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Prinzessin Christine von Stangerup, Helle (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.12.2015
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
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Prinzessin Christine

'Prinzessin Christine' ist die Geschichte einer schönen, willensstarken und ehrgeizigen Frau des 16. Jahrhunderts. In ihrer Kindheit und Jugend war sie nur Schachfigur auf dem Spielbrett der habsburgischen Politik. Später aber schaltete ihr Lebensziel aus den Augen: Die Rückeroberung des Königreiches, das ihr Vater verloren hatte. AUTORENPORTRÄT Helle Stangerup wurde 1939 in Frederiksberg geboren. Sie wuchs in Dänemark, England sowie in England auf. Sie ist Juristin, und sie stammt aus einer Schriftstellerfamilie. Sie debütierte 1967 mit einem Kriminalroman, dem sechs weitere folgten. Der Durchbruch gelang ihr 1985 mit dem historischen Roman 'Prinzessin Christine', der zum bestverkauften dänischen Roman der 80er Jahre wurde und in mehrere Sprachen vorliegt. Helle Stangerup wurde 1986 zur Dänischen Schriftstellerin des Jahres gewählt und sie wurde auch mit dem Goldenen Lorbeer ausgezeichnet. REZENSION 'Das Thema des Buches, die Beschreibung des Schicksals der Dänin Christine im vorwiegen katholischen und feudalen Europa, ist ein Bravourstück. Ein geschichtlich interessierter Leser kann hier Einblick gewinnen in die seltsamen, beinahe absurden Umstände, aus denen die heutigen europäischen Staaten erwuchsen. Helle Stangerup ist nicht nur eine geschickte und einfühlsame Schriftstellerin, die gut mit detailreichen Szenen umzugehen versteht, sondern sie hat auch ein unglaublich umfassendes historisches Wissen.' -Svenska Dagbladet, Stockholm 'Die Charaktere dieser Zeit, die wir aus Schulbüchern kenne (Heinrich VIII auch aus dem Film) bleiben uns meist als Gestalten ohne Fleisch und Blut in Erinnerung. Helle Stangerup gibt ihnen neben Fleisch und Blut noch Leben und Gedanken.' - Jyllands Posten, Kopenhagen 'Niemand kann behaupten, die Autorin habe sich bei der geschichtlichen Forschungsarbeit eingeschränkt - ihre Bibliographie und die Einflechtung einer Masse von historischen Fakten beweisen das ... Dies ist ein erstklassiger Roman, der eine wunderbare Mischung aus Fakten und Fiktion erreicht.' - The Scotsman, Edinburgh

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 412
    Erscheinungsdatum: 18.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711454015
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 2075 kBytes
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Prinzessin Christine

1. Kapitel

Es war der Montag nach Ostern 1523. Die Sonne ging fern am Öresund auf, an der Küste von Schonen, zerteilte für Augenblicke eine graue Wolkendecke und tauchte Kopenhagen in ein warmes, goldenes Licht. Es vergoldete die Spitze des hohen, eckigen Turmes der Frauenkirche, schien auf das Königliche Schloß und den Treppengiebel von Sankt Peter und warf seinen Glanz auf das Kloster der Grauen Brüder und die Nikolaj Kirche.

Das Licht gelangte auch zu den Höfen der Kaufleute und den Werkstätten in die Straßen und Gäßchen, in kleine Fenster und Ritzen im Mauerwerk. Es malte Streifen und Würfel auf die Lehmböden in Klædebo Rodemål, wo im roten Haus des Krämers längst die Arbeit begonnen hatte.

Die Krämer-Maren war an diesem Morgen schlechter Laune. Ane, die Magd, hatte Feuer machen sollen, aber es war ihr nicht gelungen. Sie hatte sich mit dem Feuerstein abgemüht, ohne etwas zu erreichen. Die Mägde der Nachbarn waren viel geschickter.

Dann hatte auch noch eine Ratte im Selchfleisch gesessen. Maren griff nach dem Schürhaken und schlug nach ihr. Zuerst verfehlte sie das Biest, traf es aber beim zweiten Versuch mit solcher Wucht, daß der Kopf wegflog und im Kohl landete.

Und außerdem hatte sich Mads der Krämer wieder einmal die ganze Nacht herumgetrieben. Maren glaubte ihm nicht, daß er nur gesoffen hatte. Er sollte was erleben, diesmal würde Maren die Wahrheit schon aus ihm herausholen.

Aber es war nicht nur das mit Ane und der Ratte und Mads und mit wem er es nun getrieben hatte. Für Maren und die anderen Leute von Klædeboderne und auch für ganz Kopenhagen war dieser Montagmorgen nicht wie andere Tage. Zwar wurde in den Werkstätten gearbeitet, und die Schweine grunzten und schmatzten in den Abfallhaufen der Straßen, doch es war nicht das übliche Treiben und Lärmen. Sogar Mette Remsniders in dem gelben Strohdachhaus hielt an diesem Tag ihr loses Mundwerk. Und Ane ersparte sich Prügel, denn Maren hatte an anderes zu denken.

Man munkelte, der König wolle auf Reisen gehen. Mads hatte es bei Anders Brolægger gehört, dessen Schwester bei Jesper Brochmann als Magd diente, und dann mußte es wahr sein. Sobald der Wind günstig war, wolle der König in die Niederlande segeln, um die Mitgift der Königin zu holen und mit einem mächtigen Heer zurückzukehren. Was das alles bedeuten sollte, wußte Maren nicht genau, aber sie kannte sich mit Vorzeichen aus, und davon hatte es genügend gegeben.

Zum Beispiel der Donnerschlag, der schlimmste, an den sie sich erinnerte, und das an einem Tag mit klarem, blauem Himmel. Das konnte nicht mit rechten Dingen zugegangen sein, und bald verbreiteten sich Gerüchte in der Stadt. Der kleine Prinz Hans hatte im Haus von Mutter Sigbrit gespielt. Und als niemand auf den Jungen achtete, hatte er sich an Sigbrits Flaschen und Kolben zu schaffen gemacht und eine Flasche auf den Boden fallen lassen, daß sie zersprang. Im selben Augenblick ertönte der Knall, denn Sigbrit hatte ihn in der Flasche verwahrt, und dem armen Bürschlein war er entwischt.

Aber Maren glaubte diese Geschichte nicht. Daß Sigbrit eine Hexe war, darüber bestand kein Zweifel, aber ein ganzes Donnerwetter in einer Flasche zu verwahren, das schaffte auch eine Hexe nicht. Das Ereignis war ein Vorzeichen, ein böses Omen, genauso wie das Schwein, das mit verdrehten Beinen auf die Welt gekommen war und nur rückwärts laufen konnte. Oder als die Mühlenflügel bei Windstille vom Blåtårn herunterfielen. Sogar der König war erschrocken, und er befahl, die Flügel in der Nacht wieder anzubringen, damit nicht zu viel Gerede entstünde. Was aber trotzdem geschah. Schließlich kam in Nørre Rodemål ein Kind mit Schwanz und behaartem Rücken zur Welt, und das war fast das Schlimmste.

Man erzählte sich auch, daß der Reichstag im November verschoben werden würde. Allerdings sehnte sich auch keiner nach den adeligen Herren, die in die Bürgerhäuser einzogen und so hochmütig w

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