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QualityLand 2.0 Kikis Geheimnis von Kling, Marc-Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.10.2020
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
14,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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QualityLand 2.0

Zurück in die Zukunft! Die große dystopische Erzählung geht weiter.
Schwer was los in QualityLand, dem besten aller möglichen Länder. Peter Arbeitsloser darf endlich als Maschinentherapeut arbeiten und schlägt sich jetzt mit den Beziehungsproblemen von Haushaltsgeräten herum. Kiki Unbekannt schnüffelt in ihrer eigenen Vergangenheit und gerät dabei ins Fadenkreuz eines seltsamen Killers. Martyn Vorstand versucht verzweifelt ein Level aufzusteigen, um das Recht auf Vergessen werden nutzen zu dürfen. Und Aisha Ärztin fragt sich, was aus John of Us wurde, wie man die immer noch nervige Klimakrise lösen kann und warum zum Teufel die Verteidigungs-Algorithmen den Dritten Weltkrieg losgetreten haben ...
Marc-Uwe Klings lustige Dystopie um Menschen und Maschinen in einer Big-Data-Welt geht in die zweite Runde! Ein Buch voller kluger Einfälle, skurriler Figuren und verblüffenden Plot-Twists.

Marc-Uwe Kling singt Lieder und erzählt Geschichten. Sein Geschäftsmodell ist es, kapitalismuskritische Bücher zu schreiben, die sich total gut verkaufen. Seine Känguru-Geschichten wurden 2010 mit dem Deutschen Radiopreis und 2013 mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 12.10.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843723336
    Verlag: Ullstein
    Serie: QualityLand 2
    Größe: 2611 kBytes
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QualityLand 2.0

QUALITYLANDS BERÜHMTESTER MASCHINENTHERAPEUT WIRD ENTFÜHRT!
(Was dann passiert, ist unfassbar!)

Was wohl in dem Paket war, das Peter Arbeitsloser ganz am Ende des ersten Buchs bekommen hat? Was hat ihm die Drohne von TheShop, dem weltweit beliebtesten Versandhändler, geliefert? Nun, es war ein neuer rosafarbener Delfinvibrator. Offensichtlich ist Peters Profil noch immer falsch. Oder vielleicht hat sich auch nur der Chef von TheShop einen Scherz mit Peter erlaubt.1 Wie dem auch sei, Peter hat seinen Frieden mit dem Delfin gemacht.2 Er hat ihn an die Wand gehängt, wie andere Leute ein Diplom.

John of Us hat kurz vor seinem explosiven Abgang das Reparaturverbot aufgehoben, und darum konnte Peter seinen vormaligen Gebrauchtwarenladen mit Schrottpresse in eine maschinentherapeutische Praxis umwandeln. Mit einer Couch für die »Patienten« und einem Sessel für sich.

Auf der Couch liegt ein Hund namens Strolch. Er hechelt. Sabber tropft von seiner Zunge aufs Polster. Peter findet es wirklich erstaunlich, wie perfekt es der E-nimals Corporation inzwischen gelingt, echte Tiere nachzubilden. Aber dass sie sogar den Mundgeruch von Hunden imitieren, erscheint ihm übertrieben. Ob sie wohl bei Katzen auch nachahmen, dass diese gerne mal von Autos überfahren werden? Das wäre auf jeden Fall gut für die Verkaufszahlen. »Selbstmordkatzen! Kaufe drei und bekomme die vierte umsonst!«

Der Hund hechelt immer noch. Etwas angewidert verzieht Peter sein Gesicht.

»Wünschen Sie, dass ich die Lüftung anschalte?«, fragt Niemand.

»Ja, bitte.«

Strolch hebt seinen Kopf und bellt.

»Ich verstehe nicht ganz«, erwidert Peter. »Moment.«

Er lässt sich das Menü des Hundes auf seinem QualityPad anzeigen und schaltet in den Doktor-Dolittle-Modus.

»Noch mal bitte.«

Strolch bellt wieder, was Peters Ohrwurm nun folgendermaßen übersetzt: »Wenn Ihnen jahrelang niemand die Zähne geputzt hätte, würden Sie auch aus dem Maul stinken.«

»Aha«, sagt Peter. Er ahnt übrigens noch nicht, dass er gleich entführt werden wird.3 Gedankenverloren blickt er auf Pink. Der Alte hat eine völlig unverständliche Zuneigung zu dem QualityPad entwickelt und ihm ein Gestell aus dürren Ärmchen und Beinchen gebaut. Jetzt steht das Tablet also auf dem Kaffeetisch und macht Kniebeugen. Ein seltsamer Anblick.

»Von der Tapete in Ihrem Flur kriege ich Hunger«, sagt der Hund.

Mit Flur meint Strolch die jetzt nutzlose Schrottpresse zwischen Laden- und Wohnfläche. Es wäre wahnsinnig aufwendig gewesen, sie auszubauen. Aber Peter wollte seinen neuen Kunden auch keine Angst einjagen. Darum hat er seinen Maschinen den Auftrag gegeben, die Wände der Presse zu tapezieren. Nun wirkt sie wie ein Durchgangszimmer. Während des Tapezierens verfiel Romeo immer wieder in eine Subroutine seines Codes, die man wohl am treffendsten als »Handwerker-Porno« bezeichnen kann. Barfuß, mit dreckigen Jeans und nacktem Oberkörper versuchte der Sexdroide, die Tapezierrolle möglichst erotisch zum Einsatz zu bringen. Was ihm wohl auch gelang. Jedenfalls waren noch nie so viele Leute vor Peters Schaufenster stehen geblieben wie während der Renovierungsarbeiten. Auf der sehr günstigen, aber stilistisch fragwürdigen Tapete sieht man bunte Korallen und ebenso bunte Fische. Offensichtlich ein Foto aus längst vergangenen Tagen.

»Es gibt gleich Futter«, sagt Peter. »Aber erst müssen wir reden, Strolch. Dein Besitzer sagte mir, dass dich Stöcke und Bälle kaltlassen. Er wirft, aber du bringst die Sachen nicht zurück.«

»Ich sehe einfach nicht den Sinn dahinter«, sagt der Hund. »Mein Tipp: Wenn er die Sachen behalten möchte, dann soll er sie nicht wegwerfen.«

»Er meint auch, dass du dich gar nicht freust, wenn er nach Hause kommt. Kein aufgeregtes Bellen, kein Anspringen, kein Schwanzwedeln, nichts.«

»Er wedelt doch auch nich

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