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Nächte der Liebe - Tage der Sehnsucht von Kenny, Janette (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.05.2016
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Nächte der Liebe - Tage der Sehnsucht

Miguel ist reich, sehr reich sogar - wenn er etwas haben will, bekommt er es auch. Nur das, was er sich am meisten wünscht, ist unerreichbar: Die Liebe seiner Frau Allegra kann er nicht kaufen. Eine bittere Lektion, die Miguel unter der Sonne Mexikos lernen muss ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 26.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733768751
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 642 kBytes
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Nächte der Liebe - Tage der Sehnsucht

1. KAPITEL

Ihre Fingerknöchel traten weiß hervor, als Allegra sich zwang, den Knauf an der Tür zu ihrer Vergangenheit zu drehen. Bis vor einem Monat hatte sie sich an nichts, was sich in den letzten fünf Monaten ihres Lebens ereignet hatte, erinnert. Und noch immer lag vieles hinter einer dunstigen Nebelwand. Doch die Erinnerungen, die jetzt zurückgekommen waren, standen so klar vor ihr, dass es sie schier umbrachte.

Ihr Baby war tot. Ihr Mann, den sie über alles liebte, hatte sich seit dem Tag ihres Unfalls nicht nach ihr erkundigt. Es war, als wäre sie an jenem Tag ebenfalls gestorben. Und tatsächlich wünschte sie, es wäre so. Denn sie hatte den Unfall verursacht.

"Miguel hat dich nicht verdient." Wie oft hatte ihr Onkel das gesagt! "Lass dich von ihm scheiden."

Bei dem Gedanken an Scheidung wurde ihr jedes Mal übel, dennoch konnte sie mit ihrem Leben nicht weitermachen, solange sie nicht den Schlussstrich unter ihre zerrüttete Ehe gesetzt hatte. Auch musste es ihr irgendwie gelingen, den Tod ihrer Tochter zu verarbeiten. Am besten sie durchtrennte alle Bindungen zu dem vielversprechenden Leben, das vor einiger Zeit in Cancún angefangen hatte. Und sie musste es an Ort und Stelle tun.

Allegra atmete noch einmal tief durch und betrat das Strandhaus, wo die Liebe zwischen ihr und Miguel aufgeblüht war. Sie hatte geglaubt, für diesen Moment gewappnet zu sein. Doch sie hatte sich geirrt. Beim Blick ins Innere des Hauses begann ihr Puls zu rasen, und ihre Nerven wollten reißen, denn plötzlich hatte sie das Gefühl, nach einer langen, anstrengenden Reise nach Hause gekommen zu sein.

Lauf!, hallte es in ihrem Kopf. Kehre zurück nach England, zu dem ruhigen Leben, das du dort führst. Lauf fort von der lo ckenden Versuchung, sich zum ersten Mal seit Langem wieder lebendig zu fühlen .

Doch entschlossen ignorierte sie die Stimme und betrat den Eingangsbereich, wie sie es unzählige Male vorher getan hatte. Vorab hatte Allegra die Haushälterin über ihre Ankunft informiert, und die gute Frau musste herbeigeeilt sein und das Haus auf Vordermann gebracht haben. Es sah viel zu einladend aus für ein Haus, das von Trauer erfüllt sein sollte. Alles wirkte, als wäre Allegra schnell einkaufen gewesen und soeben zurückgekommen. Könnte es doch nur wahr sein ...

"Señora, wo soll ich Ihr Gepäck hinstellen?"

"Oben in das Schlafzimmer auf der Meerseite." Sie würde es nicht über sich bringen, das Hauptschlafzimmer zu betreten.

Wie sie es auch nicht fertigbringen würde, Miguel je zu vergessen.

Der Fahrer schleppte ihre Koffer die Treppe empor und war gleich darauf wieder zurück. Allegra bezahlte ihn für die Fahrt und legte noch ein großzügiges Trinkgeld hinzu.

" Gracias, Señora." Er lächelte mit einer Herzlichkeit, die Allegra einst als selbstverständlich angesehen hatte.

Sie hatte vieles für selbstverständlich gehalten. Hieß es nicht, man lernte die Dinge erst zu schätzen, wenn man sie nicht mehr besaß?

Mit einem Schlag übermannte sie das Gefühl von Verlust, und sie hörte wieder die Warnung der Ärzte, sie sei noch nicht kräftig genug. Doch Allegra hasste diese Unsicherheit, hasste das schwarze Loch in ihrer Erinnerung.

Energisch unterdrückte sie den Impuls, den Fahrer anzuflehen, sie mit zurück zum Flughafen zu nehmen, schloss hinter ihm die Tür und lehnte die Stirn an das kühle Holz.

Ein Schlussstrich. Die Tür zur Vergangenheit musste sie ebenfalls schließen, damit sie endlich Frieden fand. Und wo könnte sie das besser tun als in ihrem Strandhaus?

Allegra ging zu der Schatten spendenden palapa , unter der sie so oft gesessen und den Anblick der kleinen abgeschiedenen Bucht genossen hatte. Flache Stufen führten hinunter an den weißen Strand, und als sie vor zwei Jahren hergekommen war, hatte sie sich spontan in diesen Ort verliebt.

Wenn sie die Augen schloss, s

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