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Rückenwind Eine Liebesgeschichte von Urlacher, Max (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.07.2018
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Rückenwind

Zwei beste Freunde, eine Frau - und die Frage, auf was es wirklich ankommt im Leben: 'Rückenwind' von Max Urlacher jetzt als eBook bei dotbooks. Gibt es sie wirklich, diese Momente, die ein Leben komplett verändern? Anton, der Träumer, ist noch ein Kind, als er zum ersten Mal Tobias begegnet und sofort weiß: Der wird mein Freund, mein allerbester Freund! Die beiden wachsen gemeinsam auf, fühlen sich unverwundbar, lachen, streiten und sind sicher, dass nichts und niemand sie jemals auseinanderbringen kann. Anton durchlebt den Wahnsinn, den man Schauspielschule nennt, und verliebt sich Hals über Kopf in die schöne Samar, während Tobias als Profisportler Karriere machen will. Aber es gibt sie wirklich, diese Momente, die ein Leben komplett verändern - und nicht immer so, wie man es sich wünscht ... Ein Roman über das Erwachsenwerden, über Wünsche und Träume - und über die große Liebe, die so viele unterschiedliche Seiten haben kann: 'Ein zauberhaftes Romandebüt über lebenslange Freundschaft.' Maxi 'Ein leises, warmherziges Buch. Jeder, der empfänglicher ist als eine Resopalplatte, wird diese Lektüre mögen.' Rheinische Post online Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Rückenwind' von Max Urlacher. Wer liest, hat mehr vom Leben! dotbooks - der eBook-Verlag.

Max Urlacher, Jahrgang 1971, hat Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule in München und Wirtschaftsphilosophie in London studiert. Er gastierte unter anderem an den Schauspielhäusern in Zürich, Bochum und München und ist immer wieder in deutschen und internationalen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Neben seinen Romanen schreibt Max Urlacher Drehbücher und ist preisgekrönter Hörspielautor. Bei dotbooks veröffentlichte Max Urlacher den Roman 'Rückenwind'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 303
    Erscheinungsdatum: 03.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783961482344
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 751 kBytes
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Rückenwind

Doppeldeckerengel

Das Gebüsch, hinter dem Anton sich versteckte, war dicht, schien ihm undurchdringlich. So konnte er ungestört beobachten, wie Tobias mit den größeren Kindern Himmel und Hölle spielte. Anton hatte gehört, wie seine Eltern von Tobias' "Schicksal" sprachen. Tobias' Mutter war kurz nach seiner Geburt gestorben. Eine tote Mutter. Das fand Anton toll. Wie Pippi Langstrumpf. Außerdem war Tobias Einzelkind, so wie er, hatte keinen Hund, noch nicht mal einen Hamster, so wie er. In jedem anderen Haus ihrer Spandauer Nachbarschaft zwischen Zitadelle und Eiswerder wohnten Geschwister, gleich nebenan sogar Zwillinge. Mark und Matthias. Die waren echt doof. Entweder hüllten sie Anton in ein weißes Bettlaken und zwangen ihn, mit ihnen obendrauf durch den Garten zu galoppieren, oder sie stülpten ihm beim Indianerspielen die Unterröcke ihrer Mutter über, damit er als Squaw um Gnade flehte. Anton wollte nie Indianer sein und schon gar nicht Squaw.

Es war 1978, ein glühend heißer Sommer lag über der Stadt, und auf dem Kopfsteinpflaster wuschen die Nachbarn ihre Audi 80s, Opel Mantas und Ford Capris. Mit Eimern zogen sie zur gusseisernen Pumpe an der Straßenecke, die aus einem dunkelgrünen Drachenmaul das Wasser spie. Dann shampoonierten sie mit dicken Schwämmen die Kühlerhauben, polierten die Felgen, saugten den Innenraum, fuhren liebevoll über den Lack, begutachteten die technischen Daten, verglichen Hubraum, Motorleistung und Tachostand der eigenen mit denen der anderen Modelle.

Ein typischer Sonntag in Westberlin, als Anton beschloss, Tobias für sich zu gewinnen.

Er überlegte, wie er vorgehen müsste. Aber halt. Erst einmal musste er überlegen, wo er diese Überlegung überhaupt anstellen wollte. Hier, hinter der Hecke? Unter seinem Bett? In der Küche? Die Idee mit der Küche gefiel ihm. Sein Großvater würde ihm eine Schokolade machen. "Ein Trostpflastergetränk, das beste, hilft beim Denken und Vergessen - ganz wie man möchte!" Sanft würde er den Kakao in die Milch rühren und wahlweise etwas Karamell- oder Kirschsirup hinzugießen. "Das Geheimnis ist, die Milch zu streicheln, wie eine Dame, sonst schäumt sie über!" Aber dann würde ihn sein Großvater fragen: "Warum spielst du nicht draußen mit den anderen Kindern?" Und Anton wollte nicht schon wieder erklären müssen, dass die Nachbarskinder gemein zu ihm waren. Sein Großvater würde das nicht verstehen. Das wusste Anton. So wie er wusste, dass Tobias anders war als die anderen. Mit ihm dürfte er Cowboy sein und würde nie an einen Baum gebunden. Mit Tobias an seiner Seite müsste er nicht fürchten, den Schimmel zu machen. Das wusste er einfach. Das war ein ganz und gar sicheres Gefühl. Und auf sein Gefühl konnte er sich verlassen. Immer.

"Gefühle sind wie Träume", sagte seine Großmutter zwar, "irgendwann wacht man auf und ist heilfroh." Aber für Anton waren seine Träume echt. Wäre ja total blöd, wenn es all die wunderbaren Geschichten und Märchen nicht irgendwo tatsächlich gäbe oder zumindest irgendwann einmal geben würde, die Abenteuerorte und verwunschenen Länder, das wuselige Wikingerdorf Flake zum Beispiel, die bunte Sparkasseninsel Knax, die unheimlichen Wälder, in denen er mit den wilden Kerlen mächtig Krach machen und im Kreis seiner um ihn versammelten Schlümpfe Kämpfe gegen Gargamel bestehen wollte. Waren die Erwachsenen auch anderer Meinung, er war sich seiner gewiss, so gewiss wie der Tatsache, dass man einen Haufen Kirschkerne schlucken konnte und aus dem Bauch heraus würde trotzdem kein Kirschbaum wachsen, mochten die Großen erzählen, was sie wollten. Er hatte es probiert, und es hatte nicht funktioniert.

Wie dumm. Jetzt hatte er sich mit seinen Überlegungen selbst abgelenkt. Bei Himmel und Hölle war Tobias gerade an der Reihe gewesen, und Anton hatte es überhaupt nicht mitgekriegt. Mist. Dieses Mal sogar mit verbundenen Augen. Offenbar fehlerfrei. Die anderen Kinder klatschten und

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