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Narziss II - Zehn Jahre danach von Claus, Andy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.05.2015
  • Verlag: Himmelstürmer Verlag
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Narziss II - Zehn Jahre danach

Auch in der Fortsetzung von 'Narziss - Verbrannte Erde' geht es spannend weiter: Nicolas von Sydow ist inzwischen 42 Jahre alt. Er hat die letzten zehn Jahre an der Seite eines Drogenbosses in Italien verbracht. Ein Leben, das seinen narzisstischen Charakter nicht zum Besseren geformt hat. Er ist zur Zeitbombe geworden, in seiner Emotionslosigkeit gefährlicher als jemals zuvor. Wieder einmal muss er fliehen und kommt so zurück nach Deutschland, wo er sich ein Leben nach seinen Vorstellungen aufbaut. Dabei opfert er wie gewöhnlich seine Mitmenschen dem ihm eigenen Egoismus, benutzt sie als Mittel zum Zweck, um seine Ziele zu erreichen. Seine Vorgehensweise hat sich nicht geändert, noch immer ist er ein Meister darin, andere zu manipulieren und für seinen Vorteil zu benutzen. Aber Nico trifft auch auf Menschen aus seiner Vergangenheit und begreift zu spät, dass diese für ihn nicht mehr manipulierbar sind. Und schließlich gibt es da noch den vierundzwanzigjährigen Florian, ein attraktives Model, den er einfach nicht in den Griff bekommt. Den widerspenstigen Florian zu zähmen, weckt Nicos Ehrgeiz und am Ende steht die Frage, wer nun wen beherrscht und warum.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 360
    Erscheinungsdatum: 14.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863614447
    Verlag: Himmelstürmer Verlag
    Serie: Narziss Bd.2
    Größe: 1130kBytes
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Narziss II - Zehn Jahre danach

Kapitel 1

Zehn Jahre danach

Nico öffnete die Augen und sofort war das Gefühl des Ausgebranntseins da. Ohne Lust und nur widerwillig setzte er sich müde auf, sein erster Blick fiel aus dem Fenster auf die Adria. Sanfte, dunkelblau schimmernde Wellen, in der Sonne leuchtende, weiße Yachten und ein Touch von Urlaub. Aber letzteres hatte er sich schon lange abgeschminkt. Was er hier tat, hatte nichts mit Erholung und Ruhe zu tun.

Zehn Jahre war er nun hier in Italien, als Partner eines albanischen Drogenbosses kannte er endlich keine Geldprobleme mehr und lebte sozusagen im Paradies. Das sah allerdings nur von außen so aus, in Wirklichkeit fraß dieses Leben an ihm. Er stand ständig mit dem Rücken zur Wand, hatte sich damit arrangiert, Fatos Laufbursche und teilweise Vollstrecker von Repressalien zu sein. Nicht, dass ihm die Machtausübung auf Schwächere gegen den Strich gegangen wäre. Im Gegenteil, er genoss es, seine Autorität zu demonstrieren, die auf dem Respekt und der Angst vor seinem Freund basierte. Aber die Jahre hatten seine Einstellung verändert. Zwar war er sich immer noch selbst der Nächste, aber dieses Leben nutzte seine Kräfte ab. Es fiel ihm jeden Tag schwerer, zum eigenen Vorteil gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Immer öfter kam die Frage auf, ob er wirklich so seine restliche Zeit verbringen wollte. Er war jetzt zweiundvierzig Jahre alt und wenn er an Fatos dachte, schob sich sofort wieder ein leidenschaftlicher Fluchtgedanke in den Vordergrund. Allerdings war das in dem Milieu nicht so einfach.

Bisher schaffte er es stets, sich selbst zu versichern, dass das Geld und der Status den Einsatz wert waren, aber mit den Jahren verlor er mehr und mehr die Motivation. Nicht zuletzt, weil seine Beziehung zu Fatos sich auf einer Ebene eingependelt hatte, auf der er psychologische und manchmal knallhart körperliche Opfer bringen musste - und das lag ihm gar nicht.

Fatos war schwerfällig, aber er ließ keinen Widerspruch zu. Seine Durchsetzungsmöglichkeiten erwiesen sich dabei als ebenso grob wie effektiv, was Nico nach vielen Kämpfen letztendlich hasserfüllt duldete, aber niemals akzeptierte. Deswegen trat etwas ein, das er in seinem Leben vorher noch nie auf sich genommen hatte. Es gab Dinge, bei denen er sich unterordnen und zurückstecken musste. Er tat es, weil die Konsequenz daraus auch Vorteile für ihn waren. Er füllte eigene Konten mit dem Geld, welches für ihn abfiel und ließ seine Wut auf Fatos an Menschen aus, die sich nicht wehrten.

Nico stand auf, nackt wie er war ging er an das große Fenster und schaute hinaus. Scheißsonne - sie blendete ihn und sein Gemüt. Er fühlte sich noch immer fremd in dem italienischen Ort Roca Vecchia auf der Halbinsel Salento, die im Südosten des Landes lag. Nur ungefähr 90 Meilen trennte das Meer sie von Albanien, von wo aus sie Cannabis importierten und dabei immer auf den Hut vor Entdeckung sein mussten. Fatos schmierte zwar die richtigen Stellen, aber dennoch war nicht auszuschließen, dass sie erwischt wurden. Auch wenn der Verkauf der Droge größtenteils nicht behindert wurde, bestand immer die Gefahr, dass ein Exempel statuiert werden musste, um die Öffentlichkeit zu beruhigen. Die Verstrickung italienischer Mafiabosse und albanischer Politiker durfte nicht allzu offensichtlich werden und so gab es von Zeit zu Zeit immer mal wieder Beschlagnahmungen und Verhaftungen.

Nico schaute auf das Bett, das trotz seiner Größe in dem riesigen, sonnendurchfluteten Raum klein wirkte und ging Richtung Bad. Wenigstens gab es inzwischen getrennte Schlafzimmer. Er grinste bitter. Fatos kam dennoch zu ihm, wann immer es ihm in den Kram passte. Das zu ertragen wurde für Nico von Mal zu Mal schwieriger, aber noch sah er diesen Nutzen für sich und machte mit. Beim Sex genau wie bei anderen Dingen. Zumindest im Bett waren Fatos Wünsche in den letzten Jahren weniger geworden, er umgab sich gern mit jungen Italienern, die wöchen

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