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Queer - ganz normal verrückt von Beck, Simon Rhys (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2016
  • Verlag: Himmelstürmer Verlag
eBook (ePUB)
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Queer - ganz normal verrückt

Ben versucht verzweifelt, sein Leben in den Griff zu bekommen, das völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Doch auch der Einzug in die betreute WG bringt nicht die erhoffte Besserung, denn die anderen Bewohner schleppen genauso viele Probleme mit sich herum wie Ben. Und Ben scheint das Chaos magisch anzuziehen. Die Situation droht erneut zu eskalieren - wäre da nicht Luka, der Typ aus der Parallelklasse. Luka ist anders. Er ist hübsch, smart und selbstbewusst. Erst durch die Gefühle, die er in Ben weckt, spürt der, was es heißt, zu leben. Aber auch der Weg, den Luka beschreitet, ist manchmal steinig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 197
    Erscheinungsdatum: 01.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863615550
    Verlag: Himmelstürmer Verlag
    Serie: Junge Liebe Bd.77
    Größe: 784kBytes
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Queer - ganz normal verrückt

Normalität

Ich wusste, dass sie mich zur Schule schicken wollten. Und das war ja auch ganz gut so. In der Klapse hatten wir auch Unterricht gehabt, aber - meine Güte - was waren das für Lehrer?! Die waren ja selbst verrückter als alle anderen! Irgendwelche Typen, die mit sich selbst ein massives Problem hatten und daher nur die Schüler unterrichten konnten, die in der Klapse waren.

Mir war es egal. Ich sollte wieder auf das Gymnasium. Mir fehlten zwar einige Monate, aber das sollte doch für mich kein Problem sein. Mein Gott, ich hatte einen IQ von 145 - das hatten sie in der Psychiatrie herausgefunden. Toll, oder? Konnte ich mir da irgendetwas für kaufen?

Ich holte mein Handtuch und wollte duschen. Aber das Bad war besetzt.

"Ich muss kacken! Lass mich in Ruhe!", grölte Niko, als ich die Türklinke drückte.

"Sorry", rief ich.

Zum Glück gab es zwei Badezimmer: eins für die Mädels und eins für die Jungs. Ansonsten hätten die sich hier wohl dauernd gezofft. War sicher auch vorgeschrieben für eine Wohngruppe.

Niko kam nach ein paar Minuten in mein Zimmer. Er setzte sich auf meinen alten Schreibtischstuhl.

"So lange ich hier bin, hat sich noch niemand bei mir entschuldigt."

Ich sah von meinem Buch auf. "Echt nicht?"

"Sag' mal, was bist du eigentlich für ein Freak?"

Ich legte das Buch zur Seite. "Wieso Freak? Weil ich mich entschuldige?"

"Nee, so allgemein."

Ich betrachtete Niko, als wenn ich ihn zum ersten Mal sehen würde: kurze blonde Haare, im Nacken anrasiert, schlank, aber mit beachtlichen Oberarmen, einen etwas zu breiten Mund mit schmalen Lippen, blassblaue Augen - Skater-Klamotten.

"Weiß nicht, was du meinst."

"Warum bist du hier? Was hast du schon so gemacht ... und so ..."

Ich stand auf. Ich wollte nicht mit ihm reden. "Ich geh' jetzt duschen."

Er folgte mir und setzte sich auf den Klodeckel.

"Das ist übrigens verboten."

"Was? Auf dem Klodeckel sitzen?", fragte ich und zog mich aus.

"Nein, zu zweit in die Dusche." Er musterte mich neugierig, das fiel mir auf. "Du darfst nur drei Minuten duschen."

"Was?"

Er grinste. "Sparmaßnahme."

"Wieso darf man nicht zu zweit in die Dusche?", fragte ich naiv.

Niko machte eine unmissverständliche Handbewegung.

"Ist ja schlimmer als in der Klapse", kommentierte ich.

"Wieso warst du da?", wollte er wissen.

Ich seifte mich ein. "Wollte meinen Vater kaltmachen!"

Er starrte mich ungläubig an. "Das glaube ich nicht."

Ich zuckte mit den Schultern. "Mir doch egal."

"Was hast du da an den Armen?"

Eine Frage, die mich immer wieder aus dem Konzept brachte. "Narben. - Sieht man doch, oder?"

Niko nahm meinen gereizten Tonfall gelassen hin.

"Ursula hat gesagt, wir sollen dich nicht darauf ansprechen."

Na, wenn sich alle so an Ursulas Vorschriften hielten ...

Irgendwer klopfte an die Tür.

"Hey, wer ist da drin?"

Rainer.

"Ich!", brüllte ich.

"Und wer noch?", wollte er wissen.

Ich grinste Niko an. "Keiner. Ich führe Selbstgespräche."

"Beeil dich ein bisschen, Benjamin. Ihr sollt nicht endlos duschen!"

Endlos? Ha ha ... Da vermiesten sie einem selbst die Dusche. Aber ich war die Kontrolle ja gewöhnt.

Nach dem Duschen folgte Niko mir wieder in mein Zimmer. Mann, der war ja richtig anhänglich.

"Was wolltest du denn mit ihm machen?"

"Mit wem?", fragte ich und zog mich an. Meine Haare waren so nass, dass mir kleine Bäche den Rücken herunterliefen.

"Mit deinem Vater!"

"Hab' ihn mit seiner Dienstwaffe bedroht", erklärte ich nüchtern. "Ich wollte ihn echt umbringen, den Bastard!"

"Wow!" Niko fand das wohl noch irgendwie cool. Für mich war es nur das Ende einer langen und qualvollen Reise gewesen. Es hatte sich so ergeben. E

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