruder" sein drittes Buch herausgegeben, das sich mit der Ardennen-Offensive 1944 als Grundthema befasst. Sein erstes Buch "Mit 16 zu jung zu sterben" ist fast ein Kriegstagebuch seines Einsatzes als Soldat. Der zweite Roman "Der Soldat und das Mädchen Monique", Fahnenflucht in den Ardennen, versucht eine mögliche Lösung zu finden und auch das dritte Buch nun, "Mein Feind - mein Bruder", Begegnung in der Ardennen-Schlacht 1944", hat eine fiktive Handlung. Die Schilderung der Kampfhandlungen hat authentischen Charakter. Für den Autor waren seine Erlebnisse als junger Soldat ein Trauma, das ihm ein Leben lang anhängt. Mit den Büchern bietet er den Lesern kein Heldenepos, sondern sie dienen der Bewältigung der schlimmsten Zeit seines Lebens.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 10.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739262215
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 873kBytes
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Mein Feind - mein Bruder

Werner erzählt seine Geschichte aus

Deutschland

Da sitze ich also wieder und schreibe auf, was einmal gewesen ist. Ich schließe die Augen und die Jahre kommen zurück wie eine Straße, über die man rückwärtsfährt, wie eine Uhr, deren Zeiger man zurückdreht, wie ein Film, dessen Bilder zurücklaufen.

Ich sehe die Welt, wie durch die Augen eines anderen. Früher waren die Menschen alle viel älter, jedenfalls sahen sie so aus. Alles ist etwas verdreht, wie auf einem alten Foto; je älter es ist, umso jünger ist man selber darauf.

Ich heiße Werner. Werner Höfken, mit einem f und k. Jahrgang 1924. Meine Heimatstadt ist Köln.

Wer sich in der deutschen Geschichte etwas auskennt, weiß, dass den Menschen, die in den 20er Jahren in Deutschland geboren wurden, keine besonders guten Lebensaussichten vorausgesagt werden konnten. Es war lediglich zu hoffen, dass man in den ersten Lebensjahren bis 1930 viel positive Energie tanken konnte, um die anschließenden Jahre des stufenweisen Abstiegs in die Hölle zu überstehen, ohne sein Menschsein zu verlieren.

Meine Eltern waren rechtschaffene Leute. Ich hatte einen älteren Bruder.

Mein Vater war Küster in einem Kölner Vorort, in Bickendorf. Er war Küster und meine Mutter machte die Arbeit. Ich sehe sie heute noch vor mir, wie sie morgens in aller Herrgottsfrühe im Mantel über dem Nachthemd und auf Pantoffeln über den Vorplatz zur Kirche eilt, um pünktlich die Morgenglocken um 6 Uhr zu läuten. Er schlummerte derweilen friedlich in seinem Bett.

Wenn sie uns Jungen mit Frühstück versorgt und auf den Schulweg gebracht hatte, lag sie in der Kirche auf den Knien, um den Boden zu schrubben.

Mein Vater war ein Lebenskünstler. Eigentlich war er Glaser, doch die Arbeit war ihm zu beschwerlich. Er brachte es fertig, sich während der Kriegsjahre erfolgreich vor der Einberufung zur Wehrmacht zu drücken, obwohl er Jahrgang 1895 war und 1939 also vierundvierzig Jahre alt, genau im besten Mannesalter, um das Vaterland zu retten. Das kratzte ihn nicht. Es waren weniger politische Gründe, die ihn davon abhielten. Die kümmerten ihn nur am Rande. Er wollte einfach nicht sein gewohntes Umfeld verlassen und seine Ruhe haben. Fortwährend litt er an irgendeiner Krankheit, ohne wirklich krank zu sein. Wahrscheinlich würde er heute noch leben, doch er ist mit fünfundsechzig unter ein Auto gekommen. Ein besonders tragischer Tod, denn er war sonst kerngesund, gerade richtig, um den Ruhestand genießen zu können. Meine Mutter übernahm sein Amt.

Zu seiner Rechtfertigung muss man allerdings sagen, dass er im Ersten Weltkrieg als blutjunger Soldat in Frankreich gewesen war. Er hat nie darüber gesprochen, aber ich glaube schon, dass sein dortiger Fronteinsatz ein lebenslanges Trauma für ihn gewesen ist.

Am besten charakterisiert ihn folgende Beschreibung: Wenn er ein Bild aufhängen sollte, hatte er eine halbe Stunde später einen dicken Daumen, - der Bilderrahmen lag immer noch da.

Wir waren katholisch und es gab eine Zeit, da zog die Kirche mich auch irgendwie magisch an. Alles war so geheimnisvoll. Die Leute waren plötzlich ganz anders, wenn sie über die Schwelle der Kirchentür traten. Die Haltung wurde eine andere, der Rücken krumm, der Kopf geneigt, der Blick niedergeschlagen. Waren das noch dieselben Leute, die einen fortjagten, wenn man im Flur spielte, weil es draußen regnete? "Hau ab, du Heini!"

War das wirklich unser Nachbar Herr Kramp, der die Gelegenheit wahrnahm und die Schwester meines Freundes am Busen berührte, wenn sie an ihm im Treppenhaus vorbei musste?

Wir waren stockkatholisch. Kein Wunder: Wes Brot ich esse, des Lied ich singe. Meine Mutter war aber wirklich gläubig.

Von ihr habe ich gelernt, ganz persönlich mit Gott zu sprechen. Das ist für mich zeitlebens ein Gefühl geblieben, so wie einen Anker auswerfen, wenn die Wellen hochgehen. Hat er erst einmal richtig Grund gefasst, so kann ich sicher d

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