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Mit jedem neuen Tag Roman von Levy, Marc (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.05.2015
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Mit jedem neuen Tag

Was wäre, wenn Sie den schlimmsten Fehler Ihres Lebens wiedergutmachen könnten? Der hochkarätige und erfolgreiche Journalist Andrew Stilman, der bald heiraten wird, lernt eines Abends in einer Bar in Manhattan eine wunderschöne Frau kennen. Als er ein paar Wochen später, am 9. Juli 2012, wie jeden Tag joggen geht, wird er von hinten angegriffen. Das Letzte, was er spürt, bevor er zusammenbricht, ist ein durchdringender Schmerz im Rücken. Als er wieder aufwacht, schreibt man den 9. Mai 2012 - zwei Monate vor seiner Hochzeit, zwei Monate, bevor er seiner Frau das Herz brach. Von nun an hat er sechzig Tage, um seinen Mörder zu finden, sein Schicksal zu verändern - und die Liebe seines Lebens zu retten ... Marc Levy ist 1961 in Frankreich geboren. Mit achtzehn Jahren engagiert er sich beim französischen Roten Kreuz, für das er sechs Jahre tätig ist. Gleichzeitig studiert er Informatik und Betriebswirtschaft an der Universität in Paris. Von 1983 bis 1989 lebte er in San Francisco, wo er sein erstes Unternehmen gründete. 1990 verließ er die Firma und eröffnete mit zwei Freunden ein Architektenbüro in Paris. Er entdeckte schon früh seine Liebe zur Literatur und zum Kino und schrieb mit siebenunddreißig Jahren seinen ersten Roman, "Solange du da bist", der von Steven Spielberg verfilmt und auf Anhieb ein Welterfolg wurde. Seitdem wird Marc Levy in neunundvierzig Sprachen übersetzt, und jeder Roman ist ein internationaler Bestseller. Marc Levy, der mit seiner Familie in New York lebt, ist mit 40 Millionen verkauften Büchern der erfolgreichste französische Autor weltweit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 25.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641158323
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Si c'était à refaire
    Größe: 899 kBytes
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Mit jedem neuen Tag

Kapitel 2

Mai 2011

Andrew Stilman ist Journalist der New York Times . Mit dreiundzwanzig Jahren als freier Reporter eingetreten, ist er die Karriereleiter schnell hinaufgeklettert. Einen Presseausweis von einer der angesehensten Tageszeitungen der Welt zu bekommen, war sein Jugendtraum gewesen. Jeden Morgen, bevor er durch die Doppeltüren der Hausnummer 860, 8th Avenue tritt, gönnt sich Andrew die kleine Freude, den Kopf zu heben. Er wirft einen Blick auf die Aufschrift an der Fassade und sagt sich, dass hier sein Büro ist, in diesem allerheiligsten Pressetempel, in den Tausende Schreiberlinge wenigstens einmal gern den Fuß setzen würden, um die Örtlichkeiten zu besichtigen.

Vier Jahre hatte Andrew im Archiv verbracht, bevor er den Posten des Redaktionsassistenten für die Nachrufe in der Rubrik "Familienanzeigen" ergatterte. Seine Vorgängerin war beim Verlassen ihres Arbeitsplatzes unter die Räder eines Busses geraten und fand sich in der Rubrik wieder, die sie zuvor betreut hatte. Sie hatte es zu eilig gehabt, nach Hause zu kommen, um einen UP S -Zusteller zu empfangen, der ihr edle, übers Internet bestellte Dessous liefern sollte. Wie das Leben so spielt!

Es folgten für Andrew Stilman fünf weitere Jahre emsiger Arbeit in größter Anonymität. Nachrufe werden nie namentlich gekennzeichnet, denn dies ist allein der Ehrentag des Verstorbenen. Fünf Jahre, um über Menschen zu schreiben, die nur noch gute oder schlechte Erinnerung sind. Tausendachthundertfünfundzwanzig Tage und kaum weniger als sechstausend Martini Dry, Abend für Abend zwischen halb acht und Viertel nach acht an der Bar des Marriott in der 40th Street.

Drei Oliven pro Glas, und mit jedem Kern, den Andrew in ein Schälchen spuckte, vertrieb er aus seinem Gedächtnis die Chronik eines ausgelöschten Lebens, dessen Ablauf er am selben Tag kurz und prägnant verfasst hatte. Diese Nähe zu den Toten hatte Andrew vielleicht dazu getrieben, etwas zu tief ins Glas zu schauen. In seinem vierten Jahr in der "Nekro" hatte der Barkeeper des Marriott sechsmal tätig werden müssen, um den Durst seines Gastes zu löschen. Häufig kam Andrew mit aschfahlem Gesicht, schweren Augenlidern, offenem Hemdkragen und zerknittertem Sakko ins Büro. Allerdings waren auch Anzug mit Krawatte und gestärktes Hemd im Großraumbüro der Zeitung nicht vorgeschrieben, und noch weniger dort, wo er arbeitete.

Ob es an seinem eleganten und präzisen Schreibstil lag oder eine Folge des besonders heißen Sommers war, die Rubrik, für die er zuständig war, erstreckte sich bald über zwei volle Seiten. Bei der Erstellung der vierteljährlichen Bilanz bemerkte ein statistikverliebter Analytiker der Finanzabteilung, dass die Rechnungsbeträge pro Verstorbenem steil in die Höhe schnellten. Die trauernden Familien gönnten sich mehr Zeilen, um zu bezeugen, wie groß ihr Schmerz war. Gute Zahlen machen in einer großen Firma rasch die Runde. In der Vorstandssitzung, die zu Herbstbeginn tagte, waren diese guten Ergebnisse Thema, und es wurde beschlossen, den fortan hoch angesehenen Autor entsprechend zu befördern. Andrew Stilman wurde zum Redakteur ernannt - weiter im Bereich "Familienanzeigen", jetzt allerdings in der Sparte "Hochzeiten", deren Ergebnisse miserabel waren.

Da es Andrew nie an Ideen fehlte, gab er für einige Zeit die Bar auf, in der er Stammgast war, um besonders schicke Lokale aufzusuchen, die von den verschiedenen Zirkeln Homosexueller der Stadt frequentiert wurden. Zwischen den Dry Martinis, die er schon gar nicht mehr zählte, knüpfte er einen Kontakt nach dem anderen, verteilte dabei seine Visitenkarten und erklärte, die Rubrik, für die er verantwortlich sei, stehe der Veröffentlichung jeglicher Verbindung positiv gegenüber - auch solchen, die andere Zeitungen strikt ablehnten. Die homosexuelle Ehe war im Staat New York noch nicht erlaubt - ja weit davon entfernt 

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