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Pforten der Nacht Roman von Riebe, Brigitte (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.12.2018
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)

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Pforten der Nacht

Drei Freunde, zwei Liebende und ein Verrat: Der historische Roman "Pforten der Nacht" von Bestseller-Autorin Brigitte Riebe als eBook bei dotbooks. Köln im 14. Jahrhundert: Der Schwarze Tod kriecht durch die Straßen der Stadt und zeigt kein Erbarmen. Blutige Unruhen breiten sich wie Lauffeuer aus und stellen auch die Freundschaft zwischen der Färbertochter Anna und ihren beiden engsten Freunden auf eine harte Probe: der Kaufmannssohn Johannes, dem schon lange Annas Herz gehört, und Esra, der als jüdischer Unheilsbringer verschrien wird. Esra weiß, er muss fort aus Köln und sein Glück in der weiten Welt suchen. Doch was bedeutet Freiheit, wenn er das eine nicht haben kann, wonach er sich so sehr sehnt? Um Anna endlich für sich zu gewinnen, kehrt er zurück - aber das könnte seinen Tod bedeuten ... "Brigitte Riebes kraftvolle, farbige Sprache verbindet Fabulierlust mit realistischen Schilderungen zu einem glaubwürdigen, facettenreichen Sittengemälde." Hannoversche Allgemeine "Von der ersten bis zur letzten Seite spannend, Brigitte Riebe ist eine Spezialistin für historische Romane!" Nürnberger Nachrichten Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der berauschende Mittelalter-Roman "Pforten der Nacht" von Bestseller-Autorin Brigitte Riebe - die bewegende Geschichte einer großen Liebe zu Zeiten der Pest. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Brigitte Riebe, geboren 1953 in München, ist promovierte Historikerin und arbeitete viele Jahre als Verlagslektorin. 1990 entschloss sie sich schließlich, selbst Bücher zu schreiben, und veröffentlichte seitdem über 30 historische Romane und Krimis. Brigitte Riebe lebt mit ihrem Mann in München. Die Website der Autorin: www.brigitteriebe.com

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 553
    Erscheinungsdatum: 14.12.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783961488131
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 2222 kBytes
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Pforten der Nacht

Prolog

Ihr Gesicht. Nur immer ihr Gesicht. Es verfolgte ihn im Wachsein und erst recht in den wilden, fieberhaften Träumen, die ihn schon seit einiger Zeit überfielen und morgens zerschlagen und schuldbewußt erwachen ließen. Unablässig war es bei ihm, wohin er ging, was immer er tat, mit wem er auch sprach. Manchmal fühlte er sich ganz schwerelos dabei, leicht wie eine Feder im Wind, dann wieder kam es ihm vor, als stürze er ohne Vorwarnung in einen tiefen Abgrund, genarrt durch das Verhallen ihrer Stimme. Schien nicht alles, was er erlebte, plötzlich unwirklich? Jede Farbe leuchtender, die Konturen schärfer? Roch nicht alles intensiver, wenn er ihr begegnete oder sich nach ihr sehnte? War nicht selbst der leiseste Laut durch sein eigenes Echo verstärkt?

Die feste, zart bräunliche Haut. Die Nase mit dem schmalen Rücken, zu kühn für ein Mädchen, fast schon herrisch. Die Lippen, schmal und spöttisch, leicht gekräuselt und unwiderstehlich, wenn sie lachte und dabei starke, weiße Zähne sehen ließ, eine harte Linie, wenn sie zornig oder ärgerlich wurde. Am schönsten für ihn aber waren Annas Augen, weit auseinanderstehend, schiefergrau und so unergründlich wie das Meer an stürmischen Tagen, an dem er sich nicht hatte satt sehen können, als er mit seinem Onkel Jakub vor zwei Jahren aus seiner Vaterstadt Köln aufgebrochen war, um Verwandte in Flandern zu besuchen.

Jetzt waren sie geschlossen. Sie schlief, den Rücken an eine Säule in der Kapelle gelehnt, wo im letzten Sommer die große Feuersbrunst gewütet hatte, sorglos und gelöst wie ein kleines Kind; ihre Brust hob und senkte sich gleichmäßig. Schweißtröpfchen schimmerten auf ihrer hohen Stirn, und auch das braune Haar, das sich längst aus den stets ungeduldig geflochtenen Zöpfen gelöst hatte, war an den Schläfen feucht. Es lag vermutlich nicht allein an der frühsommerlichen Hitze, die sich in diesen ersten Maitagen anno Domini 1338 wie eine dumpfe Glocke über die große Stadt am Rhein gestülpt hatte und in dem rußstarrenden Kirchenschiff beinahe ins Unerträgliche gesteigert wurde. Wahrscheinlich war Anna hierher gelaufen, so schnell sie nur konnte, wie sie es meistens tat, als sei gemächliches Bewegen ihrem Wesen ganz und gar fremd. Sie ist ein Wirbelwind, dachte er zärtlich, eine frische Brise, die unbekümmert durch die Gassen fegt und selbst tiefhängende Wolken zum Aufreißen zwingt.

Er machte einen Schritt auf sie zu. Und blieb unentschlossen doch wieder in einigem Abstand vor ihr stehen. Esra David Joshua, Sohn des verstorbenen Pfandleihers Simon, Neffe des von der ganzen Gemeinde verehrten Rabbiners Jakub ben Baruch de Friedland, zögerte, sie einfach anzustupsen und aufzuwecken. Er wußte, daß Anna die Bettstatt mit den ungezogenen kleinen Stiefschwestern teilen mußte, die sie piesackten und ihr den Platz streitig machten. Daß ihr Tagwerk lang und anstrengend war und sie nach der Arbeit am Blaubach immer häufiger bis spätabends ihrer Stiefmutter in der Wirtsstube bei der Bedienung der Gäste helfen mußte. Sie war nach dem viel zu frühen Tod ihrer Mutter und ihres neugeborenen Zwillingsbruders ein Waisenkind gewesen wie er, aber sie hatte nicht das Glück gehabt, unter der Obhut einer liebevollen Tante und eines klugen Onkels aufzuwachsen, der ihm die meisten seiner zahlreichen Fragen beantworten konnte. Ihre kräftigen Hände, die nichts Kindliches mehr hatten, verrieten, wie hart die Tochter des Färbers Hermann Windeck herangenommen wurde. Spuren von blauem Waid zogen sich bis über die Ellenbogen; und unter den abgebrochenen Fingernägeln hatte sich rötliches Krapp abgesetzt.

Sie seufzte leise und räkelte sich im Schlaf. Dabei verschob sich ihr verschlissenes Kleid, das über der Brust allmählich zu eng wurde, rutschte nach oben und gab eine schlanke, unerwartet schutzlose Wade frei. Unwillkürlich schoß ihm das Blut in die Lenden, und ein seltsames, wehes Gefühl ließ ihm die Kehle ganz eng werden.

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