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Nordlichtliebe Island und andere Bescherungen von Lindberg, Karin (eBook)

  • Verlag: BookRix
eBook (ePUB)
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Nordlichtliebe

Stille Nacht? Besinnliche Zeit? Kerzen und Zimtduft? Von wegen! Ausgerechnet in der Weihnachtszeit muss Alexandra Schäfer vor der Presse und aus Hamburg fliehen. Und wo kann man sich besser verstecken als im entlegenen Island? Der Koffer ist noch nicht ausgepackt, da gerät sie bereits mit dem wortkargen Isländer Andrés aneinander. Als Alex auch noch der Geldhahn zugedreht wird, gehen die Probleme erst richtig los. Sie steht plötzlich vollkommen mittellos da - bis Andrés sie seiner Schwester zuliebe bei sich aufnimmt. Während Alex und Andrés notgedrungen versuchen, sich miteinander zu arrangieren, fliegen zwischen ihnen die Fetzen - aber längst auch die Funken, und am Ende brennen nicht nur die Weihnachtskerzen lichterloh ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 299
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783748716792
    Verlag: BookRix
    Größe: 677 kBytes
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Nordlichtliebe

Kapitel 1

Objektiv gesehen war ihre Lage vielleicht gar nicht so ausweglos, wie sie sich anfühlte. Also alles nur Ansichtssache. Höchstwahrscheinlich musste sie die Ereignisse der letzten Tage nur aus einer anderen Perspektive betrachten. Immerhin, es hatte keinen Amokläufer gegeben, keinen Atomunfall und auch keine Naturkatastrophe. Niemand war gestorben.

Außer sie selbst zu einem kleinen Teil vielleicht, aber das interessierte keinen. Nicht die Presse - die schon gar nicht -, nicht ihre Eltern und auch nicht ihre Schwester.

Alexandra schloss die Lider, riss sie aber sofort wieder auf, als die Bilder der Hochzeitsfeier vor ihrem inneren Auge auftauchten. Wenn sie eins nicht wollte, dann an diesen grauenhaften Tag erinnert zu werden. Dabei war er anfangs ganz schön gewesen, ihre Schwester hatte in dem mit Spitzen besetzten Kleid großartig ausgesehen, die Haare zu einer kunstvollen Frisur gesteckt, der Teint strahlend, der Bräutigam - ein Arschgesicht.

Sie atmete tief durch und schaute aus dem Fenster, unter ihr nur Wolken, in ihren Ohren knackte es. In wenigen Minuten würden sie in Keflavík landen. Viel hatte sie von der Insel aus der Luft noch nicht gesehen, aber das würde sie vom Boden aus nachholen. Das Reiseziel hatte sie nicht nach den üblichen Kriterien ausgesucht, sondern danach, wo die Paparazzi sie nicht vermuten würden. Die hatten sicher ihre Lager auf Mallorca und sonst wo aufgeschlagen, und Alex war zuvor noch nie auf Island gewesen, deswegen war Island perfekt. Das hoffte sie zumindest.

Hauptsache raus , hatte Alex gedacht und den nächstbesten Flug gebucht, der sie aus Hamburg wegbrachte. Normalerweise war Flucht nicht ihre erste Wahl, aber in diesem speziellen Fall war ihr nichts anderes übrig geblieben. Sie brauchte Zeit zum Nachdenken, und ihre Familie brauchte Zeit, um sich abzuregen. Dabei war es nicht einmal ihre Schuld gewesen, dass die Hochzeitsfeier in einem Desaster geendet hatte. Die Enttäuschung saß tief, dass ihr niemand glaubte, vielleicht war das auch der eigentliche Grund, warum sie abgehauen war. Als ob sie am Tag der Hochzeit mit dem Mann ihrer Schwester herummachen würde. Es war erschreckend, dass ihr überhaupt irgendjemand einen derartigen Fehltritt zutraute. Die Paparazzi, die Presse - das hätte sie alles ausgehalten, wenn ihr die wichtigsten Menschen nicht auch noch in den Rücken gefallen wären. Sie brauchte Abstand von allem und allen.

"Du musst dich wieder anschnallen", riss eine weibliche Stimme sie auf Englisch aus ihren trüben Gedanken. Die Stewardess der Icelandair lächelte.

Alex kam der Aufforderung nach und schob ihre Tasche unter den Sitz ihres Vordermanns, der Platz neben ihr war frei geblieben, die Saga Class war nicht voll besetzt.

Die hübsche Blondine in Uniform setzte ihren Weg durch die Reihen fort. Überall wurden Zeitungen zusammengefaltet, Computer weggepackt und Tische nach oben geklappt. Eine andere Flugbegleiterin lief mit einer Plastiktüte und einem Wägelchen durch den Gang und sammelte Müll und Geschirr ein. Alex war zum ersten Mal wirklich froh gewesen, dass man sich an Bord der Maschine einen W-LAN-Zugang hatte kaufen können. So hatte sie auf dem dreistündigen Flug einen Mietwagen und die Unterkunft für drei Wochen gebucht, was sie von zu Hause aus nicht mehr geschafft hatte. Sie hatte andere Sorgen gehabt. Auf der Flucht dachte man zunächst nicht daran, wo man schlafen sollte und wie man dorthin kam. Jetzt konnte sie ein bisschen klarer denken, trotzdem fühlte sich alles noch irreal an. Sie wünschte sich so sehr aufzuwachen, damit dieser Alptraum aufhörte. Aber kein Blinzeln, kein Zwicken half. Es war die bittere Realität, der sie zu entkommen versuchte.

Und in drei Wochen war auch noch Weihnachten! Alex war zwar nicht unbedingt eine der Frauen, die sich in die besinnliche Zeit stürzten, das ganze Haus dekorierten und Tonnen von Keksen backten, aber an Heili

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