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Minus zwei Band 2: Into the light Band 2 von Busch, Sandra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.04.2016
  • Verlag: dead soft verlag
eBook (ePUB)
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Minus zwei Band 2: Into the light

Die Schrecken der Einhornhöhle liegen hinter Bernd und Tiger. Das sollte man zumindest meinen. Doch das Wiedereinfinden in den Alltag ist alles andere als einfach. Außerdem stehen noch Gefühle im Raum, mit denen sich die beiden auseinandersetzen müssen. Stehen die Chancen für den Weg in das eigene persönliche Licht höher als minus zwei? Band 2 des Zweiteilers

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 13.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783945934944
    Verlag: dead soft verlag
    Serie: Minus zwei Bd.2
    Größe: 832kBytes
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Minus zwei Band 2: Into the light

Einsamkeit

BERND

Mit Hilfe der Unterarmgehstütze machte Bernd einen Rundgang im Erdgeschoss seines Hauses. In der oberen Etage hörte er seine Eltern rumoren, die seinen Koffer ausräumten und das Bett frisch bezogen.

Konnte einem das eigene Heim fremd werden? Er musterte die fast schwarzen Kolonialstilmöbel, die Fliesen in Holzparkettoptik, die bunten Sofakissen und die frischen, orangefarbenen Gardinen, durch die warmes Sonnenlicht drang. Bernd humpelte zur Terrassentür und blickte in den Garten hinaus. Dabei drückte er eine kleine rosa Stoffsau fest an seine Brust. Ein bisschen fühlte er sich wie Alice im Wunderland. Sein eigenes Zuhause kam ihm auf eine fantastische Art und Weise unwirklich vor. Beinahe wie ein Traumgespinst, das sich in Luft aufzulösen drohte.

Es war noch nicht lange her, dass die Umbaumaßnahmen in seinem Haus ein Ende gefunden hatten und die neuen Möbel aufgebaut worden waren. Richtig eingelebt hatte er sich in der frisch renovierten Umgebung bisher nicht, denn meistens hatte er sich ohnehin im Landesamt für Geologie und Bergbau befunden und gearbeitet.

Jetzt hatte er einen zweiwöchigen Aufenthalt im Klinikum Herzberg/Osterode hinter sich, an den er sich kaum erinnern konnte. Was in seinem Gedächtnis haften geblieben war, war ein wilder Veitstanz der Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern sowie seiner Eltern, dem Psychiater und Herrn Professor Doktor Eichenberg, dem Vorsitzenden der Harzer Speläologie. Ohne Tigers beruhigende Anwesenheit wäre er bei dem Trubel bestimmt wahnsinnig geworden. Er hatte sich direkt nach der Stille in den Stollen zurückgesehnt. Zumindest zeitweilig.

Im Krankenhaus lernte Bernd zudem Renesmee und Neo Jaschiniok, Tigers Eltern, kennen. In Anbetracht ihrer außergewöhnlichen Vornamen hatte bei ihm ja bloß ein Tiger rauskommen können. Es waren nette, warmherzige Leute, die ihn ebenfalls mit einer liebevollen Umarmung bedachten, als sie, von den Ärzten unterrichtet, in der Klinik erschienen. Bernds Eltern Fine und Peter kannten sie bereits von der Trauerfeier her. Es wurde viel geweint und gelacht und geherzt. Nach der Stille im schwarzen Bauch des Harzes war ihm der ganze Rummel eigentlich zu viel. Bernd ertrug ihn lediglich mit Mühe. Dabei konnte er ja verstehen, dass seine Eltern ihn dauernd berühren wollten. Sie mussten sich vergewissern, dass er am Leben war. Und dass sie ihn fälschlicherweise für tot gehalten und unnötig um ihn getrauert hatten.

Zwei Wochen nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus fand eine riesige Pressekonferenz statt, in der Tiger und er von ihren Erlebnissen unter Tage berichteten. Eigentlich hatte mehr Tiger gesprochen. Er selbst war wie versteinert gewesen, als er in die tränennassen Gesichter der Angehörigen und Freunde ihrer Expeditions-Kameraden gestarrt hatte. Das Einzige, was Tiger nicht zur Sprache gebracht hatte, waren ihre sexuellen Eskapaden. Darüber hatten sie nicht einmal mit ihren Eltern geredet. Ihre aus Hilflosigkeit und Schrecken geborene Beziehung zueinander war zum Tabuthema geworden. Bernd wollte keine Zeitung aufschlagen und dort wilde Schlagzeilen entdecken müssen, die aus einem tragischen Unglück eine reißerische Story machten. Vier Wochen Kampf gegen die endlose Schwärze oder Horrortrip unter Tage waren Titel, die ihr Erlebtes durch ihre grausame Aufmachung und Sensationslust verhöhnten. Und niemand - niemand! - wollte Fotos von zwei halb verhungerten, körperlich am Ende befindlichen Höhlentrollen sehen. Die Bilder jagten Bernd jedes Mal einen Schauer über den Rücken. Das auf den Fotos war nicht er. Das konnte bloß ein Fremder sein. Ein sehr, sehr bedauernswerter Fremder.

Ein ebenso schwerer Gang war der zu Peer Obinskis Frau gewesen, aber sie hatten einem Sterbenden ein Versprechen gegeben. Es wurde sein Job, die weinende, hochschwangere Frau tröstend in die Arme zu nehmen. Dafür ü

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