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New York City Boys von Hess, Scott A. (eBook)

  • Verlag: Bruno-Books
eBook (ePUB)
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New York City Boys

Als sich der Party-Kolumnist Neal und Drogendealer Dewalt in einer Schwulensauna verlieben, ist eines klar: Diese Beziehung zu führen wird schwieriger als die Suche nach dem perfekten Paar Skinny-Jeans. Typisch 'Bergdorf Boy', verbringt Neal die meiste Zeit in Luxus-Läden wie dem Bergdorf Goodman, wo er seine Kreditkarte heißlaufen lässt. Neben Shopping und Fotoshootings auf Fire Island ist das schwule Nachtleben New Yorks seine Welt. Hier jagt er mit seinen Freunden nicht nur den neuesten Designer-Stücken hinterher, sondern auch den Männern, die sie zur Schau tragen. Doch sein wachsender Erfolg und die Liebe zu Dewalt stellen sein Leben plötzlich von Grund auf in Frage ... Scott Alexander Hess bloggt neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit regelmäßig für die Huffington Post und schreibt unter anderem für das Genre Magazine und The Fix. Zuletzt erschien von ihm auf Deutsch der Roman 'Tagebuch eines Sexsüchtigen'. Scott Alexander Hess lebt in Manhattan.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959850414
    Verlag: Bruno-Books
    Größe: 823 kBytes
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New York City Boys

Kapitel 1

Die Männer in dem Porno forderten Neal dazu heraus, aufzugeben. Jedes Grunzen, jeder Schlag auf den Hintern, jedes rumänische Luststöhnen sagte ihm, dass er das Weite suchen sollte. Er war seit zehn Minuten auf der Palamos-Party - versteckt im Jade-Schlafzimmer, unter einer Nerzdecke. Dabei hatte es gut angefangen. Er hatte es in die Villa geschafft, selbstbewusst und bereit, sich unter die Leute zu mischen. Dann, als er aus der sengenden Sommerhitze in die klimaanlagengekühlte Eingangshalle getreten war, sah er Unmengen riesiger weißer Zähne, geschmeidige Körper, Laufstegmode, Champagnerflöten und schwatzende, höllisch scharfe Zungen, und gleich fühlte er sich wieder wie der letzte Hinterwäldler aus Missouri. Mit einem Mal kam er sich in dem hübschen Strickshirt mit der Ankerverzierung, für das er seine Kreditkarte bei Bergdorf Goodman überzogen hatte, vor, als wäre er frisch aus der letzten Saison eingetroffen. Er wollte schon auf dem Absatz kehrtmachen, als er den Jungen entdeckte.

Vermutlich gehörte er zum Personal. Er trug eine strahlend weiße Badehose, knapp geschnitten und hauteng. Kaum siebzehn, schätzte Neal. Der Junge hatte seinen Arsch auf die Kante eines langen Marmortisches gesetzt, ein Bein beiläufig über die Ecke drapiert, sodass man die weiche, haarlose Innenseite seiner Oberschenkel sehen konnte. Er ließ seine Beinmuskeln spielen, spreizte kaum merkbar die Beine. Der runde Saum seiner seidenen Badehose drückte sich in die Falte zwischen Becken und Schritt. Der Junge lachte, sein Lachen wandelte sich in ein Lächeln, als ein Kellner Neal einen rosafarbenen Cocktail anbot und im gleichen Moment die alte Klatschbase Trudy Pratte auf ihn zustürzte. Das war der Moment, in dem er in das Jade-Zimmer floh.

Oben, unter der Nerzdecke, versuchte Neal durchzuatmen. Durch die Nase einatmen, durch den Mund ausatmen. Auf dem Flachbildfernseher an der Wand sah er die rumänischen Pornodarsteller, stöhnend, ihn verhöhnend. Sex und Alkohol, die perfekte Kombination für ihn seit seiner Pubertät, hatten sich letztlich gegen ihn gewandt. Zwei Monate, nachdem Neal den Entzug verlassen hatte, hatte der schauerliche Rohzustand der Nüchternheit seine animalischen Triebe in ein ständig übersteuertes Chaos geworfen. Wenn er nicht gerade Joga machte oder bei Bergdorf Goodman shoppte, lief er mit einem Dauerständer durch die Gegend, als wäre er gerade vierzehn geworden. Leider brachte er keinen auch nur halbwegs charmanten Satz zustande ohne einen Cocktail, der ihm die Zunge ölte. Der bloße Anblick eines hübschen Jungen vom Personal hatte ihn in Panik versetzt. Er wollte von dieser Party verschwinden, aber er konnte seinen guten Freund Rowdy nicht im Stich lassen. Rowdy hatte wie ein Besessener daran gearbeitet, Neal den Redakteursposten beim Pop -Magazin zu verschaffen, der größten schwulen Wochenzeitschrift der Stadt, die seinem Partner Andreas Palamos gehörte. Es gehörte zu Neals Aufgaben, solchen Feiern beizuwohnen - und er war dringend auf diese Arbeit angewiesen. Er stand mit der Miete im Rückstand, die Kreditkartenabrechnungen mussten bezahlt werden, bald würde man ihm den Strom abstellen und er lehnte es strikt ab, seine Familie noch einmal um Hilfe zu bitten. Einatmen, ausatmen. Er befürchtete, gleich zu hyperventilieren. Durch die geschlossene Schlafzimmertür hörte er leise Stimmen, die von unten heraufdrangen. Er stellte sich vor, wie die Tür aufgerissen würde, wie die Stimmen sich auf ihn stürzen und ihn angreifen würden. Er hasste es, ständig so nervös zu sein, ohne dass ihn irgendetwas wieder beruhigen konnte - außer Sex.

Er lugte unter der Decke hervor und sah seinen Abglanz in einem Spiegel mit aufwendig gearbeitetem Blattgoldrahmen. Diesen Sommer würde er einunddreißig werden. Er machte sich Gedanken darüber, ob seine Augenringe tiefer wurden und ob er anfangen sollte, sich die Brauen zu zupfen, um zumindest einen optisch ausgleichenden Effekt zu

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