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Paradies von Fried, Amelie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Paradies

Eine Woche im Paradies: Hier zählen nur Sie - und am Ende werden Sie nicht mehr der gleiche Mensch sein!
Petra freut sich auf eine Auszeit ganz für sich, ohne Haushalt, Kinder, Mann und Job. Ihren Sehnsuchtsort findet sie auf einer spanischen Insel, bei einer Seminarwoche im herrlich gelegenen Hotel Paraíso mit Selbsterfahrung, Körperarbeit, Meditation und Yoga. Dort trifft sie auf die anderen Teilnehmer der Gruppenreise, darunter Anka, Suse und Jenny, die unterschiedlicher nicht sein könnten - und Geheimnisse haben, die nicht nur Petras Leben aus den Fugen heben. Als auch noch ein Sturm die Hotelgäste einschließt und ein Entkommen von der Insel unmöglich macht, kochen die Emotionen innerhalb der Gruppe lebensgefährlich hoch. Am Ende wird aus dem Meer eine Frauenleiche geborgen. Aus der paradiesischen Wellnesswoche ist ein Albtraum geworden, und keiner der Teilnehmer ist mehr der Mensch, als der er gekommen ist - wie im Prospekt versprochen.

Amelie Fried, Jahrgang 1958, wurde als TV-Moderatorin bekannt. Alle ihre Romane waren Bestseller. Traumfrau mit Nebenwirkungen, Am Anfang war der Seitensprung, Der Mann von nebenan, Liebes Leid und Lust und Rosannas Tochter wurden erfolgreiche Fernsehfilme. Für ihre Kinderbücher erhielt sie verschiedene Auszeichnungen, darunter den "Deutschen Jugendliteraturpreis". Zusammen mit ihrem Mann Peter Probst schrieb sie den Sachbuch-Bestseller Verliebt, verlobt - verrückt?. Bei Heyne erschien zuletzt der Roman Ich fühle was, was du nicht fühlst. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 01.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641178550
    Verlag: Heyne
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Paradies

Petra

Ihr Kopf tauchte ins kühle Wasser, die Stimmen um sie herum wurden leiser, ihre Arme und Beine bewegten sich rhythmisch, trugen sie durch die leichte Brandung. Sie spürte die Sonne auf dem Gesicht, schmeckte das Salz, fühlte ihren Körper und das Meer. Langsam ließ sie den Kopf tiefer unter Wasser sinken, bis sie ein dumpfes Pulsieren vernahm, von dem sie sich vorstellte, es sei der Herzschlag der Erde.

Kurze Zeit später lag sie im warmen Sand und spürte eine Hand auf ihrer Haut, ein zärtliches, planvolles Kreisen mit den Fingern, das ihre Neugier weckte. Wem gehörte die Hand, wohin würde sie wandern? Ein zartes Prickeln durchfuhr sie, und sie hielt die Lider geschlossen, weil sie den Moment so lange wie möglich festhalten wollte.

"Meine Damen und Herren, wir haben unsere Reiseflughöhe erreicht, bitte bleiben Sie während des gesamten Fluges angeschnallt, da es jederzeit unerwartet zu Turbulenzen kommen kann."

Ernüchtert schlug Petra die Augen auf und seufzte. Sie griff in ihre Handtasche, die sie zwischen den Füßen abgestellt hatte, und holte einen Prospekt heraus. Zum hundertsten Mal studierte sie den Text und die Bilder, die eine heftige Sehnsucht in ihr hervorriefen.

Eine Woche im Paradies lautete die Überschrift, und darunter stand:

Hier zählen nur Sie! Wählen Sie aus unserem Wohlfühlangebot: Selbsterfahrung, Körperarbeit, Entspannung, Erholung. Sie wohnen im sympathischen, familiären Hotel Paraíso direkt am Meer, das alle Annehmlichkeiten (Pool, Wellnessbereich, Wassersport) bietet. Jeden Morgen erwartet Sie ein sensationelles Frühstücksbüfett, abends werden Sie mit köstlichen pescetarischen und vegetarischen (auf Wunsch auch veganen) Gerichten verwöhnt.

Unsere Kursleiter betreuen Sie professionell und individuell. Ob Yoga, Meditation, Achtsamkeitstraining, Körpererfahrungen oder ein psychologisch unterstützendes Gespräch - Sie entscheiden, was Ihnen guttut. Und was immer Sie in dieser Woche finden - sich selbst oder andere, geistige Anregung, körperliche Entspannung, seelische Ruhe oder von allem etwas -, Sie werden am Ende nicht mehr der Mensch sein, als der Sie angekommen sind.

Jedes Mal wenn sie den letzten Satz las, erschauerte sie ein wenig. Er klang vielversprechend und bedrohlich zugleich. Wollte sie denn eine andere werden? Oder wollte sie wieder die werden, die sie mal gewesen war? Ging das überhaupt, zu einer früheren Version seiner selbst zurückzukehren? Oder konnte man nur die derzeitige Version optimieren?

Die Stewardess mit dem Getränkewagen hatte ihre Reihe erreicht.

"Was möchten Sie trinken?"

Das ältere Ehepaar neben ihr klappte geschäftig die Tische herunter. Petra wettete mit sich selbst, dass sie Tomatensaft bestellen würden. Bingo! Aus den Augenwinkeln beobachtete sie, wie der Mann die kleine Plastiktüte aufriss, die mit dem Tomatensaft gereicht wurde. Er nahm die Papierserviette heraus und legte sie zur Seite, öffnete nacheinander die Tütchen mit Salz und Pfeffer, streute sie über seinen Saft und den seiner Frau und rührte sorgfältig um. Die zweite Tüte steckte er ein. Genauso machte er es mit dem Knabberzeug. Er zählte die Cracker ab, legte die Portion für seine Frau auf die Papierserviette und verstaute die zweite Tüte in seinem Rucksack. All das geschah, ohne dass er und seine Frau ein Wort miteinander gewechselt hätten, wie ein lange eingeübtes Ritual. Petra unterdrückte den Drang zu lachen. Oder zu weinen. Sie wusste es nicht so genau.

Wurden alle Ehen irgendwann so ... lächerlich? Die Ehepartner so berechenbar? Kannte man sich irgendwann so gut, dass Kommunikation überflüssig wurde, weil man sowieso wusste, was der andere sagen würde, wenn er etwas sagen würde? Vielleicht erklärte das, warum so viele alte Paare s

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