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Mr. Doubler und die Kunst der Kartoffel Roman Neuerscheinung 2019 von Glaister, Seni (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2019
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
11,99 €
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Mr. Doubler und die Kunst der Kartoffel

"Ein Buch, das amüsant und traurig zugleich ist und das man langsam lesen sollte, um all das, was zwischen den Zeilen steht, nicht zu übersehen." Schweizer Familie Es mag dickere Kartoffeln geben als die von Mr. Doubler, aber es gibt keine besseren. Seit zehn Jahren hat der englische Bauer seine Farm hoch auf einem Hügel nicht verlassen und sich ausschließlich dem Kartoffelanbau verschrieben. Während sich die Welt um ihn herum immer schneller dreht, schätzt der Eigenbrötler den Wert von einfacher Arbeit und Abgeschiedenheit. Die Einzige, die mit seiner schrulligen Art umzugehen weiß, ist seine Haushälterin Mrs. Millwood. Doch als diese irgendwann nicht mehr den Weg auf seinen Hügel findet, muss Mr. Doubler wohl oder übel hinuntersteigen und sich dem Leben stellen ... "Im Stile von Büchern wie "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" liefert Glaister eine philosophische Geschichte über die Liebe, die Freundschaft – und die Kartoffel als Sinnbild für ein lebenswertes Leben." Oranienburger Generalanzeiger
"Herzliche Geschichte über Freundschaft, die Angst vor Veränderung und den geliebten Erdapfel." Lift Stuttgart
"Eine unterhaltsame Lektüre mit viel britischem Flair." GartenRadio FM
Seni Glaister arbeitet seit 30 Jahren in der Buchbranche. Ihre wenige Freizeit verbringt die Mutter von vier Kindern damit, Schweine und Rinder aufzuziehen, Berge zu besteigen, Wein anzubauen und zu schreiben. Momentan plant sie eine Wanderung zum Südpol.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 01.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959678186
    Verlag: HarperCollins
    Originaltitel: Doubler
    Größe: 1749 kBytes
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Mr. Doubler und die Kunst der Kartoffel

KAPITEL 3

Während Mrs. Millwood geschäftig in der Küche herumwuselte, eine Kanne Tee kochte und auf dem nun aufgeräumten Küchentisch für zwei Personen deckte, bereitete Doubler sein Essen zu. Aus dem Dunkel der Speisekammer holte er einige Schalotten, die er zwischen Daumen und Zeigefinger auf ihre Festigkeit prüfte - selbst nach all den Monaten waren sie immer noch nicht weich geworden.

"Ihren Verwandten, den Zwiebeln, haushoch überlegen", verkündete er an Mrs. Millwood gewandt, die zusah, wie er das Gemüse in winzige Würfel hackte. Er konnte ihren misstrauischen Blick förmlich spüren. "Sehen Sie sich das an! Was für eine Freude!" Die Stücke glänzten perlmuttweiß und gaben knackig unter seinem Messer nach. Er gab sie in eine Pfanne und dünstete sie nur wenige Sekunden in Butter an, ehe er die vorgekochten Kartoffeln hinzufügte, die er geschickt mit dem Rücken einer Gabel zerdrückte. "Nicht pürieren, ganz wichtig, nur zerdrücken", beantwortete er munter die stumme Frage.

Mit zwei kräftigen Drehungen der Mühle gab er schwarzen Pfeffer darüber, ehe er den dampfenden Teller zum Tisch trug.

Mrs. Millwood öffnete den Deckel ihrer Tupperdose und nahm die mitgebrachten Sandwiches heraus, die sie sich jeden Tag überraschend abwechslungsreich zubereitete.

"Was Ihnen da drauf jetzt noch fehlt, Mr. Doubler" - sie deutete mit dem Kopf auf seinen Teller - "ist eine schöne Scheibe geschmolzener Cheddar."

"Cheddar? Geschmolzen? Gütiger Himmel, nein, Mrs. Millwood. Warum, um alles in der Welt, sollte ich das tun?"

"Na, für ein bisschen Geschmack. Oder wegen der Vitamine. Man kann nicht allein von Kartoffeln leben." Sie wusste genau, wie provokativ ihre Aussage war, und doch handelte es sich dabei nicht um eine absichtliche Provokation, sondern um echte, lang währende Sorge um Doublers Ernährungsgewohnheiten.

"Ach, Mrs. Millwood. Muss ich Ihnen wirklich einen Vortrag über die positiven Eigenschaften der britischen Kartoffel halten? Sie wissen genauso gut wie ich, dass Kartoffeln täglich pro Hektar Land mehr Eiweiß liefern als Reis oder Weizen."

"Aber ich werde keinen Acker voller Kartoffeln essen, Mr. Doubler. Ich will einfach nur etwas Leckeres zu Mittag. Lecker und gesund."

"Jetzt fangen Sie mir nicht mit gesund an! Die biologische Wertigkeit von Kartoffeleiweiß ist höher als die von Weizen, Mais, Erbsen oder Bohnen. Kartoffeln sind genauso gesund wie Milch, und niemand würde deren Vorzüge anzweifeln, habe ich recht?"

"Ich bin mir der gesundheitsförderlichen Eigenschaften der britischen Kartoffel sehr wohl bewusst." Das stimmte in der Tat. Erst am Abend zuvor hatte sie die Damen in ihrem Strickkreis darüber aufgeklärt. Diese waren durchaus überrascht gewesen - nicht nur über die Informationen an sich, sondern über die Tiefe von Mrs. Millwoods Wissen und die leidenschaftliche Überzeugungskraft ihres Vortrags. "Aber etwas geschmolzener Cheddar als Würze würde trotzdem nicht schaden."

Doubler ließ die Gabel sinken und bedachte sein Gegenüber mit einem strengen Blick. "Mrs. Millwood. Hitze ist mit Abstand das Schlimmste, was Sie einem Cheddarkäse antun können. Es würde lediglich dazu führen, dass das Öl herausläuft und der Geschmack zerstört wird. Wenn man sich schon die Mühe macht, einen anständigen Cheddar herzustellen, dann sollte man diesen nur auf eine einzige Art und Weise genießen." An diesem Punkt seiner Ausführungen stand er auf, ging in die Speisekammer und kam mit einem großen Paket zurück, das fest in Wachspapier eingewickelt und verschnürt war.

"Ich werde es Ihnen zeigen." Er gestikulierte übertrieben und ließ sein Publikum dabei nie aus den Augen. "Servieren Sie Cheddar auf Holz. Nicht auf Keramik oder Porzellan. Regel Nummer eins", erklärte er nachdrücklich und legte den verpackten Cheddar auf ein hölzernes Schneidbrett. "Die natürlichen Öle und der Geschmack im Holz werden vom Käse aufgenommen und verleihen ih

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