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Orangenmond Roman von Gerstenberger, Stefanie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.08.2013
  • Verlag: Diana
eBook (ePUB)
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Orangenmond

Der Sonne entgegen mit tausend Fragen im Gepäck - eine Italienreise, die auf Umwegen zum Glück führt
Fünf Jahre nach dem Tod seiner Frau erfährt Georg, dass er nicht der Vater seines zehnjährigen Sohnes Emil ist. Zutiefst verletzt sucht er nach Antworten, die auch Milenas Schwester Eva nicht geben kann. Milena war damals in Italien, aber traf sie dort auch ihren Liebhaber? Auf der Suche nach Milenas Geheimnis begeben sich Eva und Georg auf eine Italienreise, die sie beide für immer verändern wird.
Als Georg die Schauspielerin Milena kennenlernt, ist es für beide die ganz große Liebe. Bald darauf wird Emil geboren. Das Glück scheint perfekt, doch plötzlich erkrankt Milena schwer und lässt nach ihrem Tod Mann und Sohn verzweifelt zurück. Fünf Jahre später scheint der Schmerz überwunden, bis Georg durch einen Zufall erfährt, dass er nicht der Vater des inzwischen zehnjährigen Emil sein kann. Er vertraut sich Milenas Schwester Eva an und bittet sie, ihn nach Italien zu begleiten, wo Milena damals einen Film drehte. Eva zweifelt an dem Sinn der Reise, denn wie sollen sie Emils Vater nach all den Jahren ausfindig machen? Aber weil ihre Gefühle für ihren Schwager tiefer sind, als sie sich selbst eingestehen möchte, schließt sie sich Emil, Georg und dessen sehr eigenwilliger Mutter an. Und damit beginnt ein Irrweg quer durch Italien ins sonnige Apulien, wo ein lang gehütetes Geheimnis aufgedeckt wird.

Stefanie Gerstenberger, 1965 in Osnabrück geboren, studierte Deutsch und Sport. Sie wechselte ins Hotelfach, lebte und arbeitete u. a. auf Elba und Sizilien. Nach einigen Jahren als Requisiteurin für Film und Fernsehen begann sie selbst zu schreiben. Ihr erster Roman "Das Limonenhaus" wurde von der Presse hoch gelobt und auf Anhieb ein Bestseller, gefolgt von "Magdalenas Garten", "Oleanderregen", "Orangenmond", "Das Sternenboot" und "Piniensommer". Die Autorin wurde mit dem DELIA-Literaturpreis ausgezeichnet und lebt mit ihrer Familie in Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 26.08.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641107024
    Verlag: Diana
    Größe: 2114 kBytes
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Orangenmond

3

Zehn Minuten später saß Eva in einem Liegestuhl auf der Dachterrasse. Sie wusste nicht mehr, wie sie dorthin gekommen war.

"Schön?!" Georg schnaubte in sein Weinglas. "Mehr fällt dir nicht dazu ein!?"

Mir fällt ein, dass ich dich verdammt noch mal immer noch liebe und gleich anfange zu heulen, dachte Eva. "Ich kann doch nichts dafür, wenn du meinst, so etwas tun zu müssen!", antwortete sie mit über der Brust verschränkten Armen. Sie kämpfte mit den Tränen und hatte eine Gänsehaut, was nicht nur daran lag, dass die Sonne gerade hinter den Dächern verschwand. Wie konnte er nur! Durch diese seltsame, egoistische, bescheuerte Idee hatte er alles kaputt gemacht.

Sein Leben war doch in Ordnung gewesen! Na ja, berichtigte sie sich, soweit das Leben in Ordnung sein kann, wenn die geliebte Frau plötzlich stirbt.

"Ich bin völlig kaputt innerlich, liege nachts stundenlang wach, kann mich tagsüber auf nichts anderes mehr konzentrieren, meine Tage beginnen und enden mit Gedanken an Milena."

Milena. Er sprach den Namen wie gewohnt zärtlich und mit besonders lang gezogenem E aus: Mileeena.

Eva fand es affig, dass ihre Schwester ihren Nachnamen einfach hatte wegfallen lassen. Aber so war sie gewesen: schon von klein auf davon überzeugt, etwas ganz Einmaliges zu sein. Niemand in ihrer Klasse hieß wie sie, niemand in der ganzen Grundschule, auch später auf dem Gymnasium nicht. Sie war auf ewig die einzige Milena weit und breit.

"Ein einzelner Vorname, der steht für was, peng! Das ist ein Markenzeichen und bleibt doch viel besser im Gedächtnis!" Damals wohnten sie noch zusammen in der WG in der Leunastraße und stritten unaufhörlich. "Was ist denn daran so schlimm? Was passt dir denn daran nicht?", bohrte sie weiter.

"Wie Otto! Herzlichen Glückwunsch!", hatte Eva noch gekontert, doch vergeblich. Ihre Schwester hatte recht be halten. Sie war unter "Milena" bekannt geworden, wie Ma donna, Cher oder Adele. Ihren Nachnamen, Jakobi, kannten viele Leute gar nicht.

Sogar ihre Eltern fanden die Idee toll, aber die fanden ja alles toll an ihrer jüngsten Tochter, nachdem sie berühmt und reich geworden war. Um Milena zu ärgern, hatte Eva seitdem nur noch den Namen aus ihren Kindertagen benutzt, wenn sie mit ihr sprach. Aus der Zeit, als Milena noch klein, dick und lieb, eben einfach nur ihre Milli gewesen war.

"Milena. Meine Gedanken kreisen nur um sie." Georg sprach immer noch. "Wie sie war. Was sie dachte. Wie ich denke, wie sie war - ach, ich rede Bullshit."

"Warum hast du es denn überhaupt getan?"

"Meine Milena ..." Er schüttelte den Kopf, hatte ihre Frage anscheinend wieder nicht gehört. "Ich muss herausfinden, wer es war! Möglichst bald, es geht mir einfach nicht aus dem Sinn."

"Verstehe ich nicht, so was macht man doch nicht eben mal so. Nur um Pia und Andrea einen Gefallen zu tun?" Eva drehte das Ende ihres geflochtenen Zopfes in den Fingern. Wie unendlich peinlich, sich zu schwören, ihn nie mehr sehen zu wollen - und dann, wenn auch nur wenige Sekunden lang, tatsächlich zu glauben, er mache ihr einen Antrag.

Vergiss diese Szene ganz schnell, sagte sie sich. Pack sie zu dem Krempel in deine ganz persönliche Asservatenkammer. Für immer. "Die beiden sind gute Freundinnen von mir, sie lieben sich, sie sind einfach toll zusammen. Ich dachte ... Ich dachte, es wäre ... Na gut, ich fühlte mich geschmeichelt!"

Eva sah ihn nicht an, stattdessen blickte sie weiterhin auf Dachziegel und verzinkte Fenstergauben. Es war ruhig hier oben weit über der Stadt, nur ganz leise konnte man das Rauschen des Verkehrs auf dem Mundsburger Damm hören.

"Hier ist es doch viel zu ruhig für dich", hatte sie zu Milena gesagt, als die ihr die Wohnung zeigte. Fünfter Stock, damals noch ohne Aufzug, den hatte die Eigentümergemeinschaft erst später

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