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Prinzessin oder Erbse? Roman von Voosen, Jana (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.09.2011
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Prinzessin oder Erbse?

Das Mädchen und der Traumprinz?
Fanny, gescheiterte Romanautorin und Dauer-Single, landet als Assistentin im Pressebüro der erfolgreichen Telenovela 'Liebe à la carte' - und fühlt sich wie in eine ihrer eigenen Geschichten versetzt. Dramatische Szenen, Skandale und die ewige Frage "Wer mit wem?" beherrschen den Alltag hinter den Kulissen. Und dann ist da noch dieser Hauptdarsteller, der Fanny den Kopf verdreht. David ist einfach zu perfekt, um wahr zu ein. Und welche Rolle spielt Fanny denn nun wirklich in seinem Leben? Prinzessin? Oder Erbse?

Jana Voosen, Jahrgang 1976, studierte Schauspiel in Hamburg und New York. Es folgten Engagements an Hamburger Theatern. Seitdem war sie in zahlreichen TV-Produktionen ('Tatort', 'Marienhof', 'Hochzeitsreise zu viert' u.a.) zu sehen. Jana Voosen lebt und arbeitet in Hamburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 12.09.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641057398
    Verlag: Heyne
    Größe: 547 kBytes
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Prinzessin oder Erbse?

Kapitel 1

"Und der diesjährige Deutsche Buchpreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels geht an 'Geborgte Stunden' von Stefanie May!" Tosender Applaus brandet auf, während ich mich mit wackeligen Knien erhebe und in Richtung Bühne stolpere. Jemand fasst mich am Handgelenk, wirbelt mich zu sich herum und drückt mir einen langen Kuss auf die Lippen.

"Herzlichen Glückwunsch, Fanny. Du hast es verdient", sagt der Mann. Ich versuche, ihm in die Augen zu sehen, aber sein Gesicht ist merkwürdig verschwommen. Verwundert kneife ich die Lider zusammen. Muss der Schock sein, beschließe ich dann. Ist ja auch kein Wunder. Du meine Güte, mein Roman gewinnt einen Preis. Wo sich doch für meine ersten beiden Bücher niemand wirklich interessiert hat. Meine beste Freundin Julia sitzt in der ersten Reihe und klatscht wie verrückt in die Hände. Ich darf auf keinen Fall vergessen, sie in meiner Dankesrede zu erwähnen. Wie oft hat sie sich mein Gejammer angehört, dass niemand meine Bücher lesen will? Wie viele Teller Spaghetti hat sie für mich gekocht, wenn ich mich im Schreibrausch nicht vom Computer losreißen konnte? Ich löse mich von meinem Begleiter, streiche den Rock meines fliederfarbenen Kleides glatt, dessen fließender Schnitt meine etwas zu breiten Hüften geschickt kaschiert, und fingere aufgeregt in dem kleinen Beutel herum, der mit einem samtenen Band an meinem Handgelenk befestigt ist. Wie gut, dass ich meine Rede zu Papier gebracht habe. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so fühlen könnte. So losgelöst. Und so vollkommen verwirrt. Erneut werfe ich einen Blick auf den Mann, der mich eben so zärtlich geküsst hat und dessen Name mir nicht einfallen will. Vielleicht habe ich ihn ja in meiner Dankesrede erwähnt, hoffe ich und falte das kleine weiße Papier auseinander, während ich auf meinen hohen Absätzen die Treppe hinaufbalanciere. Wie in Trance nehme ich den Preis entgegen. Die applaudierende Menge verschwimmt vor meinen Augen, Männer in teuren Smokings, die Frauen in Abendkleidern aus edlen Stoffen. Und alle klatschen sie. Für mich. Mich überrollt ein Glücksgefühl, so übermächtig, dass es fast schmerzhaft ist. Schließlich verebbt der Applaus, und ich lehne mich ein wenig in Richtung des Mikrofons, das vor meiner Nase von der Decke herunterbaumelt.

"Danke", sage ich krächzend und räuspere mich. Mit klarer Stimme fahre ich fort: "Ich danke Ihnen allen."

"Fannyyyy!", ruft Julia, und es sind vereinzelt Lacher zu hören.

"Juliaaaa", rufe ich zurück und winke ihr lächelnd zu. Dann werfe ich einen Blick auf meinen Spickzettel und hole tief Luft: "Ich glaube, jeder, der selber schreibt, weiß ..."

"Fannnyyyy", erklingt es erneut aus der ersten Reihe, und ich hebe irritiert den Kopf. "Fanny, Fanny, Fanny!"

"Sie findet mich nicht lustig, das ist mein Spitzname", erkläre ich dem Publikum.

"Fanny, Fanny!"

"Ja. Danke", sage ich nachdrücklich. "Also, wie ich sagte, jeder, der selber ..."

"Fanny, Fanny!" Jetzt beginnt Julia auch noch, mit den Fingerknöcheln auf ihrem Stuhl herumzuklopfen. Sie gebärdet sich wie eine Verrückte, und alle recken die Köpfe, um zu sehen, was sie da treibt. Fassungslos starre ich meine Freundin an, die jetzt aufsteht und sich dem Publikum in ihrem silbergrauen Seidenkleid präsentiert. Wie ein Megafon legt sie beide Hände um ihren Mund und ruft immer lauter: "Fanny, Fanny, Fanny." Mir wird schwindelig, die Gesichter in der Menge verwandeln sich in eine wabernde, wogende Masse.

"Julia, hör auf damit", versuche ich zu rufen, aber meine Kehle ist wie zugeschnürt. Wieso tut sie mir das an? Warum verdirbt sie mir meinen Triumph?

"Fanny, Fanny", hallt es in meinen Ohren, und plötzlich verliere ich das Gleichgewicht und sinke zu Boden. "Fanny, du musst aufstehen", ruft Julia mir zu.

Mit einem Ruck setze ich mich auf. Wo bin ich? Mein Blick fällt auf das goldgerahmte Engelsbild an der geg

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