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Michaela rettet das Klassenfest von Fischer, Marie L. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.04.2017
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
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Michaela rettet das Klassenfest

Michaela hat sich gut in ihrem Münchener Internat eingelebt. Das Heimweh der ersten Zeit gehört der Vergangenheit an. Jetzt geht das Jahr schon bald dem Ende zu und die Abschlussfeier ist zu planen! Es soll eine tolle Feier werden. 'Wir führen ein Theaterstück auf und tanzen sogar!', diese Entscheidung elektrisiert alle. Die Mädchen sind außer sich vor Freude. Sie diskutieren über die Rollen und wühlen in den Kostümen. Doch dann beginnt die Streiterei: Wer soll die Hauptrolle spielen? Die Köpfe erhitzen sich - bis Michaela eine großartige Idee hat. Manchmal muss man nur pfiffig sein, um einen schwierigen Knoten zu entwirren. Marie Louise Fischer wurde 1922 in Düsseldorf geboren. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Lektorin bei der Prag-Film. Da sie die Goldene Stadt nicht rechtzeitig verlassen konnte, wurde sie 1945 interniert und musste über eineinhalb Jahre Zwangsarbeit leisten. Mit dem Kriminalroman 'Zerfetzte Segel' hatte sie 1951 ihren ersten großen Erfolg. Von da an entwickelte sich Marie Louise Fischer zu einer überaus erfolgreichen Unterhaltungs- und Jugendschriftstellerin. Ihre über 100 Romane und Krimis und ihre mehr als 50 Kinder- und Jugendbücher wurden in 23 Sprachen übersetzt und erreichten allein in Deutschland eine Gesamtauflage von über 70 Millionen Exemplaren. 82-jährig verstarb die beliebte Schriftstellerin am 2. April 2005 in Prien am Chiemsee.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Erscheinungsdatum: 18.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711719596
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 1009 kBytes
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Michaela rettet das Klassenfest

Aufforderung zum Tanz

Es war November geworden, ein kalter, unfreundlicher November.

Michaela Körner war jetzt schon fast einen Monat im Münchner Internat, tatsächlich aber kam es ihr viel länger vor. Sie fühlte sich kein bißchen mehr fremd, sondern hatte sich vollkommen eingelebt. Noch vor ein paar Wochen hätte sie das nicht für möglich gehalten. Sie konnte sich schon nicht mehr vorstellen, daß sie anfangs so starkes Heimweh nach dem heimatlichen Dorf und den Bergen gehabt hatte. Natürlich freute sie sich, wenn der Samstag schulfrei war und sie am Freitagnachmittag nach Hause fahren durfte. Aber diese Wochenenden bedeuteten immer nur eine Unterbrechung ihres eigentlichen Lebens, das sich unter den Mädchen im Josef-Stift abspielte. Daß Purzel, der kleine Hund, den sie ins Internat geschmuggelt hatte, bei ihrer Erzieherin, Fräulein Esser, bleiben durfte, hatte ihr das Einleben besonders leicht gemacht.

Michaela hatte sogar eine Methode gefunden, den Samstagnachmittag kleinzukriegen, der sich, wenn die Mädchen im Internat bleiben mußten, endlos dehnte. Das war zweimal im Monat der Fall. Sie wartete immer, bis der größte Trubel in den Badezimmern vorbei war. Dann verzog sie sich selber mit einem Buch, einer Tafel Schokolade und einer Flasche Limonade nach unten. Sie ließ sich ein warmes Bad einlaufen und verbrachte darin schmökernd und knabbernd nahezu zwei Stunden: ein Vergnügen, das ihr die Eltern zu Hause nie erlaubt hätten. Aber dort hatte sie auch nie ein solches Bedürfnis, einmal allein zu sein, und allein sein konnte man im Stift eben nur im Bad.

Wieder einmal lag sie - mit sich und der Welt zufrieden - in der Wanne, als draußen an der Türklinke gerüttelt wurde.

"Micky, bist du da drin?" rief Barbara Neuberger, genannt Babsi.

"Was ist 'n los?" brummte Michaela unwillig.

"Unser Theaterstück!" rief Babsi. "In fünf Minuten beginnt die erste Besprechung ... Und du sitzt noch in der Wanne!"

Michaela fuhr kerzengerade hoch. "Ach herrje, das habe ich total verschwitzt!"

"Du weißt, wie die Esser es übelnimmt, wenn man bummelt!" drängte Babsi von draußen.

"Aber ich habe mich noch nicht mal gewaschen!"

"Deine Sache!"

Michaela hörte, wie Babsis Schritte sich auf dem Gang entfernten. Um sich in dieser Lage zurechtzufinden, brauchte sie ein paar Sekunden. Sie ärgerte sich über Babsi, die sie gestört hatte, dabei wußte sie sehr gut, daß sie ihr unrecht tat. Es war - im Gegenteil - hochanständig von der Kameradin gewesen, sich um sie zu kümmern. Aber Michaela hätte eben gar zu gern noch weitergelesen, und für die Theateraufführung, die ihre Gruppe für Weihnachten plante, interessierte sie sich überhaupt nicht.

Doch da half alles nichts. Sie mußte Zusehen, daß sie rechtzeitig bei der Besprechung erschien, denn sie war schon ein paarmal wegen Unpünktlichkeit und Vergeßlichkeit unangenehm aufgefallen. Und Fräulein Esser ließ so etwas nicht ungestraft durchgehen.

Also sprang Michaela mit einem Satz aus der Wanne, trocknete sich mit rasender Geschwindigkeit ab und schlüpfte in Hose und Pullover. Sie ließ das Wasser ablaufen, raffte ihr Waschzeug, ihr Buch, die Limonadenflasche, die angebrochene Schokolade und ihre Strümpfe zusammen, riegelte die Tür auf und raste nach oben. Die Badewanne sauberzumachen, blieb keine Zeit mehr. Aber mit Herrn Kurze, dem Hausmeister, hoffte Michaela sich leichter einigen zu können als mit Fräulein Esser - falls er überhaupt darauf kam, wer das dritte Bad von rechts in diesem Zustand hinterlassen hatte.

Oben im zweiten Stock warf sie alles, was sie in den Händen hielt, einfach in das Waschbecken, das sie mit Ruth Sommer, der "Dicken", teilte. Sie warf einen kurzen Blick in den Spiegel: auf ihr bräunliches Gesicht mit den großen dunklen Augen und dem noch vom Baden feuchten kastanienbraunen, kinnlang geschnittenen Haar. Dann rannte sie über den Gang in das Wohnzimmer hinüber.

Da hockten si

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