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Ravens Schicksal Zweiter Teil der Raven-Trilogie von Waiden, Terry (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2014
  • Verlag: édition el!es
eBook (ePUB)
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Ravens Schicksal

Obwohl Adriana ihrer Magie beraubt im Kerker des Schlosses eingesperrt ist, sammeln die bösen Mächte des Nordens Ihre Kräfte und formieren sich zu einer Armee des Schreckens, die unaufhaltsam herannaht, um Adriana zu befreien. Nur Raven könnte sie aufhalten, doch ihre Ausbildung hat erst begonnen. Ihre Mutter ist eine ausgebildete Do-Lla, aber nach der langen Gefangenschaft, aus der Raven sie befreit hat, sehr schwach. Wird es ihnen gelingen, das unaufhaltsam herannahende Böse zu besiegen?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 93
    Erscheinungsdatum: 01.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956090875
    Verlag: édition el!es
    Größe: 355 kBytes
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Ravens Schicksal

E s sah aus, als würden sich Abertausende von Mücken aus den Dächern der Stadt lösen und einer Windhose gleich zu einer riesigen Wolke verbinden. Raven sah zu, wie sich der Mückenschwarm zu drehen begann und in Bewegung setzte, Richtung Norden. Dahinter wurde der Himmel von einem Blau überzogen, wie Raven es noch nie zuvor gesehen hatte. Bestimmt war die Sonne dafür verantwortlich, deren Strahlen im Norden die dunkle Wolke vor sich hertrieben und im Süden die Welt bis zum Horizont ausleuchteten.

Raven spürte in die Stadt hinein, in jedes Haus, suchte nach dem Gefühl, das Elayna und Lektra Glück genannt hatten. Doch da war nichts.

Ratsuchend drehte sie sich im Sattel zu dem kleinen Wagen um, in dem die beiden anderen Frauen saßen. Elayna – ihre Mutter – sah zwar noch sehr erschöpft aus, schien sich aber von Minute zu Minute zu erholen. Erst wenige Stunden zuvor hatte sie einen Kampf ausgetragen, der sie fast ihre ganze Kraft gekostet hätte, und bis dahin zwanzig Jahre lang in einem Kerker dahinvegetiert; doch nun hätte das niemand mehr vermuten können. Vielleicht hatten Do-Llas neben all ihren anderen unglaublichen Fähigkeiten auch übernatürliche Selbstheilungskräfte, mutmaßte Raven.

Sie ließ sich ein wenig zurückfallen, um den beiden in die Augen sehen zu können, und stellte die Frage, die sie so beschäftigte: "Wieso haben sich die Menschen nicht verändert, obwohl wir Adriana besiegt haben und das Amulett wieder ganz ist?"

Elayna tauschte einen wissenden Blick mit Lektra aus. Raven hörte das stumme Gespräch, das sie miteinander führten, konnte die Worte aber nicht verstehen. Verärgert wollte sie wenigstens Lektra dazu bewegen, ihre Gedanken zu offenbaren, doch ihre Mutter hinderte sie daran. Der Stromschlag, mit dem sie Ravens Brücke zu Lektras Denken einriss, ließ Raven zusammenzucken.

"Es ist uns nicht gestattet, in den Gedanken anderer zu lesen, wenn es nur einem selbstsüchtigen Zweck dient", tadelte Elayna ihre Tochter. "Wir würden uns selbst damit schaden. Unsere positiven Energien würden sich über kurz oder lang ins Gegenteil wandeln, ins Böse, Zerstörerische."

Keuchend brachte Raven hervor: "Aber ihr weicht mir aus. Dabei habe ich nur eine simple Frage gestellt." Erleichtert fühlte sie den Schmerz nachlassen. Sie sah, wie ihre Mutter Lektra kurz zunickte.

Diese zügelte die Maultiere und bedeutete Raven abzusitzen. Dann stieg sie aus dem Wagen, half Elayna ebenfalls heraus und schob Raven zwischen sie beide. Sie legte ihr sanft eine Hand auf die Schulter. "Es ist das Misstrauen und die Angst, weißt du. Für mehr als zwei Jahrzehnte hatte die Finsternis sie alle fest im Griff."

Ravens Mutter hob ebenfalls den Arm und berührte Ravens andere Schulter. "Sie haben das Glücklichsein verlernt. Oder nie kennengelernt", flüsterte sie. "So wie du."

Eine Zeitlang verharrten die drei Frauen auf halbem Weg zwischen Schloss und Stadt und beobachteten das bunte Treiben innerhalb der Stadtmauern. Selbst auf die Entfernung wirkten die Leute lebhafter, ihre Schritte federnder. Doch Raven blieb nicht verborgen, dass vereinzelt kleine dunkle Wolkenfetzen den Sonnenstrahlen auswichen. Sie ahnte, was das bedeutete.

Lektra sprach ihre Gedanken laut aus: "Das Böse lässt sich nicht zur Gänze vertreiben."

"Es wird deine Aufgabe sein, Raven, dafür zu sorgen", ergänzte Elayna. Mit einem sanften Druck ihrer Hand bedeutete sie Raven, sich in ihre Richtung zu drehen. "Ich weiß, dass dir das nicht gefällt. Aber Lektra und ich werden dir helfen."/

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