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Nicht wie du, Vater Roman von Rosarius, Bernd (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.01.2016
  • Verlag: Pro BUSINESS digital printing
eBook (ePUB)
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Nicht wie du, Vater

'Nicht wie du, Vater!', sagte der jüngste Sohn Roman zu seinem Vater. Er und seine beiden Brüder wollten nicht so werden, wie ihr steinreicher Erzeuger, der Großunternehmer Harry Bareso, der mit mafiaähnlichen Methoden nach Gewinnmaximierung strebte und schließlich ein Imperium führte, das seinesgleichen suchte. Doch auch dieser unbarmherzige brutale Geschäftsmann wollte einen seiner Söhne zum Nachfolger bestimmen. Wer war dazu in der Lage? Er stellte seinen Söhnen eine Aufgabe: Wer innerhalb eines Jahres diese Aufgabe erfolgreich bewältige, werde direkter Nachfolger im Bareso-Konzern. Als sterbenskranker Mann ließ sich Harry Bareso von seinem Vertrauten Heino Seebrecht erzählen, was aus seinen Kindern und aus der gestellten Aufgabe geworden ist. In diesem vielschichtigen und perspektivreichen Familienroman werden verschiedene Zeitebenen, Schauplätze, Sicht- und Lebensweisen nach Art eines Sittengemäldes aufeinander bezogen, in dem jede der handelnden Personen aus einer Scheinwelt ausbrechen möchte, für die sie entweder nicht geschaffen war beziehungsweise die sie sich selbst geschaffen hat. Bernd Rosarius, 1945 im thüringischen Tambach-Dietharz geboren, lebt in Lage/Lippe NRW. Er schreibt Gedichte, Geschichten und Romane. Er ist Gründer und Administrator des internationalen Literatur- und Künstlerforums 'Garten der Poesie' (www.garten-der-poesie.de) und betreut derzeit etwa fünfzig Autorinnen und Autoren weltweit. Er veröffentlichte u. a. die drei Gedichtbände Sturmwind - Gedankliches Inferno, Eiszeit - Die Gewohnheit zu Besuch, Über den Tellerrand ... fließen die Gedanken und den Roman Nur ein Brief. Schon im Alter von zwölf Jahren schrieb er die ersten Gedichte. Es folgten kleine Bühnenstücke und Hörspiele. Nach 45 Jahren beruflicher Tätigkeit als Textilkaufmann und staatl. gepr. Betriebswirt kann er nun im Ruhestand dem Schreiben als seiner ursprünglichen Leidenschaft nachkommen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 155
    Erscheinungsdatum: 07.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864601835
    Verlag: Pro BUSINESS digital printing
    Größe: 468 kBytes
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Nicht wie du, Vater

1. Harry will es wissen

Wie lange er geschlafen hatte, wusste er nicht mehr. Seine scheinbar bitteren Träume waren verflogen, er konnte sich nicht mehr an sie erinnern. Als er die Augen aufschlug, fand er sich in der brutalen Wirklichkeit seines komplizierten Lebens wieder. Schlag artig wurde ihm klar , dass die Wahrheit seines Lebens "Sterben" hieß. Er durfte nur noch Tage, vielleicht Wochen leben, denn seine unheilbare Krankheit war schon weit fortgeschritten, das Endstadium längst erreicht. Dass seine Träume bitter waren, konnte er einerseits daran erkennen, dass die Schweißperlen auf seiner Stirn in erheblichem Maße zugenommen haben und er andererseits die Hoffnung verloren hatte, gerettet zu werden. Sein ganzes gegenwärtiges Leben war ein einziges Trauma.

Er konnte sich den Schweiß nicht von der Stirne tupfen, denn ein kurzer Seitenblick genügte, um festzustellen, dass sein linker Arm nach wie vor durch eine Kanüle mit einer Flasche an einen Rollständer verbunden war, durch dessen Schlauch lebensnotwendiger Saft floss, künstliche Ernährung. Harry Bareso - so war sein Name -, der große Harry Bareso, erfolgreich, reich, volksnah und voller Widersprüche, lag hier niedergestreckt in seinem Bett, um auf das unvermeidbare Ende zu warten. Und dieses Ende schien ihm nicht schnell genug zu kommen.

Außerhalb seiner bescheidenen vier Wände schien die Sonne, und die wollte er gern sehen und spüren. Krampfhaft und mit äußerster Anstrengung versuchte er sich aufzurichten, die linke Hand fest um den Mittelteil des Ständers gelegt, und derart als Stütze verwendet . Sein Körper war so geschwächt, dass er sich rücklings wieder in das Bett fallen ließ. Er musste daran denken, wie ihm sein Hausarzt Dr. Wallhorst in dessen Praxis die traurige Nachricht mitteilte. Mit dieser Diagnose hatte er nicht gerechnet. Kurz bevor er die erste Stufe zur Praxis betrat, wurde er von einem Passanten erkannt, der ihm zurief: "Harry Bareso du Lump, Gott möge dich strafen!" Dieser Satz, den er zuvor noch belächelt hätte, bekam nach dem Arztbesuch eine ganz andere Bedeutung. "Krebs" lautete die Diagnose, und "Krebs" war das Wort, das bei ihm eine Persönlichkeitsveränderung hervorrief. "Sie haben Krebs und vielleicht noch ein halbes Jahr zu leben. Ordnen Sie Ihr Privatleben." Dieser gut gemeinte Rat seines Arztes rief ihm zum ersten Mal die Gewissheit vom Ende seines Lebens ins Bewusstsein. Bis zu dieser Stunde der Wahrheit wusste er nicht, wie sich Tränen anfühlten. Nun aber musste er weinen und er tat dies in einsamer Abgeschiedenheit.

An diesem besagten Morgen fiel ihm das Erwachen besonders schwer. Er spürte nun deutlich die extreme Schwäche seines Körpers. Am liebsten hätte er sich die Nadeln und Schläuche aus dem Körper gerissen, um endlich wieder frei zu sein. Der Krebs hatte seine Organe zerstört aber noch nicht seinen Geist. In Erwartung eines langen Abschieds wollte er zu gerne mit sich und seinem Umfeld ins Reine kommen. Unter Inanspruchnahme seiner letzten Kräfte zog sich Harry an den Haltegriffen nach oben, um erst das linke und dann das rechte Bein aus der horizontalen Lage in die vertikale Stellung zu bringen. Als Beine konnte man diese Streichhölzer nicht mehr bezeichnen. Den rollbaren Flaschenständer fest umklammert zog sich Harry ganz aus dem Bett und drückte sein Federgewicht Zentimeter für Zentimeter nach vorne, dem sonnendurchfluteten Fenster entge

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