text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Mein schlimmster schönster Sommer Roman von Gregg, Stefanie (eBook)

  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Mein schlimmster schönster Sommer

Erst wenn man alles loslässt, kann das Leben neu beginnen. Als Isabel aus dem Krankenhaus entlassen wird, weiß sie, dass nichts mehr ist, wie es war. Zum ersten Mal ist sie spontan: Sie kauft einen VW-Bus und fährt einfach los. Eigentlich will sie in die Provence, aber dann kommt alles anders. Eine Reise beginnt, bei der sie Menschen trifft, denen sie sonst nie begegnet wäre, bei der sie ihr altes Leben loslässt und ein neues anfängt - und vor allem eines findet: die Liebe. 'Stefanie Gregg zeigt uns, wo die Hoffnung liegt: Immer direkt vor uns. Aberwitzig und bittersüß.' Nicole Neubauer. Stefanie Gregg, geboren 1970 in Erlangen, studierte Philosophie, Kunstgeschichte, Germanistik und Theaterwissenschaften bis zur Promotion. Nach Stationen im Bereich Bucheinkauf und als Unternehmensberaterin widmet sich die Autorin jetzt nur noch dem Schreiben. Mit ihrer Familie wohnt sie in der Nähe von München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841212993
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Größe: 2321 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Mein schlimmster schönster Sommer

Kapitel 1

Männerfaustgroß.

Männerfaustgroß ist größer als tennisballgroß. Klingt auch gefährlicher. Tennisballgroß konnte ich sportlich nehmen.

Tennisballgroß ist größer als kirschkerngroß, viel größer, besorgniserregend größer.

Taubeneigroß war für mich unklar. Legen Tauben kleinere oder größere Eier als Hühner?

Kirschkerngroß ist süß, jedenfalls im Rückblick. Damals jedoch der erste Schrecken.

"Machen Sie doch einfach Urlaub", hatte der Typ in Weiß zu mir gesagt, "in vierzehn Tagen müssen Sie wieder hier sein zum Vorstellen."

Vorstellen , mich kennt er ja schon, er möchte einen Blick auf die Männerfaust werfen. Vorstellen. Guten Tag, Herr Männerfaust, oder darf ich vielleicht Herr Tennisball sagen oder leider eher Herr Kürbis?

Ich habe ihn angesehen wie einen Kürbis . Machen Sie doch einfach Urlaub . Wie soll das gehen? Urlaub plane ich generalstabsmäßig Monate im Voraus.

"Krankgeschrieben sind Sie auf jeden Fall", hat er hinzugefügt, als ob mir meine Zweifel auf der Stirn stünden. Und sich dabei über den Bart gestrichen. Wer so einen Bart trägt, macht wahrscheinlich Urlaub im VW-Campingbus, ganz spontan, dachte ich.

Während der Taxifahrt, auf dem Rückweg nach Hause, blickte ich aus dem Fenster und ließ die Häuser an mir vorbeiziehen. Schöne Häuser, hässliche Häuser, Wand an Wand. Als ob sie mich umstellten, um gleich darauf über mir zusammenzustürzen. Ich bemühte mich, ruhig zu atmen, aber dieses Gefühl der Enge blieb. Zwischen den Häuserreihen waren nur wenige Meter Himmel zu sehen. Tiefblau, mit ziehenden Wölkchen darin. Schönwetterwolken, Sommerwolken, die einem zuriefen: Komm, leg dich auf eine Wiese und guck uns beim Dahinschweben zu. Leg dich ins Gras und sieh, was du in uns erkennen kannst.

Ich versuchte mich auf diesen kleinen blauen Streifen zu konzentrieren, aber rechts und links drängte sich grauer Beton ins Bild.

Der Taxifahrer beobachtete mich mit gerunzelter Stirn im Rückspiegel, wie ich da saß, im Sitz nach unten gerutscht, um besser in den Himmel blicken zu können. Eine Frau, die man vom Krankenhaus abholte und die dann im Wagen in sich zusammensackte; bestimmt nicht unbedingt das, was er brauchen konnte. Mühsam setzte ich mich also wieder gerade hin und versuchte, unbeteiligt ordentlich nach draußen zu schauen. Die auf mich einstürzenden Häuserfronten zu ignorieren. Dann sah ich ihn, den gelben Campingbus mit weißem Dach und Regenbogenaufkleber auf der Heckscheibe und dem großen Schild "Zu verkaufen" im Fenster. Mit seiner grellen Farbe sprengte er geradezu die graue Häuserfront.

Ich bat den Taxifahrer anzuhalten und stieg aus. Wie mechanisch wählten meine Finger die Telefonnummer, die mit dickem Stift auf den Pappkarton geschrieben war.

"Hallo. Ich interessiere mich für Ihren Campingbus."

"Ja, gut."

"Kann ich ihn mir ansehen?"

"Ja, klar."

"Sind Sie auch dort, wo der Bus steht?"

"Äh, ja."

"Dann würde ich mir den Bus gerne gleich anschauen."

"Muss mich noch anziehen. Dann komme ich runter."

Den Taxifahrer ließ ich warten. "Sie wissen aber schon, dass der Taxameter weiterläuft", brummte er.

Ich nickte. Er sollte froh sein, dass ich nicht auf seinem Rücksitz zusammengebrochen war. Ich lehnte mich mit dem Rücken an eine der kühlen grauen Häuserfronten. Hinter sich konnte man sie einigermaßen gut ertragen. Mein Blick war nach vorne gerichtet und heftete sich auf den gelben VW-Bus.

Ein junger Mann mit lilagebatiktem Hemd, weiter Cargohose und Schlappen an den Füßen trat aus der Haustür neben mir und stockte, als er mich sah. Klar, ich war nicht der typische VW-Bus-Käufer: graue Anzughose, weiße Bluse, grauer, schmal geschnittener Blazer - wohl eher der BMW-Typ. Ich stellte mich betont gerade hin und blickte ihm direkt in seine skeptischen Augen.

Als er die Seitentür des Busses öffnete, schlug uns ein muffiger G

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen