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Modehaus Haynbach - Tage voller Hoffnung von Winter, Elaine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2020
  • Verlag: beHEARTBEAT
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Modehaus Haynbach - Tage voller Hoffnung

Süddeutschland, 1922: Die junge Näherin Claire verliebt sich in den adligen Helmut von Haynbach. Zunächst treffen sich die beiden nur heimlich, denn seit Langem steht fest, dass er Hilda von Bilgenstein heiraten soll. Doch ihre Gefühle werden immer stärker und Helmut beschließt, die Verlobung mit Hilda zu lösen. Gegen den Willen seiner Familie heiraten Claire und Helmut - und das junge Glück wird auf eine harte Probe gestellt: Die von Haynbachs verstoßen ihren Sohn und seine nicht standesgemäße Ehefrau. Das junge Paar weiß nicht wohin und die Geburt des ersten Kindes rückt näher. Verzweifelt muss Claire erkennen, dass ihr geliebter Mann trotz aller Bemühungen seinen Schwur nicht einhalten kann, die kleine Familie zu ernähren. Niemand traut dem Sohn eines Grafen harte Arbeit zu. Wird die Liebe der beiden diese schwere Zeit überstehen? eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.

Elaine Winter ist ein Pseudonym der Autorin Ira Severin, die schon als Kind gerne Geschichten erfunden hat. Sie studierte Germanistik und Anglistik, probierte sich in verschiedenen Jobs in der Medienbranche aus und kehrte bald zum Geschichten erfinden zurück. Inzwischen ist sie seit mehr als zwanzig Jahren Autorin und hat den Spaß am Erdenken schicksalhafter Wendungen und romantischer Begegnungen bis heute nicht verloren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 01.03.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732570614
    Verlag: beHEARTBEAT
    Größe: 2352 kBytes
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Modehaus Haynbach - Tage voller Hoffnung

1

Herrenhaus Bilgenstein, Ende März 1922

»Hast du ihren heimtückischen Blick gesehen?« Magda machte sich nicht die Mühe, ihre Stimme zu senken, während sie nach der Blechkanne griff, um sich Kaffee einzugießen. Natürlich war es kein echter Bohnenkaffee. Dieser war knapp vier Jahre nach Ende des Krieges immer noch viel zu teuer, um ihn den Dienstboten zuzugestehen. Als Kaffee-Ersatz bekamen sie ein Gebräu aus gerösteten Getreidekörnern und Zichorienwurzeln, das sie »Muckefuck« nannten. Eine große Blechkanne davon stand in der Gesindestube stets auf der Ofenplatte.

Claire tat, als hätte sie nichts gehört, und beugte sich tiefer über ihre Arbeit, damit die beiden Frauen ihre brennenden Wangen nicht bemerkten.

»Ich finde, sie guckt ... normal.« Die Stimme des Stubenmädchens, dessen Namen Claire nicht kannte, klang unbehaglich. Offenbar hatte sie wenigstens ein schlechtes Gewissen, in Gegenwart der Fremden schlecht über sie zu reden.

»Sie ist Französin!«, schnaubte die Zofe der Baroness Hilda von Bilgenstein. »Ich begreife nicht, wie die Gnädigste zulassen konnte, dass Erbfeinde ins Haus kommen. Aus ihrer Verwandtschaft mag ja im Krieg niemand von den Franzosen umgebracht worden sein, aber es gibt Familien, die haben zwei oder drei Söhne verloren. Dahingemetzelt von Franzmännern!« Magda wurde immer lauter.

»Das waren ja nicht nur die Franzosen«, versuchte das Stubenmädchen, sie zu beruhigen. »Ich hab gehört, dass der gnädige Herr die französische Schneiderin nicht gern im Haus haben wollte. Der Baron hat gesagt, er findet das nicht gut, wegen Elsass-Lothringen und so. Aber die Gnädigste hat sich auf die Seite ihrer Tochter gestellt. Weil es doch heißt, Louise Lefevre näht die allerschönsten Kleider. Und die Baroness möchte nun mal das schönste Hochzeitskleid haben, das sie bekommen kann. Französische Mode war ja schon vor dem Krieg ...«

»Französische Mode - dass ich nicht lache!«, unterbrach Magda die schüchternen Erklärungsversuche des Stubenmädchens. »Ich hab Angst, im Schlaf ermordet zu werden, wenn die beiden französischen Hexen oben in der Mansarde nur drei Kammern entfernt von mir schlafen! Letzte Nacht hab ich die Kommode von innen vor meine Tür geschoben. Das solltest du auch machen, Grete.«

Claire schnappte erschrocken nach Luft. Sie hatte natürlich gewusst, dass Franzosen und Deutsche seit Jahrhunderten nicht gerade die besten Freunde waren. Das hatte nicht erst mit dem letzten Krieg angefangen.

Dennoch war im vergangenen Jahr die erste Anfrage von der deutschen Seite der Grenze, aus der Republik Baden, gekommen. Und zwar von Amanda von Schliefenberg, einer der ungefähr hunderttausend Vieux-Allemands, der »Alt-Deutschen«. Sie waren aus dem Elsass ausgewiesen worden, als nach Kriegsende die französischen Truppen im November 1918 unter dem Jubel des größten Teils der Bevölkerung in Elsass-Lothringen eingezogen waren. Die Baronin hatte in ihrer alten Heimat Louise Lefevres Schneiderkunst kennengelernt und sie in ihr Herrenhaus in der Nähe des kleinen badischen Ortes Berghaupten gebeten, um sich von ihr ein Abendkleid nähen zu lassen.

Seitdem bekamen sie immer wieder Anfragen und Aufträge aus Deutschland. Claire hatte ihre Mutter Louise schon auf rund ein halbes Dutzend Landsitze, Gutshäuser und Schlösser in Baden begleitet, um ihr bei der Arbeit an ihren aufwendigen Kleidern zu helfen. Es fühlte sich gar nicht an, als würden sie ins Ausland reisen. Claire und ihre Mutter sprachen ebenso gut Deutsch wie Französisch, wenn sie sich auch als Französinnen fühlten. Schließlich hatte Louise seit ihrer Geburt unter deutscher Herrschaft gelebt. Ihre Heimat war bereits 1871 im Deutsch-französischen Krieg an Deutschland gefallen.

Claire hatte früh angefangen, ihre Mutter bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Mit ihren geschickten kleinen Händen hatte sie schon als Zehnjährige

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