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Meine Opfer von Lujan, Frederic (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.03.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Meine Opfer

'Lassen Sie sich von dem harten Sex im Buch nicht abschrecken. Es lohnt sich wirklich, Meine Opfer zu lesen, denn ...' P. V. 'Während ich das Buch Meine Opfer las, blieb mir der Mund offen stehen, dennoch habe ich mich als Frau nie herabgesetzt gefühlt, und das soll schon etwas heißen...' M. H. 'Diese gespaltene Persönlichkeit Frederic, entschuldigung, natürlich Félix, hat zwei Bewusstseinsebenen, zwei Kulturen, zwei Körper...' L. A. 'Was mich an dem Buch beeindruckt hat, ist die Verknüpfung von Frederic Lujans Erlebnissen in der Dritten und der Ersten Welt, wobei er in jeder dieser Welten ein völlig anderes Leben führt ...' M. A. In einer einfachen, unterhaltsamen Sprache und in einer gelungenen Mischung aus Ernst und Humor erzählt der Autor des Romans 'Meine Opfer' die Geschichte des Deutsch-Peruaners Felix, einem Mann wie so vielen: egoistisch, eitel, egozentrisch, besessen von Ruhm, Geld und schnellem Sex. Bis er eines Tages an einem Wendepunkt seines Lebens ankommt, und er sich mit Arbeitslosigkeit, finanziellen Schwierigkeiten und der Einsamkeit in einem für ihn fremden Land -Deutschland- auseinandersetzen muss. Diese Erfahrungen und die besondere Beziehung zu einer Frau, die so ganz anders ist als all die Frauen, die er bisher schätzte, führen schließlich dazu, dass er zu sich selbst findet und die Geheimnisse des wahren Glücks entdeckt. Frederic Luján wurde 1957 in Gießen geboren. Er ist zweifellos einer der originellsten Vertreter der neuen spanischsprachigen Literatur. Den größten Teil seines Lebens hat er in Peru verbracht, wo er aufwuchs, und später Betriebswirtschaft studierte und auf diesem Gebiet als Berater, Seminarleiter und Universitätsdozent tätig war. Er hat für verschiedene peruanische Zeitungen und Zeitschriften geschrieben. Frederic Luján, der zurzeit in Dresden lebt, sagt, dass Schreiben sei wie ein Tonikum für seine Seele. Sein außerordentliches schriftstellerisches Talent beweist er mit dem vorliegenden Debüt-Roman "Meine Opfer". Der spanische Originaltitel ¿Por qué a mí? wurde 2003 veröffentlicht, danach folgten El expresionista (2004), La dulce espera (2006). Neu hinzugekommen ist sein literarischer Blog im Internet mit dem Titel "Flujanz".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 332
    Erscheinungsdatum: 31.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741217753
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 697 kBytes
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Meine Opfer

Paula

Das Gespräch mit meinem Vater hatte mich nachdenklich gemacht. Aber wie konnte ich ihn verstehen, wenn ich nicht einmal auf das hörte, was mein Innerstes mir sagte? Mich interessierte nur die Befriedigung meiner Triebe. Ich hatte keinerlei Gewissenskonflikte. Wenn jemand mich kritisierte, hielt ich das für eine Beleidigung und verstand dann die Dinge völlig falsch. Es ging mir nicht aus dem Kopf, dass mein Bruder heiraten würde, das war keine schlechte Idee. Die meisten Führungskräfte in unserer Firma waren schon verheiratet, da konnte ich ihnen doch nicht nachstehen. Ich sinnierte: Ich habe eine feste Arbeit, die mir gefällt, verdiene ganz gut und habe eine nette Wohnung im Zentrum von Miraflores. Schon dachte ich darüber nach, ob eine Heirat einen Vorteil für mich haben würde. Das wäre tatsächlich ein guter Plan, so würde ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Wenn ich verheiratet wäre, würden auch meine Eltern zufrieden sein. Ich hatte den Kopf voll mit solchen Ideen, Resultat einer neuen Laune und meiner konfusen Gefühlslage.

Die Wochen vergingen. Eines Tages, ich ruhte mich gerade auf meinem Sofa aus, hörte ich die Hochzeitsglocken. Nachdem ich eine ganze Zeit darüber nachgedacht hatte, war ich jetzt entschlossen: Ich will heiraten. Das war mein neues Ziel. Ich sagte mir: Mein Ansehen bei der Arbeit wird steigen, ich werde immer jemand haben, der mich verwöhnt, für mich kocht, mir die Wäsche bügelt und obendrein noch tollen Sex mit mir haben wird. Ich beglückwünschte mich selbst für diese Idee: Félix, du bist ein Genie!

Ich hatte mir vorgenommen, zu erreichen, was ich mir vorstellte, aber für einen guten Betriebswirt musste der Weg dahin natürlich minutiös geplant werden. Ich würde nicht irgendeine heiraten. Dieses Mal musste es eine Frau mit europäischen Vorfahren sein. Außerdem wollte ich meine deutschen Vorgesetzten nicht enttäuschen. Ich war Mitglied im Klub Germania, den ich jetzt häufiger aufsuchte, aber nicht, um den langweiligen Deutschen beim Kegeln zuzusehen oder beim Eincremen ihrer blassen Körper mit Sonnenschutz, sondern wegen des Essens, das mir wirklich gut schmeckte.

Eines Tages beschloss ich, dass die richtige Gelegenheit gekommen sei. Die Sonne stand schon früh am Himmel, daher besuchte ich den Klub Germania, mit seiner perfekten deutschen Ordnung. Alles war durchorganisiert, die Einfassungen der Blumenbeete millimetergenau ausgerichtet, im Schwimmbecken plätscherte kristallklares Wasser, der Rasen war auf Einheitslänge getrimmt und die Fliesen in der Eingangshalle waren spiegelblank. Ein Drittel der Fläche des Klubs wurde vom Restaurant eingenommen, die Bedienung bestand ausschließlich aus ältlichen Kellnern, die in ihrem Anzug und der dazu passenden schwarzen Fliege wie Hochzeitstortenfiguren aussahen. Sie würden bestimmt bald zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt werden, alt, aber gut erhalten. Der Dienstälteste, Don Pedro, war schon um die siebzig Jahre alt, kurzsichtig, schielte und servierte den Gästen immer doppelte Portionen, war aber der Institution absolut treu. Ich weiß nicht, wie er es schaffte, mich überhaupt zu identifizieren, aber er winkte mir grüßend zu und ich grüßte zurück.

"Wie geht's, Don Pedro?" Ich umarmte ihn freundlich, er war mein Kumpel. "In einer Stunde probiere ich das Sauerkraut", sagte ich ihm. Aufgrund unserer stürmischen Begrüßung war sein Revers etwas zerknittert.

"Aber sicher, mein Lieber", antwortete er und zog sein Jackett glatt. "Möchten Sie Weißwurst oder Kochwurst?"

"Sie haben das wohl schon vergessen", entgegnete ich und klopfte ihm auf die Schulter. "Ich mag Weißwurst lieber, und wenn es geht, bring mir zwei." Das Wasser lief mir im Mund zusammen.

"Gut, gut, mein Verehrtester." Er zog sich mit einer Verbeugung zurück. Der Anzug war ihm zu klein, seine Schuhe knarrten und die Hose glänzte schon vor Abnutzung. Ich glaube, er lief seit der Gründung des Klubs

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