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Ovid zum Vergnügen Reclams Universal-Bibliothek von Ovid (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.11.2017
  • Verlag: Reclam Verlag
eBook (ePUB)
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Ovid zum Vergnügen

Anwalt soll er werden, etwas Handfestes lernen, sagt der Vater, aber Ovid kann nicht anders: Alles, was er schreibt, wird ganz von selbst zum Vers. Ob diese berühmte Stelle oder der Nachruf auf einen Papagei, den Ovid nach allen Regeln der Redekunst ausführt, oder die versteckten poetischen Seitenhiebe auf Augustus' Politik: Der Altphilologe Markus Janka hat zum 2000. Todesjahr unterhaltsame Texte aus Ovids Werken zusammengestellt. Der Leser kann somit dem liebeskranken jungen Ovid aus den 'Amores' genauso begegnen wie dem zum Experten gereiften Lehrer in Liebesdingen und dem grandiosen Mythenerzähler der 'Metamorphosen'. Publius Ovidius Naso wurde am 20. März 43 v. Chr. in Sulmo, dem heutigen Sulmona, geboren. Sein Vater gehörte dem Ritterstand an, Ovid hätte die senatorische Laufbahn einschlagen können. Ein Rhetorikstudium bei angesehenen Lehrern in Rom absolvierte er und übte verschiedene untergeordnete Ämter, unter anderem als Zivilrichter, aus. Dich dann wandte er sich endgültig der Dichtung zu, was er sich offenbar aufgrund von Vermögen leisten konnte. Ovid lebte als populärer Dichter in Rom, erst in dritter Ehe glücklich verheiratet. Wegen eines bis heute nicht geklärten 'Vergehens' verbannte Augustus Ovid im Jahr 8 n. Chr. an eine der äußersten Grenzen des Römischen Reiches, in die Hafenstadt Tomi, das heutige rumänische Constan?a. Dort, getrennt von seiner Frau und fern dem geliebten Rom, starb Ovid im Jahr 17 n. Chr.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 03.11.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159612959
    Verlag: Reclam Verlag
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Ovid zum Vergnügen

II Poetische Liebesabenteuer

Erstmals hat ein Verliebter ein 'Wächterlied' nachts als Verschmähter,

heißt es, gesungen am Schloss der verriegelten Tür.

Fasti 4 , 109 - 110

Die wir noch eben von Naso gewesen sind fünf kleine Bücher,

drei sind wir; das zog hier vor unser Autor als Werk.

Wenn jetzt nichts mehr für dich an uns beim Lesen noch Spaß macht,

wird doch milder die Pein durch die Kürzung um zwei.

Amores, Epigramm

Lawrence Alma-Tadema ( 1836 - 1912 ), Ask Me No More : Hier könnte der noch junge Ovid als Verehrer seiner Geliebten Corinna dargestellt sein.

Waffen in ernsthaftem Takt und grausame Kriegstaten wollte

ich verfassen, der Stoff fügte sich bestens zur Form.

Gleich war der untere Vers. Es grinste der kleine Cupido

- heißt es - und hat einen Fuß weggenommen dem Vers.

"Wer hat dir Bengel erlaubt, mit Dichtkunst so zu verfahren?

Musenpriesterschaft, nicht deine Clique sind wir.

Was, wenn nun Venus raubte die Waffen der blonden Minerva,

schwänge das Fackellicht Blondschopf Minerva wie wild?

Wer ließe in den Wäldern die Ceres herrschen auf Hügeln,

nach dem Gesetz der Jagdjungfrau bestellen das Feld?

Wer will ihn mit der Haarpracht an scharfen Waffen - den Phoebus! -

ausbilden, während Mars musisch die Lyra bespielt?

Du hast Macht, mein Junge, und allzu herrliche Reiche;

warum greifst du hier ein, Streber, auf Neues bedacht?

Oder herrschst überall du? Ist dein schon Helicons Tempe?

Kaum mehr ist Phoebus Apoll noch seine Lyra gegönnt?

Als sich prima erhob der Vers auf der Seite am Anfang,

schwächt und mindert die Kraft gleich der nächste bei mir.

Habe doch gar keinen Stoff, der zu lockeren Formen sich eignet,

keinen Jungen und kein Mädchen mit toller Frisur."

So meine Klage. Den Köcher hat augenblicklich er offen,

sucht für meinen Ruin einen Spitzpfeil heraus,

hat gespannt dann am Knie in Mondform tapfer den Bogen,

"Was zum Besingen nimm", sagte er, "Priester, als Werk!"

Ach, ich Armer! Ganz sicher schoss der Bengel den Pfeil ab.

Ich entbrenne, war frei, mein Herz beherrscht jetzt Amor.

In sechs Takten erhebt mein Werk sich, in fünfen verklingt es:

Eiserne Zeiten, lebt wohl, Kriege und Epos, adieu!

Binde am Strand um die blonden Schläfen die Liebesmyrte,

Muse, im Elfertakt, schwinge dein Tanzbein fortan!

Amores 1 , 1

Kriegsdienst leistet, wer liebt, und Kriegspartei ist der Lustgott.

Atticus, glaube mir nur: Kriegsdienst leistet, wer liebt.

Das für den Krieg geeignete Alter passt auch zu Venus:

Schändlich ein Greis als Soldat, schändlich ein Greis, der noch liebt.

Die von den Kommandanten erwünschte Gesinnung bei Kämpfern,

die wünscht zur Partnerschaft sich eine Schöne beim Mann.

Nachtwache halten sie beide, am Boden schlafen sie beide,

er bei der Tür einer Frau, er an der seines Chefs.

Zu den Soldatenpflichten zählt langer Marsch; geht die Frau weg,

wird ihr überall stets folgen der liebende Mann.

Er wird auf hohe Berge steigen, durch nach viel Regen

doppelte Flüsse, zuhauf stampft er nieder den Schnee.

Steht eine Seefahrt an, ist ihm stürmischer Westwind nicht Ausflucht.

Günstig für Schiffsverkehr müssen die Sterne nicht sein.

Wer außer einem Soldaten und Liebenden wird dem Nachtfrost

trotzen, auch wenn zugleich dichter Schneeregen fällt?

Man lässt den einen die Feinde in Kriegen

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