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Miss Vee oder wie man die Welt buchstabiert Roman von Evans, Lissa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.03.2015
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Miss Vee oder wie man die Welt buchstabiert

"MISS VEE ist mein Lieblingsbuch des Jahres! Vee und Noel sind echte Originale, und ihre gemeinsame Reise brachte mich zum Lachen und zum Weinen." Jojo Moyes Nichts im Leben von Vera Sedge verläuft nach Plan. Die 36-Jährige schlittert kopflos von einer hausgemachten Krise in die nächste. Vee ist notorisch pleite, und es ist ihr inzwischen egal, wenn sie auch mal krumme Wege geht. Dann stolpert der zehnjährige Noel in ihr Leben. Er ist mit der Kinderlandverschickung ins kleine St. Albans gekommen. Er ist hochbegabt, altklug und ganz anders als alle Menschen, die Vee bisher kennengelernt hat. Noels kühler Kopf und sein großes Herz bringen sie auf eine Idee und beiden einen unverhofften Geldsegen. Auf sich allein gestellt, ist Vee eine Katastrophe. Zusammen mit Noel ist sie ein geniales Team. Ihre Freundschaft wird auf die Probe gestellt, als Noel in London von einem Fliegeralarm überrascht wird. Vee macht sich auf, ihn zu suchen. Mit kühlem Kopf, großem Herz und einer guten Idee schlagen sie sich durch die schwierigen Zeiten. "Menschlich, zärtlich, lustig, tröstlich und sehr berührend. Ich habe das Buch verschlungen." Marian Keyes "Die angenehm unkonventionelle Vee ist eine Heldin, die man ins Herz schließen muss. Und der Roman ist bei allem Anspruch unglaublich charmant." The Sunday Mirror "Ein witziger Roman, aber erheblich tiefgründiger als ein solches Etikett vermuten lässt. Großartig!" The Times "Lissa Evans hat sich ihren ganz eigenen Platz in der Literatur erobert." Nick Hornby Lissa Evans hat den Arztberuf an den Nagel gehängt, um als Stand-up-Comedien noch mehr Freude zu verbreiten. Dann fing sie an, für die BBC Comedy-Programme zu produzieren, zuerst im Radio, dann im Fernsehen, wofür sie mit einem BAFTA ausgezeichnet wurde. Als Schriftstellerin hat sie bereits fünf Romane, darunter drei Kinderbücher, veröffentlicht. Sie wurde für den Orange Prize, den Whitbread Prize und den Costa Award nominiert. Sie lebt mit ihrer Familie in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 06.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843710558
    Verlag: Ullstein
    Größe: 2768 kBytes
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Miss Vee oder wie man die Welt buchstabiert

1

H itler machte quer über den Ärmelkanal eine lange Nase, und London evakuierte wieder einmal seine Kinder, die Zurückgekehrten ebenso wie die, die nie fortgewesen waren. Diesmal fuhr Noel mit ihnen; gefragt hatte ihn auch diesmal niemand. Margery hatte seinen Koffer gepackt, und Geoffrey hatte ihn zur Rhyll Street Junior School eskortiert wie einen Strafgefangenen. Nicht dass er auf Flucht aus gewesen wäre; mit einer Klasse voller Kinder, die er hasste, aufs Land verschickt zu werden war allemal besser als das Leben in der Mafeking Road 23 .

Der Schaffner auf dem Bahnsteig in St Pancras pfiff zur Abfahrt, Noel sah seine Gestalt rückwärts davongleiten. Dann rollten sie unter dem verdunkelten Glasdach heraus, und Sonnenschein traf ihn mitten ins Gesicht. Er schrieb: Ich sitze neben Harvey Madeley. Sein Hintern ist so fett, dass er Hosen von seinem Vater trägt, bei denen die Beine abgeschnitten sind.

"Da wären wir", sagte Mr Waring, der gerade in das Abteil trat. "Die Fünfte Kolonne der Rhyll Street. Und unser Freund Noel mit Papier und Stift. Wenigstens ein Kind unter euch, das mitschreibt."

"Wohin fahren wir, Sir?", fragte jemand.

"Alles hochgeheim", sagte Mr Waring. "Ich bin in den Ratschluss nicht eingeweiht."

"Fahren wir nach Wales?"

"Das will ich nicht hoffen."

"Die können kein Englisch in Wales", steuerte eine von den Ferris-Zwillingen bei.

Der einzige erkennbare Unterschied zwischen den Ferris-Zwillingen , schrieb Noel, ist, dass die andere noch kretinoider ist als die eine .

"Die essen Eichhörnchen in Wales", sagte der andere Ferris-Zwilling.

"Ich geh nirgends hin, wo Kühe sind", erklärte Alice Beddows. "In Dorset hat man aus jedem Fenster eine Kuh gesehen. Und reingestunken haben sie auch zu jedem Fenster."

"Die können nicht mal Englisch in Wales", meldete der erste Ferris-Zwilling erneut.

"Corned Beef", stellte Roy Pursey mit einem Blick in die braune Papiertüte fest, die die Frau vom Hilfsdienst verteilt hatte.

"Die Tüten noch nicht aufmachen", ordnete Mr Waring an. Alle außer Noel öffneten augenblicklich ihre Tüten.

"Der Inhalt dieser Tüten ist für eure Pflegemütter bestimmt, nicht zum Verzehr während der Fahrt", sagte Mr Waring, aber Roy Pursey hatte schon den kleinen Dosenöffner an der Cornedbeefdose in die Lasche gefädelt. Noel konnte zuschauen, wie sich oben am Deckel eine dünne rosa Wunde auftat.

"Kekse!", rief Harvey Madeley.

"Wenn wir um Mitternacht im Schritttempo die Nordwestküste Schottlands entlangkriechen", sagte Mr Waring, "werdet ihr eure jetzige Gier noch bedauern." Er lehnte sich zurück und schlug sein Buch auf.

Draußen kroch vorerst London vorbei. Hauptsächlich sah man Hintergärten und Wäscheleinen, aber wenn Noel die Wange ganz dicht an die Scheibe presste, wurde der Streifen Himmel gerade breit genug für einen gelegentlichen Blick auf einen Sperrballon.

"Ich muss mal", sagte Shirley Green.

"In Dorset", sagte ein Ferris-Zwilling, "gab es als einziges nur ein Plumpsklo. Wir haben unserer Mama geschrieben, und sie ist gekommen und hat uns geholt. Wir würden Typhus kriegen, wenn wir dableiben, hat sie gesagt. Mr Waring?"

"Hmmm?"

"Wir dürfen nur zu Leuten, die ein Innenklo haben. Unsere Mama hat gesagt, wir ..."

"Wo ich war, hatten sie nicht mal elektrischen Strom !", unterbrach Roy Pursey. "Nur diese Scheiß-Kerzen."

"Nachsitzen", sagte Mr Waring.

"Wir sind doch gar nicht in der Schule, Sir."

"Wenn wir den Unterricht wieder aufnehmen, besteht meine erste Amtshandlung darin, dich wegen unflätiger Ausdrucksweise nachsitzen zu lassen."

Der Zug fuhr über eine Brücke, und auf der Straße darunter sah Noel einen Laster voller Soldaten. Wenn Hitler wie zu erwarten in England einfiel, dann wären die S

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