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Never Loved Before Roman von Murphy, Monica (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.06.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Never Loved Before

Ich habe mein Leben für sie riskiert, darf mich aber nicht zu erkennen geben ...
Vor langer Zeit, als ich fünfzehn und eine komplett andere Person war, habe ich einem Mädchen das Leben gerettet. Ich habe nur ein paar Stunden mit ihr verbracht, aber irgendwie entstand eine Verbindung - und seitdem war ich nicht mehr derselbe. Niemand versteht, was wir durchgemacht haben. Niemand weiß, was es bedeutet, wir zu sein. Wir haben überlebt, aber ich fühle mich nicht, als ob ich richtig leben würde - bis jetzt. Acht Jahre später habe ich sie gefunden. Ich will, dass sie zu mir gehört. Aber sie wird mich für immer hassen, wenn sie herausfindet, wer ich wirklich bin.

Die New York Times-, USA Today- und internationale Bestseller-Autorin Monica Murphy stammt aus Kalifornien. Sie lebt dort im Hügelvorland unterhalb Yosemites, zusammen mit ihrem Ehemann und den drei Kindern. Sie ist ein absoluter Workaholic und liebt ihren Beruf. Wenn sie nicht gerade an ihren Texten arbeitet, liest sie oder verreist mit ihrer Familie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 11.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641221973
    Verlag: Heyne
    Serie: Never-Serie .1
    Originaltitel: Never Tear Us Apart
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Never Loved Before

Katherine

Gegenwart

Als ich vorhin das Interview geschaut und all die alten Fotos von mir gesehen habe, Bilder vom Tatort, von der Gerichtsverhandlung ... sind alle Erinnerungen zurückgekehrt. Eine nach der anderen sind sie über mich hergefallen, nachdem ich sie so viele Jahre lang ganz tief in meinem Gedächtnis verbannt hatte. Ein überwältigender Ansturm. Und das Ergebnis waren schließlich fürchterliche Kopfschmerzen.

Ich habe viele Geschichten gehört, wie das Gehirn Menschen beschützt, die ein traumatisches Erlebnis hatten, indem es die Erinnerung löscht. In der Grundschule wurde eine Klassenkameradin von einem Auto angefahren, flog fünfzehn Meter durch die Luft und erinnerte sich ...

... an nichts. An absolut gar nichts.

Wie sehr ich mir wünsche, mein Gehirn hätte mich vor den traumatischen Tagen beschützt, die ich durchmachen musste, indem es diese schrecklichen Erinnerungen abblockte, aber bei mir war es nicht so. Ich mag diese Erinnerungen nach Kräften verdrängt haben, doch sie sind immer da. Sie lauern auf mich. Sie warten nur darauf, zurückzukehren und mich heimzusuchen.

Heute Abend habe ich zum ersten Mal seit ... einer Ewigkeit an ihn gedacht. Und mit ihm meine ich nicht das böse Monster, den schrecklichen Mann.

Ich denke an den anderen. Den Sohn. William.

Will.

Während des Interviews brachte Lisa das Gespräch auf ihn und fragte, ob ich nach allem, was passiert sei, je Kontakt mit ihm gehabt habe.

Ich log.

Aber er hatte mir als Erster geschrieben, gleich nach meiner Rückkehr zu meiner Familie. Ein Brief in einer kaum lesbaren steilen Handschrift, schnell hingeschmierte Zeilen auf liniertem Papier. Schmerzerfüllte Worte, der Wunsch, dass es mir wieder besser gehen möge, die Hoffnung, dass ich mich erholt habe, und eine Entschuldigung.

Eine lange, von Herzen kommende Entschuldigung, für die er nicht den geringsten Grund hatte. Er war gut zu mir gewesen. Er hatte mich gerettet. Außerdem lag seinem Brief noch ein Geschenk bei - ein Armband, an dem ein Schutzengel hing.

Ich trug dieses Schmuckstück monatelang, es war der einzige Gegenstand, der mir ein Gefühl der Sicherheit vermittelte und mir half weiterzumachen. Anfangs schrieben wir uns wöchentlich, dann ein, zwei Mal im Monat. Gelegentlich schickten wir uns E-Mails, und als ich endlich ein eigenes Handy bekam, auch SMS. Aber irgendwann brach er den Kontakt zu mir ab.

Ich hatte das Armband, Wills Geschenk, seit Jahren nicht mehr getragen und bewahrte es in einer alten Schmuckdose auf. Doch am Abend, nachdem ich das Interview gesehen hatte, kramte ich es hervor, legte es an und ließ die Finger immer wieder über den Anhänger gleiten, damit er mir Kraft gab. Damit er mir Mut machte.

Lisa warf mir einen skeptischen Blick zu, als ich ihre Frage über Will verneinte, aber ich blieb dabei. Ich zuckte mit keiner Wimper. Nach einem langen Moment des Schweigens erklärte sie, sie selbst wisse auch nichts über ihn. Sie könne nur vermuten, dass er seinen Namen geändert und eine andere Identität angenommen habe. Dass er nun ein neues Leben führe.

Hoffentlich war das wirklich so. Die Alternative wollte ich mir gar nicht erst ausmalen. Was, wenn er sich genau wie sein Vater dem Verbrechen zugewandt hatte? Was, wenn er die Schuldgefühle nicht abschütteln konnte, der Sohn dieses furchtbaren Mannes zu sein? Was, wenn ... was, wenn er sich das Leben genommen hatte? Ich selbst hatte im Laufe der Jahre durchaus diese Versuchung verspürt. Gerade auch als ich noch jünger war und nicht wusste, wie ich mit allem fertigwerden sollte, gingen mir ständig Selbstmordgedanken durch den Kopf.

Aber ich machte weiter. Hielt durch. Und fand wieder zu mir selbst. Und Will? Hatte er es ebenfalls geschafft und einfach weitergemacht?

Während der Sendung streifte Lisa ihn nur ganz am Rande. Ein paar Anmerkungen hier und da - dabei

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