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Mias Sommer von Peki, Ana (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Mias Sommer

Mia, geschieden, drei Kinder, tappt durch ein Leben, das sie vor allem Kindern und Arbeit widmet. Ihre eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Hoffnungen sind am Verkümmern. Da beschliesst die Schicksalsgöttin, den Hollywoodstar Ben Winton in Mias Leben zu jagen. Auf der Flucht vor den allgegenwärtigen Medien und einem hässlichen Scheidungskrieg landet er in Mias Geräteschuppen.

Ana Peki ist das Pseudonym einer Schweizer Autorin, die mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich lebt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 311
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742713292
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 768 kBytes
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Mias Sommer

7

Ich muss ziemlich mitgenommen ausgesehen haben. Jedenfalls fragte mich Ben, ob etwas passiert sei, kaum war ich zur Tür herein.

Mit dem Rücken gegen die Eingangstür gelehnt, sah ich ihn an. Vera hatte natürlich recht. Was für ein Mann! Allein für sein Gesicht bräuchte er einen Waffenschein. Was war eigentlich los mit dieser Welt? Einer der grössten Hollywoodstars versteckte sich bei mir und gleichzeitig musste Vera um ihr Leben kämpfen!

Ich erzählte Ben alles. Die Hardcorevariante. Ich war mir sicher, dass Vera nichts dagegen haben würde, sondern beleidigt gewesen wäre, wenn ich ihm eine weichgespülte Version untergeschoben hätte.

Und dann passierte es. Das Mitgefühl, das sich in seinem Gesicht spiegelte, war schuld. Ich murmelte eine Entschuldigung und hastete in den Garten. Fehlte noch, dass ich vor ihm zu heulen anfing.

Draussen war wieder mal Durchatmen angesagt. Bald hörte ich Schritte und drehte mich um. Ben schaute skeptisch hinaus.

"Hier kann dich niemand sehen." Ich deutete auf die hohen Kirschlorbeerbüsche, die die Terrasse und das Stückchen Wiese, das sich unbescheiden als unser Grundstück aufspielte, umgaben.

Er machte zwei zögernde Schritte, als das typische Wabern eines sich rasch nähernden Hubschraubers hörbar wurde. Und schon war er wieder drin. Posttraumatische Belastungsstörung? Ob es das bei Schauspielern auch gab? Wahrscheinlich schon, welche Art von Störung gab es bei denen schon nicht. Ich sah dem REGA-Heli einen Augenblick lang nach und ging zurück ins Haus.

Ben sah zur Abwechslung aus wie ein ausgespuckter Kaugummi, der Angst hatte, flachgetrampelt zu werden.

"Das mit deiner Freundin tut mir sehr leid", sagte er leise.

"Danke. Und wie geht es dir?"

Er zuckte mit den Schultern. "Bei uns fliegen Paparazzi in Hubschraubern über ... gewisse Gegenden."

"Scheussliche Sache, aber wir sind hier in der Schweiz. Das war die Schweizerische Rettungsflugwacht. Unser grösster Flughafen befindet sich samt Helikopterbasis praktisch in Sichtweite. Da schwirren täglich einige Brummer herum. Sorgen muss man sich erst machen, wenn es nicht mehr so ist." Wie im Herbst 2001, als die Swissair gegroundet wurde. Die damals herrschende Stille hatte so gar nichts Idyllisches an sich.


Während des chaotischen und alles andere als gesitteten Mittagessens fragten Leo und Nicolas Ben beinahe ein Loch in den Bauch. Erneut erwies sich die Wahrheit als arg strapazierfähig.

"Darf ich dich etwas Persönliches fragen?", fragte Ben, nachdem die Jungs vom Tisch aufgestanden und nach draussen gerannt waren.

"Klar." Ich hoffte, meine Stimme würde unaufgeregt klingen.

"Wie kommst du zu Verehrern aus Russland, die dich besuchen?"

Beim Gedanken an diesen Teil meines Lebens konnte ich ein Lächeln nicht verkneifen. "Ich habe Russisch studiert und während des Studiums verbrachte ich die Semesterferien meist bei Familien in Russland. Ausländer waren damals eine Attraktion und russisch sprechende Ausländerinnen sowieso. Wir fanden immer einen Grund, um zu feiern: Ankunft, Geburtstag, Namenstag, letzter Abend vor der Abreise oder der letzte Donnerstag der Woche."

"Ihr habt den letzten Donnerstag der Woche gefeiert?"

"Klar! Und es gab immer flaschenweise Wodka. Ich war damals ziemlich trinkfest. Wenn man in Russland nicht mittrinkt, gehört man nicht dazu und ich wollte dazugehören."

Keine Ahnung, wieso ich es ihm erzählte, vielleicht, weil Ben für kurze Augenblicke so unbeschwert und interessiert aussah. "Und du?", fragte ich. "Keine alkoholbedingten Jungendsünden?"

Einen Moment lang schien er mit unstetem Blick nach im Wohnzimmer versteckten Kameras und Mikrofonen zu suchen. Dann lehnte er sich zurück.

"Wir haben vor allem Whiskey getrunken und Bier, viel Bier. Wir waren damals eine kleine Clique, teilten uns eine Wohnung. Sie war etwa so gross wie der begehbare Kleiderschra

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