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Miss Chloe geht aufs Ganze von Marshall, Paula (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.12.2013
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Miss Chloe geht aufs Ganze

Verarmt und bereits 29 Jahre alt - die hübsche Chloe Transome weiß, dass sie keine Chancen mehr hat, einen Ehemann zu finden, und verdient sich ihr Brot bei ihrer reichen Cousine Serena Marchingham als Anstandsdame. Serenas Demütigungen erträgt sie mit Gelassenheit, und nur in einsamen Stunden ist sie verzweifelt, wenn sie an ihre trostlose Zukunft denkt. Einmal das Glück erleben, geliebt zu werden - es wird wohl für immer ein unerfüllter Wusch bleiben müssen. Doch dann tritt der weltmännische Grundbesitzer Patrick Ramsey in ihr Leben, und auch wenn er eigentlich als Heiratskandidat für Serenas Mündel gedacht ist, sprechen Patricks tiefe Blicke in Chloes klare braune Augen nur von der Liebe zu ihr. Chloe wagt das unerhört Unschickliche: Um einmal in ihrem Leben zu erfahren, was es bedeutet, von einem Mann geliebt zu werden, lädt sie Patrick ein, sie des Nachts in ihrem Zimmer zu besuchen...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 16.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954467792
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 302 kBytes
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Miss Chloe geht aufs Ganze

2. KAPITEL

Miss Chloe Transome lief die Haupttreppe von Marchingham Place in der sicheren Annahme hinunter, die Einzige im Hause zu sein, die bereits auf war, obwohl schon die Mittagsstunde nahte.

Sie hatte es so eilig, dass sie am liebsten auf dem Geländer hinuntergerutscht wäre, wie sie es als wilde, ausgelassene Range vor langer Zeit bevorzugt hatte, ohne den Tadel ihrer Mutter zu beachten. Als sie an den Treppenabsatz kam, der in die Halle hinunterführte, war sie erleichtert, so etwas nicht getan zu haben; denn dort stand niemand anders als Sir Patrick Ramsey, der einigermaßen überrascht ihr temperamentvolles Erscheinen durch sein Monokel beobachtete.

Chloe mäßigte ihr Tempo, nahm ihre normale Haltung an und schritt würdevoll die letzten Stufen hinunter. Doch sein Mund zuckte leicht, als sie ihn erreichte. Er stand neben einer Statue des nackten Apollo, dem er sehr ähnelte, obgleich es bei der eleganten Kleidung, die er trug, schwierig war, festzustellen, wie weit diese Ähnlichkeit ging.

Sein jetzt gleichmütiger Blick erfasste ihr tristes Kleid - ein graues, völlig unmodernes Stück - und den hohen, bis zu ihrem anmutigen Hals zugeknöpften Kragen. Ja, sehr anmutig, dachte er, und bewunderte das muntere Hüpfen, mit dem sie zuvor heruntergeeilt war, weit mehr als die nüchterne Ruhe, mit der sie das letzte Stück zurückgelegt hatte.

"Madam", sagte er und verbeugte sich, "ich hoffe, es geht Ihnen gut?"

"Sir Patrick", erwiderte Chloe, "Sie erwarten ... Marianne, glaube ich."

"Ja, Miss Marianne", bestätigte er und fragte sich, ob die Pause etwa andeuten sollte, dass Marianne nicht sein eigentliches Ziel war.

"Sie ist noch nicht auf oder vielmehr noch nicht unten", erklärte Chloe. "Wir haben bis drei Uhr morgens getanzt, und der Tag wird für uns nicht vor dem Nachmittag beginnen. Ich fürchte, Sie müssen sich gedulden."

"Ja, aber Sie sind unten, Miss ...?" Jetzt machte er eine Pause und betrachtete sie wieder durchs Monokel in all ihrer schäbigen Herrlichkeit. Alles an ihr war unmodern, einschließlich ihrer Frisur, lang und auf ihrem Kopf zusammengesteckt und unter der unkleidsamen Haube verborgen, die sie dem Brauch entsprechend tragen musste.

"Transome", erwiderte Chloe kurz, "Miss Transome. Ich bin Mariannes Anstandsdame." Als ob du das nicht bereits wüsstest, fügte sie im Stillen hinzu. Sie war nämlich überzeugt, dass er wusste, wer sie war, obgleich sie nicht hätte sagen können, warum sie so sicher war, dass er sich verstellte.

"Aber im Moment beaufsichtigen Sie sie nicht, nehme ich an. Ich bin offenbar zu früh gekommen. Doch Sie sind schon auf. Haben Sie vielleicht das Fest versäumt?"

"Nein, aber ich stehe gern früh auf. Und Bälle haben nicht mehr die Macht, mich aufzuregen oder durcheinanderzubringen. Ich bin schon zu lange draußen."

"Draußen, Miss Chloe", wiederholte er und lachte ein wenig, und auf und nieder. "Welch charmante kurze Worte die Sprache besitzt, und alle sind ungenau."

Chloe! Das bewies, dass er sich trotz ihrer früheren kurzen Begegnung an sie erinnerte. Schließlich hatte sie ihm nur ihren Familiennamen verraten. "Oh", meinte sie lässig, "Ungenauigkeit ist die Segnung der Gesellschaft, Präzision ihr Fluch."

Patrick musste lachen. Vielleicht verdiente sie doch etwas Besseres als einen robusten Gardisten. "Der Duke würde Ihnen im letzten Punkt nicht zustimmen", erwiderte er und lächelte sie an.

"Sogar Wellington würde zugeben, dass gesellschaftliche Kriege nur gespielt sind, seine hingegen waren real", entgegnete Chloe. Sie bemerkte, dass er keine Anstalten machte, sich zu verabschieden, und fragte sich, warum er ihren Zynismus so schnell provozierte. Das war bei ihrer früheren Begegnung genauso gewesen. Vielleicht lag es an seiner männlichen Vollkommenheit - gutes Aussehen, sportliche Gewandtheit und die Fähigkeit, hautenge Kleidung nach der gegenwärtigen Mode mit derart unbekümmerter

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