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Neuanfang auf Italienisch Roman von Kühne, Evelyn (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.05.2017
  • Verlag: Forever
eBook (ePUB)
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Neuanfang auf Italienisch

Was tun, wenn der eigene Mann von der Dienstreise nicht nur schmutzige Wäsche, sondern auch seine Geliebte mitbringt? Lene, 45 Jahre und Romantikerin, sieht sich plötzlich dieser Situation gegenüber. Sie entscheidet sich wie die Heldinnen aus ihren Liebesromanen für einen klaren Schlussstrich. Nach gewissen Startproblemen bei ihrem Neuanfang nimmt Lene sich eine Auszeit am malerischen Gardasee. Dort lernt sie nicht nur den charmanten Italiener Stefano kennen, sondern auch den gutmütigen Witwer Bastian. Beide Männer machen ihr Avancen. Und als dann auch noch zwielichtige Gestalten hinter ihr und einem mysteriösen Schmuckstück her sind, hat Lene plötzlich mehr Abwechslung, als ihr lieb ist. Evelyn Kühne wurde 1970 in Radebeul geboren. Schon immer galt ihre ganze Leidenschaft den Büchern. Beruflich ging sie jedoch erst einmal andere Wege und arbeitete unter anderem als Verkäuferin. Viele Jahre später, nachdem sie eine Krebserkrankung überstanden hatte, traute sie sich erstmals mit ihren eigenen Geschichten an die Öffentlichkeit. Für sie war das Schreiben auch ein Stück Krankheitsbewältigung. Seitdem veröffentlichte sie mehrere Romane sowie das Kinderbuch "Die kühne Marie", welches sie zugunsten krebskranker Kinder schrieb. Sie lebt heute mit Mann und Tieren in der Nähe von Meißen und schreibt am liebsten Krimis und Liebesromane über starke Frauen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 01.05.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958181861
    Verlag: Forever
    Größe: 2981 kBytes
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Neuanfang auf Italienisch

1. Kapitel

"Frau Müller bitte!" Blechern ertönte die Stimme durch den Lautsprecher. Es schien, als würde sie von einem anderen Planeten und nicht aus dem Sprechzimmer nebenan kommen. Die aufgeforderte Dame erhob sich und schlich in Zeitlupe zur Tür. Mehrere Augenpaare folgten ihr und es schien, als wollten die Anderen sie mit ihren Blicken zu mehr Eile antreiben.

Lene saß genervt im Wartezimmer ihres Neurologen. Komisch - immer, wenn sie hier war, hatte sie das Gefühl, die Uhr tickte langsamer, die Zeit wollte einfach nicht vergehen. In Gedanken zählte sie die Personen durch, die noch vor ihr drankamen. Da war der dickliche Herr am Fenster, dessen Kopf direkt auf dem Oberkörper saß und der die ganze Zeit deprimiert zu Boden starrte. Seine Tränensäcke waren so riesig, dass sie fast bis auf seine Wangen zu hängen schienen. Dann die beiden Frauen neben der Tür. Eine von ihnen murmelte unablässig irgendwelche unverständlichen Dinge vor sich her, sie trug eine ziemlich seltsame Frisur - als hätte sie in eine Steckdose gegriffen. Alle Haare standen wild vom Kopf ab - wirr und genauso war auch ihr Blick. Die andere Patientin sah eigentlich ebenso normal aus wie Lene selbst. Wobei sie unsicher war, ob sie selbst normal aussah oder die Besuche hier schon auf sie abgefärbt hatten.

Drei Leute waren also noch vor ihr dran, ein Ende absehbar. Sie ließ ihre Blicke schweifen. Das gesamte Wartezimmer trug mit seiner tristen Ausgestaltung nicht im Geringsten dazu bei, dass man sich wohlfühlte. Na ja, vermutlich wollte das eh keiner. Die Wände waren in einem undefinierbaren Farbton gestrichen, der am ehesten in Richtung schlammgrau ging. Überall waren weiße Flecke, an denen die Farbe schon abgeplatzt war. Ihr gegenüber hing die langsam tickende Uhr, mit einer Aufschrift für irgendein Arzneimittel in ihrer Mitte. Die Möbel waren alt, abgenutzt und die Stühle derart unbequem, dass man einfach keine angenehme Sitzhaltung darauf fand. Jede Veränderung der Sitzposition wurde den anderen Wartenden mit einem lauten Knarren mitgeteilt. Der Blick aus dem Fenster ging auf einen Strauch unmittelbar davor. Er wucherte wild vor sich hin. Eigentlich war sie unsicher, ob es überhaupt ein Ziergewächs oder nur irgendwelches Unkraut war, welches sich ungehindert ausbreiten konnte. Draußen hatte es in der Zwischenzeit zu schneien begonnen, Schneeflocken schwebten langsam zu Boden. Eine landete an der Scheibe, rutschte langsam nach unten und wurde dabei immer kleiner. Dieser Tag war düster, dunkel - einfach zum im Bett bleiben.

Der dickliche Herr schlug seine Beine übereinander und das dadurch hervorgerufene Stuhlknarren holte Lene aus ihren Gedanken. Hierher, in diese Praxis, kamen Menschen, die mit sich oder ihrem Umfeld nicht zurechtkamen. Und nun gehörte sie auch zu dieser Gruppe. Wie hasste sie diese Besuche. Wenn ihr früher jemand gesagt hätte, dass sie eines Tages zu einem Nervenarzt gehen würde, so hätte sie denjenigen für verrückt erklärt. Sie - die sich immer alleine aus jedem Schlamassel holte und die Sorgen einfach weglachte.

Doch vor nunmehr zwei Jahren war ihre kleine heile Welt zusammengebrochen. Dieser Zusammenbruch kam ganz plötzlich und hatte sogar einen Namen, er hieß Kanita. Kanita war sozusagen ein Reisemitbringsel ihres Mannes Thomas, aus Thailand. Er war als Mitarbeiter für einen Motorenhersteller tätig und bereiste in seiner Funktion den halben Globus. Man konnte es auch so sagen: Über die Hälfte des Jahres gondelte ihr Mann irgendwo in der Weltgeschichte rum. Thomas war 45, also drei Jahre älter als sie, groß, schlank, mit einem leichten Bauchansatz, die meisten Menschen überragte er. Dennoch war er nichtssagend, das dachte sie immer wieder. Dunkle Haare, kurz geschnitten, wässrige Augen, Gesichtszüge, die sich niemandem einprägten, nur wenige Falten, nicht mal Lachfalten. Für einen Phantombildzeichner war er sicher der absolute Horror, ohne irgendeine Eigenheit an sich. E

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