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Nicht nur eine Liebesgeschichte Roman von Jackson, Joshilyn (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.08.2015
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Nicht nur eine Liebesgeschichte

Sie weiß: Es ist Liebe. Doch er sieht das anders.

Eine Autobahntankstelle mitten in Georgia. Schon auf den ersten Blick fühlt sich Shandi zu William Ashe hingezogen. Als er dann auch noch sein Leben aufs Spiel setzt, um das ihres dreijährigen Sohnes zu retten, weiß sie, es ist Liebe. Das Schicksal hat sie zusammengeführt. Doch William hat mit einem schweren Verlust zu kämpfen: Vor genau einem Jahr ereignete sich ein schrecklicher Autounfall, der seine Familie zerstörte. Sind Shandi und William wirklich füreinander bestimmt?

Joshilyn Jackson hat bereits mehrere Romane veröffentlicht. Sie lebt mit ihrer Familie in Decatur, Georgia.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 21.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423426619
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Originaltitel: Someone Else's Love Story
    Größe: 912 kBytes
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Nicht nur eine Liebesgeschichte

Kapitel 1

Ich verliebte mich bei vorgehaltenem Revolver in William Ashe, in einem Circle-K-Markt. Es war ein Freitagnachmittag gegen Ende eines so unerhört heißen Sommers in Georgia, dass die Luft sich anfühlte wie gekocht, und wir beide starrten in den Lauf eines alten, rostigen . 32 ers, der uns allerdings genauso mausetot schießen konnte wie eine hübschere Waffe.

Ich hatte damals nicht das Gefühl, in einer Liebesgeschichte gelandet zu sein - eher in einem Albtraum. Liebesgeschichten fangen mit einem Kuss oder einer witzigen ersten Begegnung an, nicht damit, dass in einem Tankstellenshop ein Mensch angeschossen wird. Also, eigentlich sogar zwei, zuerst hatte ja die Polizistin eine Kugel abbekommen.

Aber da standen wir, William reglos wie ein Stein in einem Teich, ich mit einer grünen Colaflasche in der Hand und so heftig zitternd, dass es an einen epileptischen Anfall grenzte. Das schwarze Auge des Revolvers hielt uns beide in seinem Bann. Doch siebzehn Sekunden später war ich, ohne auch nur seinen Namen zu kennen, abgrundtief und haltlos in William verliebt.

So etwas wie ein Engelchen hatte ich nie auf der rechten Schulter sitzen; mein Begleiter war von Geburt an ein Teufelchen mit Zackenschwanz, das auf meinem Nacken hin- und herhüpfte, um mir in beide Ohren flüstern zu können. Ich hatte keine Fee zur Patin, nicht mal eine sprechende Grille als mahnendes Gewissen. Aber irgendjemand hätte es mir sagen sollen. An jenem Nachmittag in dem Circle K hätte ich ein Recht darauf gehabt, zu wissen, dass ich mitten in einer Liebesgeschichte gelandet war. Vor allem, da es nicht meine eigene war - nicht meine eigene ist und nie sein wird.

Ein paar Stunden früher an jenem Tag, um elf Uhr vormittags, hätte ich mir nicht im Entferntesten vorstellen können, noch am selben Tag mit einer Waffe bedroht zu werden und in einer fremden Liebesgeschichte zu landen. Ich war damit beschäftigt, einen Seesack mit dem größten Teil meiner Besitztümer die Treppe hinunterzuschleppen, wobei ich mich bemühte, nicht zu weinen oder - noch schlimmer - mir anmerken zu lassen, wie sehr ich mich freute. Meine Mutter, die noch nie für gemischte Gefühle zu haben war, posierte als filmreifes Bild der Verzweiflung im Gegenlicht des Durchgangs zur Küche.

Egal wie sehr ich darauf brannte wegzugehen - sobald ich ihr in die Augen sah, würde ich losheulen wie ein kleines Kind. Siebzehn Jahre lang, seit ich vier war und meine Eltern sich hatten scheiden lassen, war dieser ordentliche Backsteinbungalow am Hang mein Zuhause gewesen. Wenn ich anfing zu weinen, würde sie auch weinen, und dann würde mein süßer tapferer Kleiner ebenfalls in Tränen zerfließen. Wir würden alle heulend im Wohnzimmer herumstehen, und Natty und ich würden nie loskommen. Ich presste die Lippen zusammen und blickte stattdessen über Moms Kopf hinweg. Und da bemerkte ich, dass sie den betenden Jesus abgenommen hatte, der über dem Sofa gehangen hatte, solange ich denken konnte. Jetzt hing da ein Guter Hirte, bei dessen Anblick ich abrupt stehenblieb.

Der neue Jesus sah ganz genau so aus wie sie.

Er war wahnsinnig hübsch, schlank und anmutig. Auch er stand im Gegenlicht, nur vor einer Wiese statt einer Küche, und hielt statt eines Bratenwenders ein Lämmchen in den Händen. Meine Mutter war noch nie im Leben ohne Sonnenhut und Lichtschutzfaktor 50 in die Sonne gegangen, und dieser Jesus besaß den gleichen elfenbeinfarbenen Teint wie sie. Da sah sogar ich jüdischer aus als er. Er und Mimmy hatten das gleiche üppige braune Haar mit honiggolden glänzenden Strähnen darin und die gleichen kornblumenblauen Augen, sorgenvoll nach oben gerichtet, wo ich auf der Treppe mit dem Fünfundzwanzig-Kilo-Seesack kämpfte. Keiner von beiden bot mir Hilfe an.

Mimmy war alles andere als bereit, mich gehen zu lassen. Beim Gedanken daran, mich mit Gewalt hier ra

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