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Pinguine frieren nicht von Kurkow, Andrej (eBook)

  • Verlag: Diogenes
eBook (ePUB)
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Pinguine frieren nicht

Viktor und der Pinguin Mischa, die beiden Helden von Picknick auf dem Eis Picknick auf dem Eis

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783257603200
    Verlag: Diogenes
    Originaltitel: Zakon Ulitki
    Größe: 1835 kBytes
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Pinguine frieren nicht

[91] 14

Um Mitternacht kam Sergej Pawlowitsch nach Hause und ließ Viktor sofort zu sich rufen.

Viktor war bestens vorbereitet für die nächste 'Sitzung'. Er war zornig und entschlossen nach Golossejewo zurückgekehrt, und um seine Wut auf Nina und diesen dubiosen Milizionär-Wächter-Onkel irgendwie loszuwerden, hatte er sich sofort an die Arbeit gemacht. Auf sechs weißen Papierseiten hatte er so eine Wahlpropaganda entworfen, daß er sich beim Durchlesen selbst wunderte und beinahe auf der Stelle bereit gewesen wäre, für diesen Kandidaten zu stimmen, dessen Wahlversprechen und Pläne er sich selbst eben erst ausgedacht und in Sätze gepackt hatte.

Sergej Pawlowitsch wirkte bedrückt und nahm die vollgeschriebenen Blätter lustlos entgegen. Die ersten Zeilen überflog er, dann vertiefte er sich in das Geschriebene. Auf seinem Gesicht erschien ein konzentrierter Ausdruck, und er las den Text schweigend zu Ende. Darauf entspannte er sich, seufzte erleichtert und sah Viktor an.

"Gut gemacht!" nickte er und kaute nachdenklich an seinen Lippen. Dann fuhr er fort: "Die PR -Berater kommen morgen früh, dann geht die Arbeit richtig los. Morgen früh mußt du zur Stelle sein!"

Viktor nickte und spürte im gleichen Moment einen komischen, gespielt besorgten Blick des Hausherrn. "Hast du heute irgendwas?"

Viktor verzog das Gesicht. Dann erzählte er leicht und ungezwungen in wenigen Worten von Nina und von der ganzen Sache mit seiner Wohnung.

[92] "Tja, mein Freund!" sagte Sergej Pawlowitsch nur, als er zugehört hatte. Und schwieg. "Siehst du, du hast gleich in mehreren Punkten gegen das Gesetz der Schnecke verstoßen, und hier sind die Folgen! Unkenntnis schützt vor Strafe nicht! Merk dir Punkt drei: Es ist verboten, Fremde, halbe Fremde und halbe Freunde in sein Haus zu lassen. Jetzt sieh dir an, was geschehen ist! Du hast halbe Freunde in dein Haus gelassen, dann kommst du zurück, und es sind Fremde drin! Was bedeutet das?"

Viktor zuckte die Achseln.

"Das bedeutet, daß du dich nicht mit Menschen auskennst oder auch nur nicht genauer hinschauen willst! Wer ist dir von dieser Gesellschaft am nächsten?"

"Sonja."

"Verstehe. Morgen... Nein, morgen ist zu viel zu tun. Übermorgen bekommst du die Schlüssel zu deiner Wohnung zurück."

"Und was wird mit Sonja? Soll sie denn dort allein bleiben?"

"Da lassen wir uns etwas einfallen. Du wohnst jedenfalls erst einmal hier."

15

Die PR -Berater wurden morgens in dem schwarzen Geländewagen gebracht. Sie kamen mit wenig Gepäck, ein paar Sporttaschen und drei Kartons, in denen, nach den Worten des PR -Berater-Chefs Schora, das transportable Gehirn ihrer Truppe steckte: ein hochspezieller [93] Computer. Außer Schora gehörten zur Truppe noch drei weitere PR -Berater: ein Computerfachmann namens Slawa und zwei wendige Brüder, die Zwillinge Sergej und Wowa. Die Zwillinge waren die jüngsten im Team und sahen nicht älter aus als zwanzig oder zweiundzwanzig. Schora, der Chef, war etwa dreißig. Der Computermann Slawa glich dem typischen Klassenstreber, ein bißchen vertrocknet und krummer geworden, und blickte durch seine Brillengläser mit übermüdeten Augen in die Welt. Er ließ wohl in den nächsten ein, zwei Jahren die Vierziger hinter sich.

Sergej Pawlowitsch führte Schora durchs Haus. Schora blickte aufmerksam in alle Ecken, auf der Suche nach einem Platz, wo seine Leute ihr Hauptquartier aufschlagen konnten.

"Haben Sie überhaupt keinen Computer?" fragte er am Ende der Hausbesichtigung erstaunt.

"Wozu brauche ich einen Computer?" Der Hausherr lächelte den PR -Berater zufrieden an. "Computerspiele mag ich nicht, ich spiele nur in echt."

"Und wo bewahren Sie Ihre Informationen auf?"

Sergej Pawlowitsch tippte sich ein paarmal mit dem Zeigefinger

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