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Mein Herz hört deine Worte von Bischof, Joanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2019
  • Verlag: Brunnen Verlag Gießen
eBook (ePUB)
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Mein Herz hört deine Worte

Eine Liebes-Geschichte mit einem Hauch Spannung - der neue historische Liebes-Roman der preisgekrönten Autorin Joanne Bischof. So bezaubernd und unkonventionell wie schon lange kein Buch mehr.
Als Ava im Sommer 1890 die Apfelplantage der Familie Norgaard in Virginia erreicht, ist sie geschockt: Die drei 'Jungen', um die sie sich kümmern soll, sind bereits ausgewachsene Männer. Völlig mittellos sieht Ava nun einer ungewissen Zukunft entgegen. Jorgan, Haakon und Thor nehmen sie zwar herzlich auf, aber gerade der gehörlose Thor, der so laut und ungestüm wirkt, schüchtert Ava anfangs sehr ein. Auch scheint er gegen seine ganz eigenen Schatten anzukämpfen. Doch dann ist die Zukunft der Apfelplantage in Gefahr, und während sie sich Seite an Seite für deren Erhalt einsetzen, entsteht in Avas Herzen Zuneigung für den besonderen jungen Mann. Und sie entdeckt, dass man für die Sprache der Liebe keine hörbaren Worte braucht ...

Joanne Bischof lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in den Bergen Südkaliforniens. Wenn sie gerade keine Liebesgeschichten erzählt, bloggt sie über den Glauben, das Schreiben und die Abenteuer des Landlebens.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 01.08.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783765575440
    Verlag: Brunnen Verlag Gießen
    Originaltitel: Sons of Blackbird Mountain
    Größe: 627 kBytes
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Mein Herz hört deine Worte

Eins

BLACKBIRD MOUNTAIN, VIRGINIA
27. AUGUST 1890

Ava sah auf den Brief in ihrer Hand hinab. Zum wiederholten Mal las sie die in der Handschrift ihrer Tante Dorothee verfasste Adresse. Dann fiel ihr Blick auf das Holzschild, das vor ihr im Boden steckte. Der Ort stimmte überein, trotzdem hatte Ava plötzlich Schwierigkeiten, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Heiß brannte die Sonne auf sie herab und von den Küsten Norwegens war ihr nur noch die Erinnerung geblieben.

Der einfache Weg, der sich vor Ava erstreckte, unterschied sich kaum von der Straße, auf der sie hergekommen war. Allerdings würde sie die endlosen Waldgebiete hinter sich lassen, die sie den Vormittag über durchquert hatte, und in den Schatten unzähliger Bäume einer Plantage treten können. Den Früchten nach zu urteilen, die von den knorrigen Ästen hingen, musste es sich um eine Apfelfarm handeln. Ein süßer Duft hing in der stickigen Hitze. Ava holte tief Luft, beugte sich näher zu dem Schild und fuhr mit ihrem Finger die grob geschnitzten Buchstaben nach.

Norgaard.

Also dann. Das musste es sein. Das Land, in dem Tante Dorothees Neffen ihr Unwesen trieben. Frei und wild waren die Jungs, zumindest den Geschichten nach. Ava machte das nichts aus. Als sie im Armenhaus gelebt hatte, hatte sie immer wieder zusehen müssen, wie die Waisenkinder dort verwahrlosten. Nachdem sich ihre Umstände so drastisch geändert hatten, war sie nun - in Freiheit - umso begieriger darauf, dieses Haus zu finden. Und ihre dort lebende Familie.

Vor allem aber war sie gespannt auf die Kinder. Ein gleichmäßiges Trommeln auf dem Weg riss Ava aus ihren Gedanken und sie schaute auf. Ein Hund kam auf sie zugerannt. Schwanzwedelnd schnüffelte er an Avas Schuhen und schlug Ava mit seiner Rute gegen das Bein. Lächelnd beugte sie sich hinab und tätschelte den braunen Kopf, den ihr der Hund zur Begrüßung entgegenreckte. "Hallo, du", sagte sie.

Nachdem das Tier Avas Hand ein paarmal abgeleckt hatte, machte es kehrt und trottete weiter den Weg entlang. Es schien, als wolle der Hund ihr den Weg weisen. Da er sich mit Sicherheit besser in dieser hügeligen Landschaft auskannte als sie, griff Ava rasch nach ihrer abgenutzten Reisetasche.

Während sie weiterlief, klopfte sie sich den Staub von ihrem schwarzen Trauerkleid. Ein Kleid, das sie von nun an nicht mehr brauchen würde. Die zwei Trauerjahre hatten bereits geendet, bevor sie auch nur einen Fuß in diese Gegend namens Blackbird Mountain gesetzt hatte.

Plötzlich knackte ein Ast auf dem Weg vor ihr und Ava schirmte ihre Augen ab. Immer länger wurden jetzt die Schatten in dem Hain, während es allmählich Abend wurde. Die tief stehende Sonne blendete. Ein weiterer Ast brach und ein Mann trat auf den Weg, nicht einmal ein halbes Dutzend Baumreihen von Ava entfernt. Weder konnte sie sein Alter einschätzen, noch konnte sie erkennen, was der Mann dort tat. Er kniete mit dem Rücken zu ihr und schien Äpfel in große Metalleimer zu sammeln. Der Hund umrundete ihn vergnügt. Ava fühlte sich beinahe wie ein Eindringling. Vorsichtig ging sie ein paar Schritte näher heran, um ein Hallo rufen zu können. Doch der Mann reagierte nicht. Erst als Avas Schatten neben ihn fiel, wandte er sich ihr zu. Langsam richtete er sich auf und fuhr sich mit seiner großen, kräftigen Hand durch das ungekämmte Haar. Es war so dunkel wie die Erde unter seinen Stiefeln und hing wirr bis über die Schultern hinab.

Der Fremde öffnete leicht seinen Mund. Im Ausdruck seiner Augen lag eine beunruhigende Mischung aus Schmerz und Überraschung. Der Blick, mit dem er Ava bedachte, war so tiefgründig, dass er sogar von den gleichmäßigen Gesichtszügen des Mannes ablenkte. Er sagte kein Wort, bot Ava nur eine Art stumme, entwaffnende Verbundenheit an, als sei diese Welt für sie

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