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Notärztin Andrea Bergen - Folge 1259 Der schönste Beruf der Welt von Klessinger, Liz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.10.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Notärztin Andrea Bergen - Folge 1259

Der jungen Kinderärztin Daniela Kessing zieht sich vor Mitgefühl das Herz zusammen, als sie die kleine Maria ein letztes Mal an sich drückt. Auch für das zehnjährige Waisenmädchen ist der Abschied mehr, als es ertragen kann, denn Dr. Kessing ist Marias letzte Hoffnung. Bei einem Erdbeben in Haiti ist die Kleine schwer verletzt worden! Nach mehreren offenen Brüchen der Beine ist es nun zu einer Entzündung des Knochenmarks gekommen, der unter den herrschenden katastrophalen hygienischen Bedingungen einfach nicht beizukommen ist! Wenn nicht ein Wunder geschieht, müssen die Kollegen im Ärztecamp amputieren... Als sich Daniela nun sanft aus Marias Umklammerung löst, ist ihr T-Shirt nass von Kindertränen. Dies ist der Moment, der für die Ärztin alles verändern und der sie auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland nicht mehr loslassen wird. 'Vertrau mir, Maria, ich werde zu dir zurückkommen und dich retten!', verspricht sie - und an dieses Versprechen wird sie sich halten...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 28.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732503315
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 645 kBytes
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Notärztin Andrea Bergen - Folge 1259

Daniela Kessing bahnte sich einen Weg durch die unzähligen Verletzten, die dicht gedrängt am Boden lagen. Unsicher folgte ihr eine junge holländische Ärztin, die gerade im Feldhospital angekommen war. Swantje de Kerk machte einen Bogen um eine Frau, die mit ausgebreiteten Armen dalag. Tapfer lächelte sie der Verletzten zu.

Ein Meer von Menschen breitete sich vor dem Sanitätszelt aus. Sie lagen auf dem lehmigen Erdboden und warteten auf ärztliche Hilfe. Viele hatten Knochenbrüche, Quetschungen, tiefe Schnittwunden. Die meisten der Erdbebenopfer waren mit Staub und Schmutz überzogen.

"Der Dreck ist das Schlimmste", rief Daniela über das Stimmengewirr der Menschen hinweg. "Dadurch entzünden sich die Wunden, das ist für den Heilungsprozess katastrophal."

Von allen Seiten riefen die Menschen nach ihnen. Daniela und Swantje trugen das weiße T-Shirt mit dem breiten roten Kreuz und dem Äskulapstab darin, die Kleidung der Hilfsorganisation, die das mobile Krankenhaus betrieb. So waren sie schon von Weitem als Ärzte zu erkennen. Zwischen den dunkelhäutigen Menschen fielen sie ohnehin auf: Daniela war trotz der intensiven Sonne blass geblieben, sie war sehr schlank, ihr langes brünettes Haar hatte sie zu einem Zopf gebunden. Swantje dagegen hatte eine kräftige Statur, ihre rotblonden Locken quollen unter einem breiten Stirnband hervor.

"Wir gehen zum Aufnahmezelt, dort wird Doktor Marché dir dein Team vorstellen", sagte Daniela zu Swantje.

Wie die anderen Sanitätszelte bestand es aus weißem Plastik, das über ein Gestänge gezogen war. Im offenen Eingang stand ein breitschultriger Mitarbeiter der Organisation, er sorgte dafür, dass immer nur ein paar Verletzte hereingebracht wurden. Daniela und Swantje gingen hinein.

In dem geräumigen Zelt drängten sich Verletzte und Angehörige, dazwischen liefen Schwestern und Ärzte umher, die einen ersten Blick auf die Verletzungen warfen und entschieden, wie weiterbehandelt werden sollte.

"Was ist mit den anderen Krankenhäusern?", wollte Swantje wissen.

"Die sind alle zerstört worden, auch viele Schwestern und Ärzte sind bei dem Erdbeben umgekommen", sagte Daniela mit ruhiger Stimme. "Es war eins der schwersten Beben hier in Haiti. Ich glaube, nicht ein Gebäude ist heil geblieben."

"Ich hätte nie geglaubt, dass es aufblasbare Krankenhäuser gibt", meinte Swantje, die sich im Zelt umsah.

"Diese Krankenzelte sind schnell zu transportieren und aufzubauen. In die Verstrebungen wird Luft geblasen, und dann steht es. Das Wichtigste aber ist, dass die Menschen sich hier sicher fühlen. Die meisten haben Angst, sich in festen Gebäuden aufzuhalten. Deshalb kommen sie auch alle zu uns."

"Wie groß ist die Krankenstation?"

Daniela lächelte. "Es ist mehr als eine Station. Wir haben mehrere Krankenzelte mit hundert Betten, zwei OP-Zelte, ein Mutter-Kind-Zelt, eine Apotheke, dann noch einen technischen Bereich mit Wassertanks, Stormgeneratoren und ein eigenes Küchenzelt, in dem die Mitarbeiter essen können."

"Wahnsinn!", entfuhr es der jungen Ärztin. "Wie viele Leute seid ihr?"

"Ungefähr fünfzig Mitarbeiter, die Hälfte davon kommt aus Deutschland, der Rest aus allen Ländern der Welt. Allerdings bin ich die einzige Kinderärztin hier, die anderen sind alle in Port au Prince eingesetzt, wo es noch schlimmer aussieht."

"Mich wundert es, dass hier so viele Ärzte und Schwestern arbeiten", sagte Swantje. "Ich musste meinen Jahresurlaub nehmen, um hier helfen zu können."

"Da bist du nicht die Einzige", meinte Daniela. "Viele kündigen auch ihren Job und legen eine Zwischenstation hier ein. Du kennst das sicher: In einem normalen Krankenhaus läuft alles wie von selbst, hier ist man noch einmal ganz anders gefordert." Plötzlich winkte sie. "Ah, da kommt ja mein Lieblingskollege!"

Sie winkte einem hochgewachsenen, dunkelhäutigen Arzt zu. "Das ist Vincent Marché, ein begnadeter Chirurg und einer der w

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