text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Pistolero Roman von Blake, James C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.08.2015
  • Verlag: Verlagsbuchhandlung Liebeskind
eBook (ePUB)
16,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Pistolero

John Wesley Hardin war ein mutiger Mann, der seine Waffe auf jene Soldaten richtete, die in den dunklen Tagen nach dem Bürgerkrieg in ganz Texas wüteten. Schon als junger Bursche hat er gegen das Unrecht gekämpft. Und als die verdammte State Police unschuldige Leute tyrannisierte, hat er ihnen da nicht die Hölle heißgemacht? Hat er sie nicht eigenhändig aus Gonzales County vertrieben? Sicher, er hat Männer umgebracht, viele Männer - aber nur Männer, die versucht haben, ihn zu töten! Selbstverteidigung ist das oberste Gesetz des Lebens, das weiß jeder. Und Hardin hat nichts anderes getan, als nach diesem Gesetz zu leben. Wer würde nicht dasselbe tun, wenn er nur den Mut und die Fähigkeiten dazu hätte? So sagten die einen. Die anderen sagten, er sei von Natur aus rebellisch gewesen, ein schwarzes Schaf. Nein, schlimmer - viel schlimmer. Von Grund auf böse. Ein geborener Killer. Eine gewalttätige Seele, beherrscht vom Stolz, der schlimmsten aller Todsünden. Seinen mörderischen Taten noble Absichten zu unterstellen hieße, Teufelshörnern einen Heiligenschein aufzusetzen ... James Carlos Blake, 1947 in Mexiko geboren, verbrachte seine Kindheit in Texas. Nach der Highschool ging er zur Armee und schrieb sich dann an der Universität von Florida ein. Er machte seinen Abschluss und unterrichtete fast zwanzig Jahre lang am College, bevor er Mitte der Neunzigerjahre als freier Schriftsteller nach Texas zurückkehrte. Seit 1995 hat er zwölf Romane veröffentlicht, für die er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Los Angeles Times Book Prize für 'Das Böse im Blut'. James Carlos Blake lebt heute in Arizona.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 24.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954380565
    Verlag: Verlagsbuchhandlung Liebeskind
    Originaltitel: The Pistoleer
    Größe: 1117 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Pistolero

Barnett Jones

B ei dem ersten Gehenkten, den wir je gesehen haben, waren wir nicht dabei, wie er gehängt wurde. Wir hatten ihn gefunden, als wir eines Tages im Big Thicket, im dichten Urwald, auf Waschbärenjagd waren. Wir waren vielleicht neun oder zehn Jahre alt. Tote hatten wir natürlich schon mal gesehen - Männer, die an einer Schusswunde gestorben waren oder am Fieber, oder weil ein Baum auf sie gestürzt war, durch Ertrinken oder einen Schlangenbiss, so was. Aber das war das erste Mal, dass wir einen Gehenkten sahen, und das ist was völlig anderes.

Wir waren an dem Morgen den Waschbärenspuren entlang des Bachufers gefolgt und viel tiefer in den schlimmen dunklen Sumpf vorgedrungen als je zuvor. Es war heiß wie sonst was und die Luft war eine Suppe. Plötzlich blieb Johnny stehen und meinte: "Hör mal!" Ein leises Summen, wie eine Gemeinde, wenn alle leise beten. Wir krochen das Ufer hinauf und arbeiteten uns durch die Rohrkolben zu einer großen Lichtung vor, und dort baumelte er am Hals an einem Hickorybaum, die Hände auf den Rücken gebunden, die nackten weißen Füße so hoch über dem Boden wie unsere Köpfe.

Was wir gehört hatten, war der Fliegenschwarm, der an seinem Gesicht ein Gelage veranstaltete. Seine Zunge war schwarz und im Mund ganz geschwollen, einen Großteil davon hatten sich schon die Krähen geholt, genau wie von den Lippen. Augen hatte er auch keine mehr. Für die Maden hatte er noch nicht lange genug dort gehangen, aber viel fehlte nicht mehr. Ein Fremder mit rötlichen Locken. Ein kleines hölzernes Schild hing ihm an einer Lederschnur um den Hals. Jemand hatte mit Bleistift darauf geschrieben: WER IHN ABSCHNEIDET, STIRBT . Wir standen nur da und starrten ihn eine Weile an. "Was glaubst du, wer hat das gemacht?", fragte ich schließlich. "Keine Ahnung", antwortete Johnny, "aber lieber lass ich mich tausend Mal erschießen, als so zu enden."

Wir gingen zurück und erzählten es Onkel Barnett, dann sind drei seiner Leute und er mit uns in den Wald gegangen und haben die Leiche abgeschnitten. Onkel Barnett nahm ihm das Schild ab und warf es ins Gebüsch. Den Toten brachten sie zum Büro des Sheriffs nach Moscow, dort legten sie ihn in einen Sarg und stellten den offenen Sarg vor das Büro, dazu ein Schild auf seiner Brust, auf dem stand: KENNEN SIE DIESEN MANN? Aber nach einem ganzen Tag und einer ganzen Nacht hatte ihn immer noch niemand erkannt, und er stank schon ziemlich, also haben sie ihn begraben und ein einfaches Holzkreuz aufs Grab gestellt.

Johnny und ich sind zusammen aufgewachsen. Sein Bruder Joe auch, aber Joe war ganz anders als Johnny. Johnny tobte gern mit uns anderen herum und war bei allen beliebt, Joe blieb gern für sich. Hatte ständig seine Nase in einem Buch. Johnny mochte Bücher auch - weiß der Himmel wieso -, aber er hat nicht die ganze Zeit damit verbracht. Viel lieber hat er was unternommen - reiten, ringen, Wettrennen, Hühner fangen, auf die Jagd gehen, so Sachen. Wir beide hielten es drinnen nicht aus, erst als wir groß genug waren für die Vergnügungen der Saloons und Freudenhäuser.

Johnny war immer lang und schlaksig, eher dürr, aber stark wie Leder und doppelt so zäh. Und rennen? Der Bursche konnte rennen wie ein geprügelter Hund. Er war gerade dreizehn, da schlug er Moscows Schnellsten, Oliver Weeks, und im Jahr darauf schlug er auch Jean LeRoque, den Schnellsten aus Sumpter. Verflucht, er war bei jeder Art von Bewegung schnell, nicht nur mit den Beinen. Deshalb war er ja auch so ein guter Ringer und Boxkämpfer. Er konnte Jungs niederringen, die fast doppelt so schwer waren wie er, eben weil er so schnell war und deshalb so schwer zu fassen. Er wischte um seinen Gegner herum, brachte ihn aus dem Gleichgewicht und drückte ihn zu Boden, ehe er sichs versah. Wenn es etwas gab, worin Johnny besser war als Ringen oder Schießen, dann Boxen. Das hatte er sich noch in Moscow aus einem Buch von einem Ostküstenpr

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen