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Mord im Badehaus Historischer Roman von Schacht, Andrea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.02.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Mord im Badehaus

Mord im mittelalterlichen Köln - Fährmannstochter Myntha ermittelt wieder. Die Bademagd Molly war allseits beliebt - besonders bei Männern, denn sie geizte nicht mit ihrer Gunst -, aber nun ist sie tot. Ermordet! Myntha, die Tochter des Fährmanns von Mülheim, ist entsetzt, als ihre Brüder ihr diese Nachricht bringen. Verdächtige gibt es genug: zum Beispiel den Pfarrer, der Mollys Dienste gerne genossen hatte, oder der Hauptmann der Wache. Doch als Myntha klar wird, dass auch ihre beiden Brüder die schreckliche Tat begangen haben könnten, ermittelt sie auf eigene Faust - und stößt auf ein tragisches Schicksal und einen verzweifelten Täter ... Andrea Schacht (1956 - 2017) war lange Jahre als Wirtschaftsingenieurin und Unternehmensberaterin tätig, hat dann jedoch ihren seit Jugendtagen gehegten Traum verwirklicht, Schriftstellerin zu werden. Ihre historischen Romane um die scharfzüngige Kölner Begine Almut Bossart gewannen auf Anhieb die Herzen von Lesern und Buchhändlern. Mit "Die elfte Jungfrau" kletterte Andrea Schacht erstmals auf die SPIEGEL-Bestsellerliste, die sie auch danach mit vielen weiteren Romanen eroberte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 19.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641195137
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 1277 kBytes
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Mord im Badehaus

4. Kapitel

D er Regen hatte nachgelassen, und das Unkraut spross wild zwischen den Reihen von Rettich, Möhren und Lauch. Lore hatte Myntha dazu verdonnert, ihm den Garaus zu machen. Also kniete sie auf einer Holzkiste im Matsch und riss büschelweise Gras, Löwenzahn und Mieren aus dem Boden.

Gerne tat sie es nicht, ihre Finger waren klamm und nass geworden, die Knie taten ihr weh, und auch der Rücken schmerzte beim Aufstehen. Aber sie hatte schon fast das ganze Beet bearbeitet, als sie Lores Ruf hörte.

Ächzend erhob sie sich.

"Noch mehr Höllenqualen?"

"Nein, ein Besucher. Kommt rein, aber wascht Euch zuvor die Matschpfoten."

Diesem Befehl folgte Myntha an der Tränke und betrat dann das Haus.

"Wer ist es?"

"Bader Juppes. Er will mit dem Fährmeister sprechen."

"Der liegt im Bett und träumt von den Nixen."

"Ich weiß, deshalb habe ich ihn in die Stube gebracht und ihm gesagt, dass die Fährmannstochter sich sogleich seinem Anliegen widmen würde. Gebt mir Eure Schürze und richtet Euer Kopftuch."

Myntha schob die vorwitzigen Locken unter das weiße Leinen und strich den Rock glatt. Dass er einen feuchten Saum hatte, konnte sie jetzt nicht ändern.

"Gut, dann höre ich mal, was mir der Bader zu sagen hat."

Der wollte ihr jedoch gar nichts verraten.

"Ich muss mit Reemt sprechen, Jungfer. Es ist eine Angelegenheit unter Männern."

"Aha. Nur liegt mein Vater bedauerlicherweise im Fieberschlaf und darf nicht gestört werden."

"Er ist krank? Was hat der Fährmeister?"

"Die kalte Lunge hat ihn erwischt. Er hustet furchtbar, wenn er wach ist."

"Dampfbäder können hilfreich sein."

"Sicher, aber er ist zu schwach, um ins Schwitzbad zu gehen."

Bader Juppes, ein untersetzter Mann mit Armen wie Streitkolben, fuhr sich mit den Händen durch das Gesicht.

"Was ist mit Euren Brüdern, Jungfer?"

"Die arbeiten an der Fähre. Um was geht es denn überhaupt, Meister Juppes?"

"Eine Männersache."

"Im Augenblick sind nun mal keine Männer hier. Aber ich habe den Eindruck, es ist etwas Wichtiges, was Euch umtreibt. Vielleicht kann ich helfen?"

"Männersachen, nichts für Jungfern."

"Meister Juppes, ich weiß, wie es in der Welt zugeht. Ich bin mit zwei Brüdern aufgewachsen - und dass sie Euer Badehaus nicht nur aufsuchen, um in der Bütt zu sitzen, weiß ich auch."

Bader Juppes wurde dunkelrot und rutschte auf der Bank hin und her.

Ein böser Verdacht kam Myntha in den Sinn.

"Ist etwas mit Molly? Hat jemand ihr etwas angetan?"

"Ihr solltet gar nicht wissen, dass es Molly gibt."

"So ein Quatsch. Ich habe Euer Badehaus auch schon aufgesucht, und sie hat mir die Haare gewaschen. Ihre Plaudereien fand ich sehr unterhaltsam. Was ist mit ihr? Hat es Ärger gegeben? Ist sie verletzt worden?"

Meister Juppes rang die Hände.

"Nun sagt doch schon, du lieber Himmel. Ich bin kein einfältiges Jüngferchen. Und von Männersachen habe ich auch schon gehört. Ich bin jeden Abend hier in der Gaststube und höre, was die Männer so erzählen. Das dürfte sich nicht sehr von dem unterscheiden, worüber sie bei Euch sprechen. Und dass Molly sich gerne ein paar Münzen dazuverdient, weiß ich auch. Sogar, dass mein Vater von jeher Trost bei ihr sucht. Also?"

"Das geht nicht, Jungfer Myntha."

"Doch, es geht. Was ist mit Molly?"

Wieder fuhr sich der Bader durch das Gesicht und stöhnte. Dann flüsterte er: "Sie ist tot."

"Sankta Maria. Sie war doch ein Weib in den besten Jahren. Was ist geschehen?"

"Ich habe sie im Schwitzraum gefunden. Gestern Abend. Sie saß einfach da. Und dann sah ich es - die dunklen Male an ihrem Hals. Jemand hat sie erwürgt. Im Schwitzraum."

Myntha nahm die Hände von Bader Juppes. Sie zitterten.

"Mein Gott, Meister Juppes. Das ist ja entsetzlich. Aber Ihr habt recht daran getan herzukommen

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