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Plankton Das Büro 3 von Voskuil, J. J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.06.2015
  • Verlag: Verbrecher Verlag
eBook (ePUB)
19,99 €
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Plankton

. J. Voskuils Monumentalroman 'Das Büro' ist Literatur gewordenes Büroleben, wie viele es kennen. 'Het Bureau' erreichte Kultstatus in den Niederlanden und wurde mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnet. Nach Band 1, 'Direktor Beerta', und Band 2, 'Schmutzige Hände', folgt nun der dritte Band in deutscher Übersetzung und mit einem Nachwort von Gerbrand Bakker. Schaurig-öde bleibt der Alltag im Büro des Maarten Koning auch in den Jahren 1972-1975. Die fleißigen wie auch die weniger fleißigen Volkskundler in Amsterdam sind zumeist mit sich selbst beschäftigt, oder sie spinnen Intrigen. Dabei bahnen sich bereits die Katastrophen an: der ständige Ärger mit Professor Pieters aus Antwerpen über die Redaktionslinie der gemeinsamen Zeitschrift oder die eigenmächtige Entscheidung Maartens, über den Kopf Direktor Balks hinweg für die traditionelle Neujahrskarte des Büros einen 'Brummtopf' als Motiv zu nehmen - eine Entscheidung, für die er bitter büßen muss. Immerhin wird wenigstens ein Film über uralte bäuerliche Traditionen fertig, wenn auch mit kleinen Schönheitsfehlern: Einer der Protagonisten hat vergessen, seine Armbanduhr abzulegen, ein anderer trägt einen flotten Sporthut auf dem Kopf. Auch privat hat Maarten einiges zu verkraften: Sein Vater stirbt, und auch für den ehemaligen Büro-Direktor Beerta geht das Jahr gar nicht gut aus ... 'Das Büro' ('Het Bureau') war in den Niederlanden mit über 400.000 verkauften Exemplaren ein Bestseller. Auch hierzulande wurden Band 1 und Band 2 begeistert aufgenommen. Das siebenbändige Werk erscheint in deutscher Übersetzung im Verbrecher Verlag, alle weiteren Bände werden halbjährlich veröffentlicht.

Johannes Jacobus Voskuil, geboren 1926 in Den Haag, war ein niederländischer Volkskundler. Bereits 1963 veröffentlichte er seinen ersten Roman, doch zur Berühmtheit der niederländischen Literatur wurde er erst mit dem Romanzyklus 'Das Büro', dessen erster Teil 1996 und dessen letzter 2000 erschien. Er wurde 1997 mit dem Ferdinand-Bordewijk-Prijs und 1998 mit dem Libris Prize ausgezeichnet. 2008 starb Voskuil in Amsterdam.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 900
    Erscheinungsdatum: 16.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957321268
    Verlag: Verbrecher Verlag
    Serie: Das Büro Bd.3
    Originaltitel: Het Bureau 3
    Größe: 822 kBytes
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Plankton

(1972)

Er tippte einen Punkt, schob den Wagen nach rechts, rückte dreimal ein, dachte mit seinem Finger über der Tastatur kurz nach und tippte dann: "Der Schriftführer gab am 15. Dezember vor den Studenten von Prof. Dr. W. Güntermann, Lehrstuhlinhaber an der Universität Münster, eine Einführung in die Verbreitung des Weihnachtsbaums in den Niederlanden." Er hielt kurz inne, betätigte zweimal den Zeilenschalthebel und tippte dann an den Anfang einer neuen Zeile: "Mitarbeiter am Fragebogen". Er schob den Wagen nach rechts, unterstrich die Wörter, dachte, die Hand am Drehknopf der Walze, erneut nach, ließ den Drehknopf los, lehnte sich in seinem Stuhl zurück und zog mechanisch Pfeife und Tabak zu sich heran. Während er den Tabak feststopfte, blickte er gedankenverloren durch das Fenster vor sich, ohne etwas zu sehen. Er steckte die Pfeife in den Mund, stand auf, verließ den Raum und ging die Treppe hinunter.

Im Kaffeeraum saß nur Tjitske. Wigbold sah, auf den Tresen gelehnt, durch den Schalter. "Wir können den Laden eigentlich dichtmachen", fand er, während er langsam hochkam, um Maarten eine Tasse Kaffee einzuschenken.

"Es ist ruhig", gab Maarten zu und schob ihm einen Bon hin.

"Ich kenne genug Einrichtungen, die zwischen Weihnachten und Neujahr einfach schließen."

"Ich auch, aber ich finde es angenehm ruhig so." Er nahm die Tasse, die Wigbold ihm reichte, und setzte sich neben Tjitske. "So", sagte er.

Tjitske nickte.

Er rührte in seinem Kaffe, zündete seine Pfeife an und streckte die Beine aus. "Was machst du gerade?" Er sah zur Seite.

"Oh, Ausschnitte", sagte sie gleichgültig.

"Ich sitze am Jahresbericht."

Sie reagierte nicht darauf.

"Ich habe ausgerechnet", sagte er, während er in den Raum sah, "dass ich mit diesem hier noch zwanzig Jahresberichte schreiben muss. Ich darf gar nicht daran denken." Er stieß eine Rauchwolke aus. "Dann wirst du auch schon zwanzig Jahre hier sein." Er schmunzelte.

"Denkste."

"Wie viele dann?" Er sah sie an.

"Man sollte nie irgendwo länger als vier Jahre bleiben."

"Dann ist man gerade eingearbeitet."

"Oh, das ist mir egal."

"Ja, das ist mir klar", sagte er ironisch, "aber ich kannte diese Regel noch nicht. Früher blieb man irgendwo vierzig Jahre, dann bekam man einen Lehnstuhl. So habe ich es zumindest noch gelernt."

Sie kniff die Augen zusammen und lachte lautlos.

"Ja." Er schmunzelte.

Sie schwiegen.

Er zog seine Tasse zu sich heran, rührte noch einmal um und nahm einen Schluck. "Hattet ihr früher eigentlich einen Weihnachtsbaum?" Er steckte die Pfeife wieder in den Mund.

"Nein."

"Weil kein Geld dafür da war", vermutete er, während er sie ansah.

"Nein, weil meine Eltern Sozialisten waren."

"Mein Vater war auch Sozialist, aber wir hatten einen Baum, sogar einen sehr großen."

"Ja." Sie lachte überheblich.

"Ein Sozialist ist nicht wie der andere", stellte er fest.

Sie lachte wieder auf dieselbe Weise, wobei sie sich ein wenig schüttelte.

"Wir hatten zu Hause auch keinen Weihnachtsbaum", sagte Wigbold durch den Schalter.

Seine Einmischung irritierte Maarten. "Waren Ihre Eltern auch Sozialisten?", fragte er, während er ihn widerwillig ansah.

"Nein, Bauern." Er kam hoch, als Rik Bracht, ein neuer Mitarbeiter der Abteilung Volkssprache, durch die Schwingtür hereinkam, und nahm eine saubere Tasse von dem Stapel.

"Hallo", sagte Rik.

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