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Raven - Blutauge Roman von Kristian, Giles (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.04.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Raven - Blutauge

Der junge Osric, genannt Blutauge, lebt ein ruhiges Leben in seinem Dorf - bis seine Gemeinschaft eines Tages von Plünderen niedergemetzelt wird. Osric gerät in die schonungslose Welt der Nordmänner, in der er ums Überleben kämpfen muss. Doch der Hunger nach Abenteuer macht einen Krieger aus ihm. In Blut und Schweiß schmiedet er eine tiefe Freundschaft zu Sigurd, mit dessen Mannen er sich auf den Pfad von Krieg und Eroberung begibt ... Seine norwegische Herkunft und die Werke von Bernard Cornwell inspirierten Giles Kristian dazu, historische Romane zu schreiben. Um seine ersten Bücher finanzieren zu können, arbeitete er unter anderem als Werbetexter, Sänger und Schauspieler. Doch Kristians Herz schlägt für die Welt der Wikinger, die er in Götter der Rache zum Leben erweckt. Mittlerweile ist Giles Kristian Bestseller-Autor und kann sich ganz dem Schreiben widmen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 10.04.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641223359
    Verlag: Heyne
    Serie: Raven .1
    Originaltitel: Raven: Blood Eye
    Größe: 2679 kBytes
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Raven - Blutauge

1

Es war April. Die mageren Tage des Fastens und der Winterkälte waren vergessen nach dem Osterfest, an dem die Menschen sich die Bäuche wieder gefüllt hatten. Die meisten hatten alle Hände voll mit Arbeiten zu tun, von denen der eisige Wind sie so lange abgehalten hatte: lockeres Reet richten, verrottete Zaunpfähle ersetzen, Holzvorräte auffüllen und neues Leben in die fruchtbare Erde der gepflügten Felder streuen. Wilder Knoblauch überzog in den dunklen Wäldern die Erde wie mit einem weißen Pelz. Sein Duft wurde vom Wind aufgewirbelt. Wie Bodennebel überzog Blaustern die grasigen Hänge und die Landzunge, während die salzige Seeluft über ihn hinwegstrich.

Für gewöhnlich weckte mich Ealhstans Gemurmel, während er mir einen seiner knorrigen Finger in die Rippen bohrte. An diesem Tag jedoch erwachte ich vor dem alten Mann. Ich wollte rasch einen Fisch zum Frühstück fangen. Ich stellte mir vor, dass der Alte vielleicht erfreut über mich wäre, weil ich losgezogen war, bevor die Sonne den östlichen Horizont rötete. Mit der Fischrute in der Hand und in meinen fadenscheinigen Mantel gehüllt trat ich ins Freie. Ich fröstelte und gähnte so heftig, dass mir Tränen in die Augen traten.

"Jetzt zwingt dich der alte Bock wohl sogar, im Licht der Sterne zu arbeiten, oder wie?" Ich drehte mich beim Klang der tiefen Stimme herum. Es war Griffin der Krieger, der seinen großen grauen Jagdhund an einem Seil führte. "Ruhig, Bursche!", fuhr Griffin ihn an und riss heftig an dem Seil. Der große Hund keuchte heftig. Ich erwartete fast, Griffin würde ihm das Genick brechen, wenn der Hund nicht aufhörte, an dem Seil zu zerren.

"Du kennst ja Ealhstan." Ich hielt mit beiden Händen mein Haar zurück und beugte mich über das Regenfass. "Er kann nicht pissen, bevor er gefrühstückt hat." Ich steckte mein Gesicht in das dunkle, kalte Wasser und verharrte einen Moment in dieser Haltung. Dann hob ich den Kopf und schüttelte ihn, während ich mir die Augen mit dem Ärmel wischte.

Griffin warf einen Blick auf den Hund, der sich endlich fügte und seinen Herrn unterwürfig ansah. "Ich habe den elenden Köter gerade bei Siwards Hütte entdeckt. Gestern ist er weggelaufen, und erst jetzt habe ich ihn wiedergefunden."

"Siward hat eine läufige Hündin", sagte ich und band mein Haar im Nacken zusammen.

"Hat mir seine Frau auch erzählt", sagte Griffin und lächelte. "Wahrscheinlich kann ich es dem Burschen nicht übel nehmen, was, Junge?" Er fuhr dem Hund rau über den Kopf. Ich mochte Griffin. Er war ein harter Mann, aber es steckte kein Hass in ihm wie bei den anderen. Vielleicht lag es auch nur daran, dass er keine Furcht zu kennen schien.

"Einige Dinge im Leben ändern sich nie, Griffin." Ich erwiderte sein Lächeln. "Rüden laufen Hündinnen hinterher, und Ealhstan wird jeden Morgen Makrele essen, bis ihm die braunen Zähne ausfallen."

"Nun, dann solltest du die Schnur auswerfen, Junge", warnte er mich und nickte nach Süden, zum Meer. "Selbst Arschbeißer hat keinen so kräftigen Biss wie der alte Ealhstan. Ich würde nicht den Unwillen dieses zungenlosen Mistkerls erregen."

Ich sah zum Haus zurück. "Ich habe noch nie erlebt, dass jemand das Wohlwollen von Ealhstan erregt hätte", sagte ich leise. Griffin grinste, bückte sich und rieb Arschbeißers Schnauze. "Ich bringe dir dieser Tage einen Dorsch vorbei, Griffin. So lang wie dein Arm." Ich fröstelte wieder, und dann gingen wir unserer Wege, er zu seinem Haus und ich in Richtung des leise rauschenden Meeres.

Ein rosafarbener Streifen lag über dem östlichen Horizont. Aber die Sonne war noch nicht zu sehen, und es war dunkel, als ich auf den Hügel stieg, der Abbotsend vor den schlimmsten Stürmen schützte, die vom grauen Meer aufs Land wehten. Ich war diesen Pfad schon häufig gegangen und brauchte keine Fackel. Außerdem stand der alte verfallene Wachturm deutlich sichtbar auf dem Hügelkamm. Er hob sich wie ein schwarzer Schatten vo

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