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Reinaldo Arenas: Ein Lesebuch Mit Texten von Ottmar Ette und einer Bibliografie von Arenas, Reinaldo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.10.2013
  • Verlag: Edition día
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Reinaldo Arenas: Ein Lesebuch

Der karibische Eulenspiegel, der sich das Schreiben und das Lieben: das Leben von Castros Diktatur nicht verbieten ließ, hat ein umfangreiches Werk hinterlassen. Die Romane und Erzählungen sind literarisch durchgeformter als seine dem Tod abgetrotzte Autobiografie, doch wie sie voller Humor, Sehnsucht und Lebenslust. Sein politischer Mut, seine sexuelle Unbezähmbarkeit und sein stolzer Überlebensoptimismus prägen Leben und Sterben des Reinaldo Arenas: "Kuba wird frei sein. Ich bin es schon." Das Lesebuch enthält neben umfangreichen Leseproben aus seinen fünf auf Deutsch vorliegenden Romanen unter anderem ein großes Porträt des Autors von Ottmar Ette und ein bisher unveröffentlichtes Interview mit Reinaldo Arenas. Von Reinaldo Arenas außerdem in der Edition diá: Engelsberg. Roman Aus dem kubanischen Spanisch von Klaus Laabs ISBN 9-783-86034-528-3 Der Palast der blütenweißen Stinktiere. Roman Aus dem kubanischen Spanisch von Monika López ISBN 9-783-86034-529-0 Reise nach Havanna. Roman in drei Reisen Aus dem kubanischen Spanisch von Klaus Laabs ISBN 9-783-86034-519-1 Rosa. Roman in zwei Erzählungen Aus dem kubanischen Spanisch von Klaus Laabs ISBN 9-783-86034-520-7 Wahnwitzige Welt. Ein Abenteuerroman Aus dem kubanischen Spanisch von Monika López ISBN 9-783-86034-530-6 Reinaldo Arenas, 'einer der ergreifendsten kubanischen Romanschriftsteller des 20. Jahrhunderts' (Jesús Díaz), 1943 im Osten Kubas geboren. Kind der Revolution, von ihr verfemt und verstoßen. 1980 Flucht in die USA, 1990 in New York gestorben. Seine furiosen Memoiren 'Bevor es Nacht wird' - Schelmenroman, éducation sexuelle und politisches Manifest zugleich - wurden zu einem weltweiten Bestseller, der von Julian Schnabel mit Javier Bardem in der Hauptrolle 2000 verfilmt wurde. Sie gehören zu den großen Konfessionen unserer Zeit: eine hymnische Schamlosigkeit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 31.10.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783860345948
    Verlag: Edition día
    Größe: 4053 kBytes
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Reinaldo Arenas: Ein Lesebuch

"Ich sehe das Schreiben nicht als Beruf, sondern als Fluch und Bedürfnis."

Gespräch zwischen Ottmar Ette und Reinaldo Arenas am 29. November 1985 in New York

ETTE : Ich würde mit dir gern über einen der letzten Texte sprechen, die du geschrieben hast, einen noch unveröffentlichten Text, Der Engelsberg [1] , die Neufassung des Romans von Cirilo Villaverde, Cecilia Valdés o La Loma del Angel (Cecilia Valdés oder Der Engelsberg).

ARENAS : Ja, das ist mein neuester Roman. Ich arbeite noch daran, aber er wird schon ins Englische übersetzt. Ich glaube, wenn man einen Roman aus dem 19. Jahrhundert neu schreibt, ist das so etwas wie eine Rückkehr zu den Wurzeln unserer Literatur, vor allem, wenn man bedenkt, dass Cecilia Valdés einer der bedeutendsten Romane der kubanischen Literatur überhaupt ist. Er ist so etwas wie der heilige Klassiker, den niemand zu kritisieren oder gar zu revidieren wagt, aber da ich schon in Kuba ein Revisionist war, schwebte mir eine Neuschöpfung des Romans vor, allerdings in parodistischem und burleskem, völlig respektlosem Ton, worüber sich die Villaverde-Forscher bestimmt mächtig ärgern werden. Der Roman ist für mich deshalb so interessant, weil ich eine Reihe von Möglichkeiten nutzen kann, die schon in ihm stecken.

ETTE : Möglichkeiten, die im Text bereits angelegt sind?

ARENAS : Die gewissermaßen im Text angedeutet, jedoch zu keinem Augenblick wirklich entwickelt werden. So trägt zum Beispiel ein Kapitel meines Romans, das heißt meiner Fassung von ihm, den Titel Die Dampfmaschine . Es ist der Moment in dem Roman, als die Dampfmaschine, die im 19. Jahrhundert etwas eminent Wichtiges war, zum ersten Mal in der Zuckerfabrik zum Einsatz kommt. Im Roman wird davon berichtet, wie schwer es war, die Dampfmaschine in Gang zu setzen. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie ansprang und die Zuckerrohrmühle ihre Arbeit aufnahm. In meiner Version hingegen scheint die Maschine überhaupt nicht zu funktionieren, und es kommt zu allen möglichen Zwischenfällen, wie sie so passieren können. Der Pfarrer und alle Honoratioren des Ortes sind anwesend, doch die Maschine bockt. Am Ende geht gar nichts mehr, und nun sind es die Schwarzen, die den Befehl bekommen, sie flottzumachen. Als Sklaven müssen sie in diese rot glühende Maschine sogar hineinsteigen. Doch als die Maschine dann anruckt, schießt sie die Schwarzen in die Luft und schleudert sie so weit, dass sie glauben, es wäre eine Maschine mit dem Ziel, sie aus Kuba hinauszukatapultieren und ihnen die Freiheit zu schenken. Daraufhin klettern alle Schwarzen hinein und fliegen durch den Schornstein auf und davon, Richtung Afrika, wie sie glauben. Was ich sagen will: In der Fassung, die ich schreibe, sind die im Roman verwendeten Mittel vollkommen andere. Villaverdes Version ist in einem realistischen Stil geschrieben. Meine entspricht dem Ton, der mir heute eher angemessen erscheint, sie ist fantastischer. In dieser Hinsicht ist der Text vergleichbar mit Wahnwitzige Welt ; er sucht nach einer assoziativen Begleitvorstellung, einem historischen oder literarischen Bezugspunkt, und erschafft, ausgehend von der Ursprungsquelle des Materials, einen neuen Text.

ETTE : Als du dir diesen berühmten kubanischen Roman ausgesucht hast, der eben hier, in New York, vor mehr als hundert Jahren geschrieben wurde, wolltest du damit deinen Text in die Tradition des kubanischen Exilromans, der kubanischen Exiltexte einreihen, wie dies für Heredia gilt, den du in Wahnwitzige Welt erwähnst, und für Martí?

ARENAS : Deine Frage ist sehr interessant, weil nahezu die gesamte kubanische Literatur Exilliteratur ist, Exiltext - in unserem Jahrhundert offenkundig genauso wie im vorigen, wenn man bedenkt, dass der bedeutendste kubanische Roman des 1

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