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Professor Zamorra - Folge 1010 Elektras Sehnsucht von Borner, Simon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.12.2013
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Professor Zamorra - Folge 1010

Finn Cranston schlug den Kragen seines Mantels hoch und sah auf die Stadt hinab, die er beherrschte. New York City lag im Schattenkleid der Nacht, doch zwischen den Hochhäusern pulsierte das Leben nach wie vor. 'Herr?' Finn drehte sich um. Der Vampir, der ihn angesprochen hatte, stand auf der Schwelle der Tür, die hier hinaus auf das Dach des Wolkenkratzers führte. 'Herr, Ihr - Ich bedaure, Euch zu stören, aber -' Finn winkte ab, obwohl vampirischer Zorn durch seine Adern jagte. 'Spuck's einfach aus, Allan. Was gibt es für ein Problem?' Der Vampir schüttelte den Kopf. 'Kein Problem, Herr. Aber - Dieser Mann, von dem Ihr gesprochen habt? Der, über dessen Kommen wir Euch unverzüglich informieren sollen? Er ist da, Herr. Er ist wieder in der Stadt.' Finn hob die Brauen. Sein Mund öffnete sich. Seine Zunge leckte über die Reißzähne. 'Zamorra -', knurrte er. Endlich!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 03.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838749006
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 661 kBytes
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Professor Zamorra - Folge 1010

Kapitel 1
Willkommen in Briarcliff
"Schmerz und Zerstörung bedeuten nicht das Ende der Welt – genauso wenig wie Verzweiflung oder deine beschissenen Schlä ge. Die Welt endet, wenn du stirbst. Bis dahin steht dir nun mal Leid ins Haus. Ertrag es wie ein Mann – und teile ruhig auch mal aus!"
David Milch, Deadwood
"Heilige Scheiße."
Andy Sipowicz, vorübergehend beurlaubter Sergeant des New Yorker Police Department, nahm den Fuß vom Gaspedal des kleinen Seats, den ihm die AVIS-Filiale am Flughafen aufgezwungen hatte, und glotzte.
Das war Briarcliff?
Es war das erste Mal, dass er das Ziel seiner Reise in Augenschein nehmen konnte, und der Anblick des Gebäudes in der Abenddämmerung erfüllte ihn mit gehörigem Entsetzen. Die Bilder auf der Website, die er im Vorfeld studiert hatte, mussten Jahrzehnte alt sein, wenn nicht ein Jahrhundert! Fort waren die freundlichen Farben, fort war der sorgsam gepflegte Garten, fort die beeindruckende Gebäudefassade. Was er hier sah, glich eher dem dunklen Bruder der Anlage aus dem Internet.
Wo die Fotografien eine ausladende Parkanlage mit Bänken, einem See, einem Brunnen und kleinem Tennisplatz gezeigt hatten, herrschte nur mehr Wildwuchs. Der Wald hatte das Gelände längst zurückerobert. Dornengewächs und Buschwerk erstreckten sich fast bis zum Haus selbst, bedeckte den Boden nahezu blickdicht.
Und das Haus ...!
Hätte statt des abendroten Himmels ein Gewitter gewütet, der Eindruck, den der alte Kasten nun auf Andy machte, hätte kaum gruseliger ausfallen können. Briarcliff präsentierte sich nach wie vor als imposantes, dreistöckiges, rechteckiges Gemäuer mit Schieferdach, großen, teils vergitterten Fenstern und einem Eingang, der mit seinem dunklen Tor und der davor gelegenen marmornen Freitreppe eines Kaiserpalastes würdig gewesen wäre. Doch der einstmals weiße Putz der Außenwände war inzwischen von Dreck und Witterungseinflüssen arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Fenster wirkten nahezu blind, und der Wind hatte wahre Berge an Blattwerk auf die Marmortreppe geweht. Andy ahnte, dass niemand kommen und sie fortkehren würde.
Er bremste den Seat, nahm die Karte vom Beifahrersitz und prüfte, ob er sich verfahren hatte.
Hatte er nicht.
"Das ist es", murmelte er so erstaunt, als erwarte er Widerspruch vom Armaturenbrett. "Aber ... Der Kasten sieht aus, als wohnten da nur noch Marder und Eichhörnchen!"
Sie bringen mich um, Andy! , hallte Jennys Stimme in seinen Gedanken nach. Nie zuvor hatte er sie so panisch erlebt wie in jener Nacht am Telefon.
Die Erinnerung genügte, ihn weiterfahren zu lassen. Skeptisch und mit einem höchst unguten Gefühl in der Magengegend steuerte er den Seat den Rest des Hangs hinauf.
Briarcliff thronte auf diesem wie ein König – bereit, ihm eine Audienz zu gewähren; aber auch, sardonische Strafen zu verteilen.
Zwölf Stunden zuvor. City Island, Bronx
"Sipowicz."
Schweigen. Andy presste die Hörermuschel fester an sein Ohr. Da atmete doch jemand!
"Hallo?", versuchte er es erneut und unterdrückte ein Gähnen. Draußen schien der Vollmond zwischen den kahlen Ästen der Bäume, und sein fahles Licht fiel durchs Fenster in die Küche des kleinen Hauses, das Andy vor der Küste der Bronx mit Amy Williams bewohnte.
Die Atemzüge wurden lauter. Dann: "A ... Andy?"
Es war nur ein geflüstertes Wort, doch es genügte ihm, die

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