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Mein Herz ist frei von Spencer, Catherine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.12.2012
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Mein Herz ist frei

Camilla ist froh nach ihrer unglücklichen Ehe nur noch für ihren kleinen Adoptivsohn da sein zu können. Ihre feste Überzeugung, dass die Liebe kein Thema mehr für sie ist, wird schon bei der ersten Begegnung mit dem faszinierenden Bauunternehmer Michael D'Alessandro tief erschüttert. Er verhält sich ganz anders als die Männer der High-Society, die Camilla Michaels maskuline Ausstrahlung versetzt sie in tiefe Unruhe: Moralische Prinzipien, die ihr ganzes Leben prägten, werden außer Kraft gesetzt! Camilla ist entschlossen, Michael zu verführen...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 06.12.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864947537
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 275 kBytes
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Mein Herz ist frei

1. KAPITEL

Ursprünglich hatte Mike das Kind nur beobachten wollen. Aus der Ferne. Um sich zu vergewissern, dass es dem Jungen gut ging. Danach würde er seine Exfrau, die im Sterben lag, ein letztes Mal besuchen und sie beruhigen, was das Wohlergehen ihres gemeinsamen Sohnes betraf. Anschließend wollte er den ersten Flug von San Francisco nach Vancouver nehmen, ohne irgendjemandem zu erzählen, dass seine Frau vor vier Jahren ein Kind von ihm empfangen hatte. Er hatte sich vorgenommen, das alles zu vergessen.

Dies war ihm als die anständigste Lösung erschienen. Die Menschlichste. Denn es war wahrhaftig schon genug Schaden angerichtet worden. Er hatte kein Recht, sich nach so langer Zeit einzumischen und alles noch schlimmer zu machen.

Aber das war gewesen, bevor er das Kind gesehen hatte. Ehe er das ansteckende Lachen des Jungen gehört oder sein schwarzes Haar gesehen hatte, das seinem so ähnelte. Oder beobachtet hatte, wie der Kleine auf kräftigen, sonnengebräunten Beinchen quer durch den Park zum Karussell gelaufen war.

Danach reichte es ihm nicht mehr, seinen Sohn zu sehen. Nun wollte er ihn berühren, mit ihm sprechen, ihm zuhören. Jetzt hätte er gern alles über die dreieinhalb Jahre seit der Geburt des Jungen erfahren, von dessen Zeugung er nicht einmal gewusst hatte. All die kleinen Dinge: was er gern aß, was sein Lieblingsspielzeug war, ob er Musik mochte. Oder Modellbaueisenbahnen. Ob er Fußball spielen, Inlineskates fahren oder schwimmen konnte.

Einige Meter neben der Stelle, von der aus Mike zusah, stand die 'Mutter' des Kleinen und winkte diesem zu, während er auf einem bemalten Holzpferd vorbeiritt.

"Halt dich gut fest", rief sie ihm mit glockenheller Stimme zu.

Halt dich gut fest! Für Mike enthielten die Worte bittere Ironie. Wenn er und Kay einander gut festgehalten hätten, würde er jetzt nicht hier stehen und sich den Kopf darüber zerbrechen, wie er möglichst unverfänglich ein Gespräch beginnen konnte.

Er spürte bereits, wie ihn die Menschen misstrauisch beobachteten und sich fragten, wer der Fremde war. In einer so kleinen und wohlhabenden Stadt wie dieser fiel ein Mann in Jeans in der Menge ebenso auf wie sein gemieteter Mittelklassewagen unter all den Limousinen auf dem schattigen Parkplatz.

Als das Karussell hielt, befand sich der Junge auf der gegenüberliegenden Seite an der Stelle, die von seiner Mutter am weitesten entfernt war. Sie stand auf Zehenspitzen. Der Rock ihres leichten Sommerkleids bauschte sich im Wind.

Sie winkte, damit der Junge sie bemerkte. "Hier, Jeremy!"

Jeremy? Es gab schlimmere Namen. Aber er, Mike, hätte einen anderen ausgesucht. Ein Junge brauchte einen Namen, der gut zu ihm passte, wenn er ein erwachsener Mann war. Der Kraft und Männlichkeit vermittelte. Wie 'Michael'. Und einen Nachnamen, der etwas über seine Vorfahren aussagte. Wie 'D'Alessandro'.

Jeremy rutschte von dem Karussellpferd und lief schnell auf seine Mutter zu. Er stolperte und fiel ihm direkt vor die Füße. Ohne nachzudenken, bückte Mike sich und hob ihn wieder hoch.

Der Kleine hatte Grasflecken an den Knien und im Gesicht noch einen Anflug von Babygrübchen. Er war ein kräftiger kleiner Kerl. Seine dunkelbraunen Augen erinnerten Mike an Kay.

Und plötzlich überkamen ihn unbeschreibliche Empfindungen, ein Gefühl des Verlusts, das so stark war, dass er die Luft anhalten musste, um den Schmerz ertragen zu können. Dieser Junge, der jetzt erschreckt von ihm wegstrebte, war sein eigen Fleisch und Blut! Er hätte ihn so gern beruhigt, ihn an sich gedrückt und ihm zugeflüstert: Du brauchst keine Angst vor mir zu haben, mein Sohn. Ich bin doch dein Vater.

Stattdessen sagte er leise: "Hallo, Kleiner", und verstummte dann verlegen, weil er bei diesem Kind darauf achten musste, was er sagte. Bei den vierjährigen Zwillingen, seinen Neffen, fehlten ihm nie die Worte.

Ein Schatten fiel auf das Kind.

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