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Meisterwerke der dunklen Phantastik 01: AUT DIABOLUS AUT NIHIL (Band 1)

  • Erscheinungsdatum: 30.07.2014
  • Verlag: BLITZ-Verlag
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Meisterwerke der dunklen Phantastik 01: AUT DIABOLUS AUT NIHIL (Band 1)

Ein Priester, der mit ungewöhnlichen Mitteln den Kampf mit dem Antichrist aufnimmt. Ein verschollenes Rembrandt-Gemälde, das in einem rätselhaften Rapport mit einer jungen Frau steht. Ein Bildhauer, dessen Schicksal sich in der Gestalt des von ihm modellierten Todesengels erfüllt ... Die klassische phantastische Tradition der USA ist von weit größerem Reichtum, als die übliche Beschränkung auf die Namen Poe, Bierce und Lovecraft es vermuten lässt. Beeinflusst von der französischen Dekadenz, entstanden ab etwa 1880 faszinierende Erzählungen des Grauens, die hier erstmals in einer repräsentativen Auswahl vorgestellt werden Erik Hauser: geboren 1962 Studium der Anglistik, Germanistik sowie der Vergleichenden und Allgemeinen Literaturwissenschaft. Magister und Staatsexamen. 1997 Promotion mit einer Dissertation über den Traum in der phantastischen Literatur (Passau 2005). Gymnasiallehrer in Mannheim und Lehrbeauftragter an der Universität Heidelberg. Frank Rainer Scheck: geboren 1948 Studium der Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaften. Seit 1976 Lektor, seit 1979 Cheflektor in einem deutschen Verlag, seit 1993 freier Schriftsteller. Langjährige Beschäftigung mit der Literatur des Phantastischen; diverse Publikationen, zuletzt (mit Erik Hauser) die Anthologie Berührungen der Nacht(Leipzig 2002). verstorben im April 2013

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 30.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957199010
    Verlag: BLITZ-Verlag
    Größe: 3141 kBytes
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Meisterwerke der dunklen Phantastik 01: AUT DIABOLUS AUT NIHIL (Band 1)

Julian Osgood Field
Aut Diabolus Aut Nihil

Die wahre Geschichte einer Halluzination

Abbé Gérard vermochte auf einen in jeder Hinsicht überaus erfolgreichen Lebenslauf zurückblicken. Sogar er selbst konnte nicht umhin, sich dies einzugestehen, als er kurz vor seinem Besuch eines Diners beim Herzog von Frontignan am lodernden Kamin in seiner komfortablen Wohnung in der Rue Miromeuil saß und sein Leben Revue passieren ließ. Als Sohn mittelloser Eltern in Südfrankreich aufgewachsen, hatte er sich, nach einer mehr als notdürftigen Schulbildung, die ihm gerade einmal ein oberflächliches Wissen der elementarsten theologischen Abhandlungen vermittelt hatte, schon in jungen Jahren für das Priesteramt entschieden. Dennoch war es ihm innerhalb von fünfundzwanzig Jahren ganz aus eigener Kraft, ohne jede Protektion, gelungen, ein überaus begehrtes Amt in einer der führenden Pariser Kirchen zu ergattern. Damit stand ihm auch ein ansehnliches Gehalt zu, was es ihm wiederum erlaubte, seinen Leidenschaften als Kunstliebhaber und homme du monde zu frönen. Die wenigen Stunden, die er neben der Gemeindearbeit erübrigen konnte, hatte er von jeher dem Studium gewidmet, und sein Engagement sowie seine Beharrlichkeit hatten reiche Früchte getragen. Darüber hinaus hatte er auch keine der seltenen Gelegenheiten ausgelassen, so sie ihm denn in seinen jungen Jahren zuteil geworden waren, sich in den gehobenen Kreisen vorzügliche Umgangsformen anzueignen, so daß nun, da er zu guter Letzt ein gern gesehener Gast in jedem Haus der Villenvororte war, wo Esprit und elegante Gelehrsamkeit geschätzt wurden, niemand auch nur auf den Gedanken gekommen wäre, er habe die Regeln gesellschaftlicher Etikette nicht mit der Muttermilch eingesogen.

Doch hatte er im Laufe seines sozialen Aufstiegs auch Bekanntschaft mit der Kehrseite des Lebens gemacht, so daß er in den kurzen Momenten des Innehaltens, die er sich gönnte, um über den Tellerrand hinauszublicken, zu der Einsicht kam, daß mit jedem Schritt nach oben auf der Erfolgsleiter eine Überzeugung, eine Illusion zerstört und mit Füßen getreten worden war. So fragte er sich, während er aufs neue Kraft sammelte, wo das alles enden würde, und ob die Bischofsmütze, auf die sein Sinnen und Trachten gerichtet war, nicht am Ende ein Haupt schmücken würde, welches sogar an der Existenz eines Gottes zweifelte. Nicht, daß er ein schlechter Mensch gewesen wäre, aber er gehörte eben jener gesellschaftlichen Schicht an, die sich lediglich deshalb für das Priesteramt entschied, um aus dem Nichts zu hohem Ansehen aufzusteigen, und die nun im Verkehr mit der Welt, die sie vielleicht einmal als vollkommen erachtet hatte, zahlreiche Mängel und Unzulänglichkeiten entdeckte. Zu Beginn, als sein scharfer Verstand viele der Ammenmärchen verwarf, die er bis dahin geschätzt und an die er geglaubt hatte, wollte er noch verzweifelt den Versuch aufgeben, Wahrheit von Lüge zu scheiden – und dies um so mehr, als er einsah, daß die Zeit, die er mit diesem Bemühen zubrachte, im weltlichen Sinne verschwendete Zeit war, und daß die guten Dinge dieses Lebens jenen Menschen zuteil werden, die sowohl Weizen als auch Spreu ernten, wohl wissend, daß es einen Markt für beides gibt.

So war Henri Gérard zu einem bestimmten Zeitpunkt seines beschwerlichen Aufstiegs nahe daran, ein Atheist zu werden, während sein weltlicher Ehrgeiz mittels zweifelhafter Sophismen und Vergleiche Munition für die tödliche Arbeit lieferte, die mit der Zerstörung seiner Träume begonnen hatte. Doch war er seiner Natur nach zu feinfühlig, als daß diese Phase lange angehal

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