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Porno Der Roman zum Film Trainspotting 2 von Welsh, Irvine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.01.2017
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Porno

Es gibt sie noch, die Jungs aus der Trainspotting-Crew! Zehn Jahre älter, aber kein bisschen weiser, haben sie nichts anderes im Kopf als die ultimative Abzocke, alte Rechnungen und den internationalen Durchbruch in der Pornoindustrie. Eine außergewöhnliche Geschichte über Lebenspläne, Freundschaft und Geschäftemachen - witzig, charmant und voller Seitenhiebe auf Scheinheilige und moralische Saubermänner. Irvine Welsh, geboren 1957 in Leith bei Edinburgh, schreibt Romane und Kurzgeschichten und gilt als einer der wichtigsten Autoren der Underground-Literatur. Sein Debütroman Trainspotting und die gleichnamige Verfilmung mit Ewan McGregor machten ihn international bekannt. Viele weitere Romane folgten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 09.01.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641180607
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 67705
    Originaltitel: Porno / T2 Trainspotting
    Größe: 3914 kBytes
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Porno

1

Linkerei Nr. 18732

Croxy, der ausnahmsweise mal vor Anstrengung schwitzt, und nicht, weil er Drogen genommen hat, schleppt sich mit der letzten Plattenkiste die Treppe rauf, während ich mich aufs Bett fallen lasse und von dumpfer Depression umfangen auf die cremefarbene Raufasertapete stiere. Das ist also meine neue Bleibe. Ein einziges schäbiges Zimmer, vierzehn mal zwölf Fuß, mit angrenzendem Flur, Küche und Bad. Im Zimmer stehen ein Einbauschrank ohne Tür, mein Bett, und es ist gerade noch genug Platz für zwei Stühle und einen Tisch. Hier rumhocken könnte ich nicht: Sogar Knast wär besser. Ich würde glatt zurück nach Edinburgh fahren und mit Frank Begbie die Zelle gegen dieses arschkalte Loch tauschen. In dieser Enge verschlägt einem der Gestank nach kaltem Rauch, den Croxy verbreitet, den Atem. Ich hab drei Wochen lang selbst keine Zigarette angerührt, aber über dreißig am Tag passiv geraucht, bloß weil er in der Nähe war. - Macht durstig, die Arbeit, hm, Simon? Gehn wir im Pepys n Bier trinken? fragt er, und sein Enthusiasmus wirkt hämisch, wie mutwilliger Spott angesichts der beengten Verhältnisse eines gewissen Simon David Williamson. So gesehen wäre es glatter Irrsinn, runter ins Pepys auf der Mare Street zu gehen, damit sie alle was zu lachen haben, 'Na, Simon, wieder in Hackney?', aber was soll's, jetzt ist Gesellschaft gefragt. Ohren wollen abgekaut werden. Dampf will abgelassen sein. Außerdem muss Croxy mal gelüftet werden. In seiner Gegenwart das Rauchen aufgeben zu wollen, ist ungefähr so, als wollte man in ner Junkie-Wohngemeinschaft auf Entzug gehen.

- Du hast Schwein, dass du die Bude gekriegt hast, sagt Croxy, während er mir hilft, die Kisten abzustellen. Schwein, mein Arsch. Ich liege auf dem Bett, und die ganze Bude wackelt, als der Schnellzug Richtung Liverpool Street durch die Station Hackney Downs brettert, die sich einen knappen Meter neben meinem Küchenfenster befindet.

Zu bleiben, wo ich bin, kommt in meiner Gemütsverfassung noch weniger in Frage als auszugehen, also steigen wir vorsichtig die ausgetretene Treppe runter; der abgeschabte Teppich macht sie tückisch wie eine Gletscherwand. Draußen herrscht Schneeregen, und über allem liegt diese triste, feiertagstypische Katerstimmung, als wir Richtung Mare Street und Rathaus gehen. Croxy erzählt mir ohne den kleinsten Anflug von Ironie, dass 'Hackney ne bessere Adresse ist als Islington, egal welche Straßen. Islington ist doch seit Jahren fürn Arsch'.

Man kann auch zu lange als Autonomer leben. Er müsste eigentlich in Clerkenwell oder Soho Websites designen, statt in Hackney Unterkünfte und illegale Partys zu organisieren. Ich kläre die Fotze über den Lauf der Welt auf, nicht zu seinem eigenen Wohl, sondern um zu unterbinden, dass solcher Schwachsinn ungehindert in die Kultur einsickert. - Nein, es ist ein Rückschritt, sage ich und hauche mir in die Hände. Meine Finger sind blassrosa wie rohe Schweinswürstchen. - Für nen fünfundzwanzigjährigen Crustie mag Hackney ja in Ordnung sein. Für einen sechsunddreißigjährigen Unternehmer mit gesellschaftlichen Ambitionen, ich deute auf mich, - muss es schon Izzy sein. Wie kann man einem gehobenen Stück Fickfleisch in einer Bar in Soho ne E8-Adresse geben? Was sagt man, wenn sie wissen will, wo die nächste U-Bahn-Station ist?

- Die Hochbahn ist doch okay, sagt er und zeigt auf die Eisenbahnbrücke vor dem bleiernen Himmel. Ein 38er Bus schuckelt vorbei und speit sein toxisches Kohlenmonoxid.

Diese Fotzen von London Transport, in ihren Hochglanzbroschüren jammern sie über die Umweltschäden durch Autoabgase, während sie nach Lust und Laune unsere Atemwege verpesten.

- Nein, sie ist scheißnochmal nicht okay, schnauze ich ihn an, - sie ist scheiße. Dieses Viertel wird die letzte Ecke im ganzen Londoner Norden sein, die ans U-Bahn-Netz angebunden wird. Sogar bis nach Scheiß-Bermondsey fährt jetzt die U-Bahn, ve

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