text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Meine Heimlichkeiten First-Love-Erzählungen von Strauß, Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.04.2016
  • Verlag: Himmelstürmer Verlag
eBook (PDF)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Meine Heimlichkeiten

'Meine Heimlichkeiten' umfasst drei in sich abgeschlossene, mittellange Erzählungen. Jayden trifft einen Jungen von einer magisch verborgenen Insel, einem Ort, der in der Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Wegen all der technischen Errungenschaften fühlt er sich Seliân überlegen. Doch der fordert ihn auf ganz andere Weise, denn dort scheint die Liebe unter Jungen etwas ganz Normales zu sein. Ein Jahr später bricht er zum Gegenbesuch nach Loron auf. Er ahnt nicht, dass diese Reise sein Leben komplett auf den Kopf stellen wird. Die titelgebende Erzählung enthält die Tagebuchaufzeichnungen von Henrik, der mit seiner Familie umziehen muss. Er hat zwar eine erste Freundin, doch auch seinen besten Freund Chris in der alten Heimat. Als dieser später Opfer einer Schlägerei wird und ins Koma fällt, tut Henrik alles, um bei ihm sein zu können. Ihm wird bewusst, dass das stärkste Gefühl aus seiner Sorge und Verzweiflung um dessen Überleben herrührt: Liebe.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 346
    Erscheinungsdatum: 22.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863615383
    Verlag: Himmelstürmer Verlag
    Serie: Junge Liebe Bd.78
    Größe: 1163kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Meine Heimlichkeiten

Es gibt Tage im Leben eines jungen Menschen, auf die man sich freut; Geburtstage, Weihnachten, sonstige Bescherungstage, ja, und nicht zuletzt die, an denen es endlich wieder Schulferien gibt - was ja auch irgendwie einer Bescherung gleichkommt.

Und dann gibt es die vielen Tausend stinknormalen Tage, die kaum das Papier eines Tagebuchs wert sind, das man mit diesen Bedeutungslosigkeiten quält.

Aber außerdem gibt es noch ein paar ganz wenige Tage, vor denen man nichts als nackte Angst hat - und das meist zurecht - Tage, die man, wenn man vorausschauend genug ist, am besten im kuscheligen Bett verbringt und auf morgen verschiebt.

Dem Himmel sei Dank dafür, dass dies aber nur äußerst wenige Tage sind.

Was jedoch nicht von der Tatsache ablenken kann, dass heute genau solch ein schrecklicher Tag war:

Jayden Fisher hatte es nicht eilig. Er wusste, was ihn erwartete. Vielleicht trat seine böse Vorahnung nicht direkt ein, doch spätestens am Abend würde er seinen Eltern Rede und Antwort stehen müssen. Davor konnte er nicht davonlaufen. Davor konnte niemand davonlaufen.

Er erreichte mit seinem leuchtend grünen Rennrad gerade die ersten Häuser des kleinen Küstendorfs, in dem er wohnte. Auf dem weißen Ortseingangsschild stand in großen, schwarzen Lettern Castney, doch er beachtete es nicht. Es gehörte zu seinem Schulweg, weshalb er es schon beinahe Tausend Male in beide Richtungen passiert hatte.

Jayden war jetzt 16 Jahre alt, schlank, und er hatte dunkelblonde und recht kurze Haare. Seine alten Bluejeans vom letzten Jahr, die nun ohnehin zu kurz geworden wären, hatte er selbst unterhalb des Knies abgeschnitten. Inzwischen waren sie leicht ausgefranst. Über einem roten T-Shirt mit dem Aufdruck "It wasn't me" trug er einen schwarzen Rucksack, in dem er seine Schulsachen verstaut hatte. Er sah angespannt aus, doch das war kein Wunder. Er hatte seine dunkelbraunen Brauen über den blauen Augen zusammengezogen, und er verzog den Mund. Etwas Flaum stand kaum sichtbar darüber und unter einer, wie er fand, viel zu kleinen Nase.

Irgendjemand hatte ihn vor über einem Jahr mal vor dem Unterricht damit aufgezogen, dass man an der Nasengröße erkennen könnte, wie groß das beste Stück wäre. Da hatten ihm alle ins Gesicht gesehen und begonnen offen über ihn zu lachen, während er peinlichst berührt knallrot geworden war. Doch dann hatte er den Schulkameraden voller Wut kurzerhand und wuchtig gegen die Klassenraumtür geschubst, und das Thema war nie wieder aufgekommen. Dafür hatte er zwei Stunden nachsitzen müssen, was er als unfair empfunden hatte, weil der andere ohne Strafe davon gekommen war. Doch diese gemeine Beleidigung hatte Jayden verunsichert. Nun maß er alle Vierteljahr nach und schrieb sich die Ergebnisse auf einen winzigen Zettel, den er seitdem in der Joshua Tree Schallplattenhülle von U2 sicher vor Entdeckungen aufbewahrte. Von dem, was er heimlich las oder hinter vorgehaltener Hand aus seinem Freundeskreis hörte, lag er im Durchschnitt, und das beruhigte ihn dann doch wieder.

Nachdem er noch um ein paar Ecken gebogen war, erreichte er ein doppelstöckiges Reihenhaus. Er lehnte sein Rad an die Hauswand und schloss es sorgfältig ab. Es war sein größter, fast sein einziger Stolz. Umständlich kramte er einen Hausschlüssel aus seiner Hosentasche und schloss die Eingangstür auf. Dabei bemühte er sich, möglichst kein Geräusch zu machen, auch als er die Wohnung betrat und die Tür beinahe lautlos schloss. Er konnte das Donnerwetter jetzt wirklich noch nicht gebrauchen.

Erleichterung spielte um sein Gesicht, als er registrierte, dass noch niemand sonst zu Hause war. Ellie, seine kleine Schwester, wurde gewiss von ihrer Mutter am letzten Tag ihrer Grundschulzeit von ihrer Schule im Ort abgeholt. Er erinnerte sich, dass darüber am frühen Morgen gesprochen worden war. Und sein, wie er fand, strenger Vater würde noch bis zum Nachmittag arbe

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen