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Meine Mutter tut das nicht Roman von Beth, Gunther (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.01.2017
  • Verlag: LangenMüller
eBook (ePUB)
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Meine Mutter tut das nicht

Ein Feuerwerk witziger Pointen und intelligent gesetzter Knalleffekte beschert Gunther Beth dem Leser in seinem herzerfrischenden Erstlingsroman 'Meine Mutter tut das nicht!' Heldin des köstlichen Buches ist die deutsche Bilderbuch-Hausfrau Gerda Kaufhold, gutbürgerlich verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes. Durch die Umfrage eines Boulevard-Blattes wird sie zur Mutter der Nation gewählt und sieht sich plötzlich im Mittelpunkt öffentlichen Interesses. Darüber hinaus ist mit der Wahl ein Filmvertrag gekoppelt, der sie in die Rolle eines Filmstars katapultieren soll. Sie ergreift die Chance, stürzt sich in das Abenteuer ihres Lebens, ins Reich der Filmillusion, was erstauliche Konsequenzen hat -nicht nur für den deutschen Film, sondern auch für sie selbst und das Familienleben der Kaufholds... Das Buch entstand nach Motiven des gleichnamigen Bühnen-Bestsellers und ist aufgrund einer effektvollen Mischung von überwältigend komischen Situationen, lebendig eingefangenen flotten Dialogen und einem angenehmen Schuß Lebensweisheit mit großem Beifall aufgenommen worden, so überzeugt der Roman auf seine Weise: Höchst originell zeigt er die Verflechtung von Familie, Filmindustrie und Sensationspresse. Gunther Beth ist Schauspieler, Regisseur und Autor. Gunther Beth veröffentlichte mit 13 Jahren seine ersten Gedichte, gründete mit 16 Jahren eine eigene Kulturzeitschrift für Schüler und gewann mit 19 Jahren den 'Peter-Zenger-Preis' als bester Nachwuchsjournalist Hamburgs.Er arbeitete zunächst als Reporter, bevor er sich als Schauspieler ausbilden ließ. Erstes Bühnenengagement 1968. Als Drehbuchautor schrieb er Texte für Dokumentarfilme, Krimis und für den WDR die TV-Serie 'Die Hupe'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 360
    Erscheinungsdatum: 13.01.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783784482859
    Verlag: LangenMüller
    Größe: 465 kBytes
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Meine Mutter tut das nicht

Aufgalopp

1

Boy Blond war wirklich ungeheuer blond.

Wie Wüstensand schmiegten sich seine leuchtenden Locken an die bronzebraune Stirn.

Aus azurblauen Augen blitzte ein blanker Blick, und die sinnlich geschwungenen Lippen waren zu einem heimlichen Triumphbogen geschürzt. Zu diesem Bild von einem Mund richtete sich die melancholische Sehnsucht eines verzückten Teenagers, der im Hintergrund Babyspeck im Bayern-Dirndl präsentierte.

In den Armen des blonden Boy aber räkelte sich ein pudelnasser Cocker-Spaniel mit hinreißenden Dackelfalten.

Boy Blond - Ein Herz kehrt heim

Ab Freitag in diesem Theater!

Der Plakatkleber vom Gloria-Palast trat zwei Schritte zurück und widmete dem Machwerk einen derart versonnenen Blick, als wäre er mindestens die Mutter von Boy Blond.

Auch Herr Kaufhold, an der Würstchenbude gegenüber, starrte fasziniert zu der Plakatwand.

Als seine Augen schließlich wieder auf den Boden des Papptellers zurückfanden, wußte er nicht, wovon ihm übler war - von dem guten Blonden mit dem blauen Blick oder von seiner 'Guten Thüringer mit Senf'.

"Schmeckt's Ihnen heut' nicht, Herr Dokter?"

"Wie bitte?"

"Vielleicht noch'n bißken Mostrich?"

"Nein danke." Der Senf war genauso gelb wie dieser künstliche Kino-Kerl da drüben.

"In Sachsen würdense wat drum geben, wennse solche Thüringer hätten wie icke", sagte der Wurst-Maxe selbstbewußt. "Aber ick gloobe, der Herr Dokter steht wohl doch mehr auf seine warmen Wiener, wa? - Naja, denn eben nächstet Mal wieder, wenn's recht is!"

Herr Kaufhold zwang sich krampfhaft zu einem flüchtigen Lächeln. Der Mann ging ihm mächtig auf die Nerven.

Aber warum mußte er seine Mittagspause auch hier beim Wurst-Maxe verbringen? Nur weil der ihn immer mit "Herr Dokter" titulierte? ...

Arthur Kaufhold, der in der Tat für sein Leben gern ein graduierter Mediziner geworden wäre, kam sich manchmal ziemlich pubertär vor. So wie die beiden giggelnden Schulmädchen, die dicht vor ihm standen und unentwegt in ihre Fritten-Tüten keckerten.

Ein metallic-schwarzer Sportwagen schob sich jetzt auf den Gehsteig und parkte unmittelbar neben dem Wurst-Maxe. Der pfiff diskret durch die Zähne und beobachtete mit Kennerblick die Dame, die sich nun aus ihrem Schalensitz hinterm Steuer schälte.

Zweifellos eine bemerkenswerte Brünette!

Ihr Körper war ebenso angenehm anzusehen wie ihre Bewegungen.

Ein Hauch von "Eau de Private" wehte herüber, um sofort wieder hinter der schweren Wolke von Bratenfett und Curry unterzugehen.

"Donnerlittchen!" meinte Maxe und reckte den Hals. Auch Herr Kaufhold sah der attraktiven Amazone unwillkürlich nach, wie sie sich in schillerndem Satin über den Zebrastreifen wiegte und dann in der Bar vom "Hotel Eden" verschwand.

Arthur Kaufhold fühlte sich ziemlich mies. Irgendetwas piekste ihn im Rücken seines grauen Konfektionsanzuges. Irgendeine blöde Faser, die sich immer dann selbständig machte, wenn es ihrem Herrn sowieso schon unbehaglich war in seiner Haut.

Herr Kaufhold fühlte sich unwohl, gereizt und hart am Abgrund eines moralischen Tiefs.

Es fing schon heute früh an, als er aus der Zeitung erfuhr, daß sein Lieblingsverein, der I. FC Kaiserslautern, in einem vorgezogenen Bundesligaspiel mal wieder vergeigt hatte - 0:3 gegen Borussia Mönchengladbach, und das auch noch vor heimischem Publikum! Auf dem Weg zur Apotheke hatte dann sein Scheibenwischer das Zeitliche gesegnet, und zu seiner ganz besonderen Freude eröffnete ihm dann auch noch seine Kollegin, das dämliche Fräulein Dünnwald, daß sie sich in freudigen Umständen befände und ab Mitte Mai zu beurlauben sei.

Und hatte hinzugefügt: "Sie sollten auch mal wieder Ferien machen, Herr Kaufhold. Sie sehen gar nicht gut aus." Die dumme Gans.

Urlaub! ... Schon fast neun Monate seit Istanbul - und noch über zehn

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