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Pflegestufe Mord In dieser Seniorenresidenz gibt es keine 'Natürliche Todesursache'

  • Verlag: art & words - Verlag für Kunst und Literatur
eBook (ePUB)
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Pflegestufe Mord

In der noblen Seniorenresidenz von Hermine Schappensiel, geht es selten beschaulich zu. Bewohner gehen, neue kommen. Und doch, hier läuft alles anders! Mord und Totschlag stehen auf dem Programm, denn wagt man einen Blick hinter die herrschaftliche Fassade ist hier nichts geruhsam oder gar harmonisch. Da wird gezankt, intrigiert und auf sein Recht bestanden. Neid, Eifersucht, Gier und Rachsucht treiben ihre Blüten. Hinter manch einem Unglücksfall, natürlichem Tod oder gar Selbstmord steht ein perfider Plan: um an das Erbe, die Liebe eines anderen oder nur an die begehrte Penthousewohnung der Residenz zu kommen. Fünfzehn vergnügliche Krimi-Kurzgeschichten von Sabine Giesen, Andrea Himmelstoß, Kriminalinski, Brigitte Lamberts, Jan Lammers, Kerstin Lange, Martin Meyer, Anja Puhane, Carsten Rösler, Carolin Roth, Petra Scheuermann, Ursula Schmid-Spreer und Bruno Woda.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783943140606
    Verlag: art & words - Verlag für Kunst und Literatur
    Größe: 553 kBytes
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Pflegestufe Mord

Tödlicher Kuchen
Brigitte Lamberts

"Helft mir! Otto stirbt!" Jemand hämmert wild an die Wohnungstür. Thomas läuft hin und reißt sie auf. Vor ihm steht die alte Dame von gegenüber. Adelheid Molitor zittert am ganzen Körper und zeigt zur ihrer Wohnung. Thomas sieht durch die geöffnete Tür ihren Mann am Boden liegen und rennt zu ihm. Er kniet sich neben ihn, löst die Krawatte und reißt das Hemd über der Brust von Otto Molitor auf. Dessen Gesicht ist blau angelaufen. Thomas legt seine Hände übereinander und drückt mit den Handflächen den Brustkorb des Bewusstlosen immer wieder hinunter. Schon ist seine Verlobte Frauke neben ihm, greift den Kopf des alten Mannes, biegt ihn vorsichtig etwas nach hinten und beginnt mit der Mund-zu-Mund-Beatmung. Sie sind ein eingespieltes Team, denn sie leiten gemeinsam eine hausärztliche Praxis. Wieder drückt Thomas den Brustkorb des Mannes rhythmisch hinunter.

Den Besuch bei seinen Großeltern in der noblen Seniorenresidenz hatte sich Thomas weniger dramatisch vorgestellt. Etwas nervös war er schon, immerhin wollte er Werner und Irene Kaltenbach, Frauke als seine zukünftige Frau vorstellen. Bisher lief es bestens. Frauke wurde von seinen Großeltern herzlich empfangen, sie unterhielten sich angeregt und der Kuchen war ein Gedicht. Die neue Küchenhilfe Natascha konnte wirklich hervorragend backen, alle Kuchenkreationen seien vom Feinsten, betonte Werner Kaltenbach.

Und jetzt kämpft Thomas um das Leben des besten Freundes seines Großvaters. Er weiß, wie wichtig Otto Molitor für Werner Kaltenbach ist. Die beiden kennen sich seit frühester Jugend und sie haben die Ostfront überlebt.

Wenige Minuten später eilt Dr. Braunfels, der Arzt der Seniorenresidenz, ins Zimmer. Während Thomas und Frauke mit der Wiederbelebung weitermachen, legt er eine Infusion. Doch die beiden wissen: Der Kollege will damit nur der Ehefrau Gewissheit geben, dass für ihren Mann alles getan wird.

Nach zwanzig Minuten geben sie auf.

"Bitte machen Sie weiter", schluchzt Adelheid Molitor. "Was soll denn aus mir werden?"

Thomas schüttelt den Kopf. Frauke nimmt die alte Dame am Arm und führt sie in die Wohnung der Kaltenbachs.

Dr. Braunfels fasst dem Toten an die Halsschlagader und leuchtet ihm mit der kleinen Stablampe in die erstarrten Augen. Dann steht er auf und setzt sich an den Couchtisch. Er zieht einen Block aus seiner Arzttasche.

"Was machen Sie da?", fragt Thomas, obwohl er die Antwort schon ahnt.

"Ich fülle den Totenschein aus", erwidert Dr. Braunfels.

"Ohne sich den Toten näher angesehen zu haben?"

"Ich kenne meine Patienten. Und Otto Molitor litt unter Herzinsuffizienz. Es war nur eine Frage der Zeit, wann sein Herz schlapp machen würde."

Dr. Braunfels blickt von seinem Formularblock auf. "Wer sind Sie überhaupt und was mischen Sie sich hier ein?"

Ohne zu antworten bückt sich Thomas erneut über den alten Mann und schaut sich Mund und Rachen des Toten an. "Kommen Sie mal!", fordert er Dr. Braunfels auf. "Haben Sie das gesehen?"

"Was soll da sein?" Braunfels steht auf und beugt sich ebenfalls über den Toten.

"Sehen Sie die Ödeme im Mund- und Rachenbereich? Hier liegt ganz klar ein allergischer Schock vor."

Thomas erhebt sich, geht zum Esstisch und probiert die Reste des Schokoladenkuchens, der dort steht. Er deutet auf den diesen. "Ein Kuchen mit Kirschsaft, der sich als Schokoladenkuchen getarnt hat."

"Wie kommen Sie darauf?"

"Probieren Sie selbst."

Thomas reicht Braunfels einen Dessertlöffel. Der Arzt der Seniorenresidenz kostet. Irritiert schaut er sein Gegenüber an. "Otto Molitor war Allergiker, vor Steinobst musste er sich in Acht nehmen, vor allem vor Kirschen. Dazu gehört auch der Saft, darauf reagierte er hoch allergisch."

In diesem Augenblick betritt Hermine Schappensiel, die Leiterin der Seniorenresidenz, die Wohnung. Sie schaut auf den Toten

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