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Pasta d'amore - Liebe auf Sizilianisch Roman von Hutzenlaub, Lucinde (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.07.2019
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
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Pasta d'amore - Liebe auf Sizilianisch

Amore unter sizilianischem Sommerhimmel Sommer auf Sizilien. Am Landgut La Mimosa blüht der Oleander, und es duftet nach Valentina Bartolamis berühmter Tomatensauce. Wie ihre Urenkelin Aurelia da alleine im fernen Bologna wohnen kann, ist Donna Lucia, dem Oberhaupt des Bartolami-Clans, ein Rätsel. Dio mio! Da muss schnellstens ein Ehemann her, ein sizilianischer, versteht sich. Und Lucia fasst einen Plan: Sie legt sich ins Bett und beschließt zu sterben. Aurelia bleibt nichts anderes übrig, als nach Palermo zu reisen, aber kaum ist sie da, verkündet Lucia: Ohne Hochzeit kann sie nicht abtreten. Doch da hat sie die Rechnung ohne Aurelia gemacht - denn die hat ihren eigenen Kopf ... Lucinde Hutzenlaub wurde 1970 in Stuttgart geboren. Nach dem Abitur lebte und studierte sie mehrere Jahre im Ausland. Lucinde ist Autorin, Kolumnistin, Kommunikations-Designerin und Heilpraktikerin. Sie ist verheiratet, hat vier Kinder und zwei Katzen, leider keinen Hund, reist sehr gerne und lebte von 2009 bis 2012 mit ihrer Familie in Japan, wo auch Lucindes erstes Buch 'Hallo Japan' entstanden ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 08.07.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641231484
    Verlag: Penguin Verlag
    Serie: Penguin Taschenbuch 10376
    Größe: 3752 kBytes
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Pasta d'amore - Liebe auf Sizilianisch

Prolog
Freitag, 12. April, 6.45 Uhr, Fattoria Mimosa, Sizilien

Donna Lucia saß aufrecht im Bett und betrachtete ihre Füße, die sie auf dem gewebten Bettvorleger abgestellt hatte. Die Bettdecke hatte sie hinter sich geschoben, um sie als Stütze zu benutzen. Sie wackelte mit den knochigen Zehen und schüttelte den Kopf. Die hatten sich auch schon mal geschmeidiger bewegen lassen. Andererseits: Mit dreiundneunzig musste man ja vermutlich froh sein, wenn man ohne Hilfe das Bett verlassen konnte. Donna Lucia nahm ihr Gebiss aus dem Wasserglas neben ihrem Bett und klapperte versuchsweise damit, bevor sie es einsetzte. Dall'unghia si conosce il leone . An der Kralle erkannte man den Löwen. Das galt bestimmt auch für Zähne.

Unfassbar, wie schnell die Zeit vergangen war. Beinahe ein ganzes Jahrhundert war sie nun alt. Wer hätte ihr, Donna Lucia di Stefano, das damals zugetraut, als sie als fünfte von sieben Geschwistern auf einem Hof weit im Hinterland von Palermo auf die Welt gekommen war? Sie kicherte. Vermutlich niemand. Aber das konnten sie ihr ja demnächst auch alle selbst ins Gesicht sagen, wenn sie sich im Garten Herrgotts wiedertrafen. Es sei denn, sie waren dort oben nicht willkommen gewesen. Nun, das war deren Problem, nicht ihres. Und bis dahin - mühsam schob sie sich mithilfe ihres Nachtkästchens in den aufrechten Stand, wobei sie zweimal wieder auf ihr Hinterteil plumpste, bevor sie endlich stabil stehen und den ersten Schritt in Richtung Fenster machen konnte -, bis dahin würde sie hier unten noch ein wenig für Ordnung sorgen.

"Älter werden ist wirklich nichts für Feiglinge", knurrte sie und tappte, einen zittrigen Schritt nach dem anderen, zum Fenster, um die Jalousien zu öffnen.

Auch wenn sie mehr als sieben Jahrzehnte hier auf der Fattoria Mimosa verbracht hatte (und einige dieser Jahre sogar beinahe glücklich gewesen war), so konnte sie sich nie an diesem unglaublichen Anblick sattsehen, der sich vor ihr ausbreitete: Unter ihr im Hof blühten üppige rosafarbene Kamelien, weiße Trompetenbäume und hellrosafarbene Kosmeen in den Terrakottatöpfen und leuchteten mit den pinkfarbenen Bougainvilleen, die den Eingang zur Küche einrahmten, um die Wette. Würden all diese Farben von Tönen begleitet, wäre dies der Höhepunkt eines unvergleichlichen Konzerts, gespielt von der Natur, diesem riesigen Orchester.

Donna Lucia lächelte und schloss für einen Moment die Augen. Es roch unvergleichlich nach Frühling. Der Morgen trug außerdem den Duft nach Kaffee und das Geplauder aus der Küche in ihr Schlafzimmer.

Es gab kaum eine Jahreszeit, die sie lieber mochte. Überall blühten jetzt die gelben Mimosen, die der Fattoria ihren Namen gaben, und ihr geliebter Mandelbaum, der mitten im Hof der Fattoria stand, war in eine Wolke aus rosafarbenen Blättern gehüllt. Für sie gab es keinen besseren Ort als unter seinem schützenden Dach und auf der Bank, die ihr Schwiegersohn Federico, "Papi", um dessen knorrigen Stamm für sie gebaut hatte. Ab und zu machte sogar er etwas richtig. Musste man ihm ja nicht gleich auf die Nase binden. Anche uno scoiattolo cieco ogni tanto trova una noce . Auch ein blindes Eichhörnchen fand schließlich einmal eine Nuss.

Als sie damals mit neunzehn auf den Hof gekommen war, um Tommaso zu heiraten, Gott hab ihn selig, war der Mandelbaum schon da gewesen. Nicht so knorrig wie heute zwar, aber das traf auf Donna Lucia ja genauso zu. Über die Jahre waren sie Freunde geworden. Sie schüttelte über sich selbst den Kopf. Eine Freundschaft mit einem Baum. Das kam wohl davon, wenn man zu früh Witwe wurde.

Auf den glatt geschliffenen Steinen des Innenhofs spielten die beiden Hofhunde mit einer frechen Katze Fangen, und aus der Küche dröhnte das Radio. Jemand schob den Vorhang aus bunten Schnüren vor der Küchentür beiseite und trat in den Hof. Gianni, ihr jüngster Urenkel, dehnte und streckte sich, während er herzhaft gähnte und gle

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