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Narziss - verbrannte Erde von Claus, Andy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.09.2014
  • Verlag: Himmelstürmer Verlag
eBook (PDF)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Narziss - verbrannte Erde

Nicolas von Sydow ist 32 Jahre alt. Mit sieben Geschwistern in einem sozialen Brennpunkt Hamburgs aufgewachsen, hat er nur zwei Ziele - sein eigenes Wohlergehen und Geld. Um diese Ziele zu erreichen, geht er schon lange stur seinen Weg und wurde schon oft narzisstisch oder sogar soziopathisch genannt. Für ihn selbst steht jedoch fest, er hat lediglich einen unbeugsamen Charakter und weiß, was er will und wie er es bekommt. Mit seiner überdurchschnittlichen Attraktivität und Intelligenz, der Fähigkeit zur Beeinflussung von Menschen, ein wenig krimineller Energie und absoluter Gleichgültigkeit den Gefühlen anderer gegenüber kam er bisher einigermaßen durch. Jetzt jedoch ist seine wirklich ersehnte, große Chance gekommen, denn Benjamin L'Arronge verliebt sich in ihn. Benji ist der Sohn eines reichen Industriellen, erst 22 und völlig arglos, was das Zwischenmenschliche angeht. Ein ideales Opfer auf Nicos Weg zu bequemem Reichtum und Prestige und er hat nicht vor, diese Gelegenheit ungenutzt verstreichen zu lassen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 259
    Erscheinungsdatum: 29.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863614171
    Verlag: Himmelstürmer Verlag
    Serie: Narziss Bd.1
    Größe: 848kBytes
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Narziss - verbrannte Erde

Es war ein Samstagabend, wie man ihn in einer sommerlichen Großstadt kennt. Köln leuchtete aus sich selbst heraus - Laternen, Fenster und Windlichter strahlten unter einem dunkelblauen Samthimmel, Tische und Stühle wirkten wie aus unzähligen Gaststätten auf die Straßen und Plätze gespült. Ein sanfter, warmer Wind trieb Stimmen und verschiedene Düfte vor sich her, umschmeichelte die Menschen, die ihr Wochenende genossen, aßen, tranken und lachten.

Einer hatte jedoch keinen Blick für diese sommerliche Leichtigkeit. Nicolas von Sydow lief über die Gehwege der südlichen Altstadt, schaute weder rechts noch links. Der 32jährige war auf der Jagd und steuerte auf eine weitere Schwulenkneipe zu. Bisher war er niemandem begegnet, der einen zweiten Blick wert gewesen wäre, deshalb nagte zu diesem Zeitpunkt der Frust bereits an ihm.

Er war jetzt einen knappen Monat in Köln und wusste eigentlich, wo er Gespielen für seine Nächte fand. Heute allerdings schien ihm das gewohnte Glück tatsächlich abhanden gekommen zu sein, interessante Gleichgesinnte liefen ihm einfach nicht über den Weg. So kam er dann bei der vierten Kneipe an diesem Abend an. Er bahnte sich einen Weg durch die Raucher vor der Tür der Gaststätte, wie überall schien dort mehr los zu sein als drinnen. Er ging trotzdem hinein, setzte sich an die Theke und bestellte ein Wasser. Er ließ seinen Blick durch den Raum schweifen, aber die Männer, die er kurz taxierte, passten alle nicht in sein Beuteschema. Hieß das, er musste heute Nacht allein bleiben und womöglich auch noch in seinem eigenen, schäbigen Apartment in Chorweiler übernachten?

Als er aufstand und in Richtung der Waschräume ging, folgte ihm so mancher Blick. Keiner der Männer interessierte ihn, deshalb übersah er sie schlicht. Später, während des Händewaschens, schaute er in den Spiegel. Das Neonlicht fiel kalt von der Decke und irgendetwas zwang ihn zur genaueren Betrachtung seines schmalen Gesichtes. Es gab einiges, was ihn dort immer mehr störte. Natürlich, er sah noch verteufelt gut aus und seine unterschiedlichen Augenfarben, links braun, rechts stahlblau und das ohne Kontaktlinsen, machten ihn zusätzlich interessant. Auch seine neue Frisur mit ausrasierten Seiten und dem dunkelbraunen, vollen Haaren oberhalb gefiel ihm. Dabei hatte er lange gezögert, seine einstmals schulterlange Mähne abschneiden zu lassen, musste das aber bisher nicht bereuen.

Trotzdem ... er studierte jeden Zentimeter und erkannte im unvorteilhaften Licht die feinen Linien auf der Stirn und an den Augen. Um den Mund begann sich sein Sarkasmus einzugraben, um irgendwann für alle sichtbar zu werden. Das würde sein Leben erschweren. Ein Dreitagebart sollte zumindest bei Letzterem übergangsweise Abhilfe schaffen, trotzdem musste er den Anfängen unbedingt trotzen, wenn er sein Gesicht nicht irgendwann vollständig mit Haaren abdecken wollte. Nur wie? Es sah zurzeit nicht so aus, als könne er sich ein Minilifting leisten. Aber er musste sich beeilen, verdammt noch mal! Aussehen und sexuelle Anziehung hielten nicht ewig und eigentlich verschwendete er schon viel zu viel Zeit mit unnützen, kleinen Gaunereien oder in betrügerischen Beziehungen. Sie halfen ihm zwar beim Überleben und einer seiner Freunde finanzierte ihm den Führerschein, aber das waren Almosen. An das große Geld war er durch diese Männer nicht herangekommen. So hatte er bisher mit kleinkriminellen Jobs lediglich für ein paar lumpige Euro Knast riskiert und sein außergewöhnliches Potential an Loser vergeudet. Das war sein Fazit, welches ihn jetzt plötzlich richtig sauer machte. Warum war er in diese zehnköpfige Assi - Familie hineingeboren worden? Dadurch hatte er nie die Möglichkeit bekommen, die richtigen Leute kennenzulernen. Es war nicht seine Schuld, dass man die Grenzen zur sogenannten guten Gesellschaft nicht so einfach durchbrach! Und hier in diesem Schuppen fand er mit Sicherheit auch keine Kerle, die es wert

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