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Retro 2032 Sie vergaßen das Gestern von Lang, Peter-J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.12.2015
  • Verlag: Spikinet
eBook (ePUB)
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Retro 2032

Das politische Europa hat sich aufgelöst, der Norden hat sich vom Süden und Osten abgespalten. Sämtliche Grenzen werden streng bewacht. Flüchtlingsströme sind zum Erliegen gekommen. Die Politik folgt den Interessen der globalen Wirtschaft, angeführt von wenigen multinational agierenden Konzernen. Diverse Freihandelsabkommen haben Europa mit Gentechnik überschwemmt und Sozialstandards pulverisiert. Faschisten der nächsten Generation verstecken sich hinter Maßanzügen und jovialen Masken. Sie regieren die Welt, spalten die Gesellschaft in eine kleine, wohlhabende Oberschicht und eine völlig verarmte Mehrheit ohne jegliche Perspektiven. Zwei Frauen aus Köln werden in einem geheimen Labor zu gentechnischen Experimenten missbraucht. Sie planen ihre Flucht. Eine Familie aus dem gescheiterten Portugal und eine deutsch-amerikanische Enthüllungsjournalistin treffen in Brasilien zufällig aufeinander. Im Darknet finden all diese Menschen zusammen und Gründen GeneLeaks, eine Gruppe von Oppositionellen mit klaren Zielen. Auf abenteuerliche Weise gelingt ihnen die Reise nach Deutschland. In einem sicheren Versteck planen sie ihre Aktionen, unterstützt von Wissenschaftlern und abtrünnigen Handlangern der faschistoiden Klasse. Gemeinsam kämpfen sie gegen die Machenschaften der multinationalen Konzerne, doch diese wissen sich zu wehren. GeneLeaks wächst, doch es droht ihnen immer wieder die Zerschlagung. Private Geheimdienste und Mordkommandos kommen ihnen sehr nah. Band 1 der Trilogie Peter J. Lang, geb. 1953, studierte in Köln Geschichte und Ethnologie. Er beschäftigt sich intensiv mit Humangeographie sowie den politischen Folgen der Globalisierung. 1995 wanderte er nach Portugal aus, kaufte einen historischen Bauernhof und gründete dort das Naturschutzprojekt Leben, kurz Spikinet genannt. Im Rahmen der großen Weltwirtschaftskrise 2008 erlebte er hautnah den Niedergang Portugals und die Folgen einer unsozialen, menschenverachtenden EU-Politik. Die sich bereits abzeichnende Spaltung Europas in einen armen Süden und einen reichen Norden, das Erstarken rechts- und linkspopulistischer Parteien in fast allen EU-Ländern, sowie die rigide Flüchtlingspolitik des Nordens bewegen ihn sehr. Er beschäftigt sich bis heute intensiv mit Themen wie Armutsflucht und Bevölkerungs-wachstum, dem Einsatz von Gentechnik sowie der Privatisierung von Wasser- und Nahrungsressourcen. Die großen, internationalen Agrarkonzerne sind auch im verarmten Portugal sehr aktiv, somit kennt er die Themen des Thrillers aus eigener Anschauung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 558
    Erscheinungsdatum: 04.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783946367048
    Verlag: Spikinet
    Größe: 1859 kBytes
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Retro 2032

Prolog

Freetown - Sierra Leone - Westafrika, Juli 2015

Dr. Ahamed Mushdi

"Hau ab! Verschwinde endlich!", schrie Nahla mit sich überschlagender Stimme. Ein Tonteller mit Resten von Süßkartoffeln und Fleisch eines Flughundes verfehlte Ahameds Kopf nur knapp. "Du hast deine Familie verraten, nur um denen zu helfen. Die wollen uns doch alle nur ins Unglück stürzen!"

Ahamed hob beschwichtigend seine Hände. Den Schritt durch die nur von Draht gehaltene Tür des kleinen Lehmhäuschens bereute er keineswegs. Sie war die Frau, die er liebte. Sie war die Mutter seiner beiden Söhne Oke und Jared. So einfach wollte er sich nicht verstoßen lassen.

"Es ist mein Beruf, verstehst du?", antwortete er mit leicht zittriger Stimme. "Mein Beruf!"

Seine beschwörenden Worte erreichten Nahla nicht. Tränen bahnten sich den Weg über ihre mit kleinen Narben verzierten Wangen. "Du bist nicht besser als sie, kein bisschen besser, nein, du bist schlimmer, denn du verrätst deinen Stamm, deine Herkunft und bringst uns alle in Gefahr!"

"Tue ich nicht, im Gegenteil", widersprach er. Seine dunklen Augen fixierten sie, doch sie erwiderte seinen Blick nicht. "Ich versuche, den Menschen zu helfen so gut ich kann." Er senkte seinen Kopf, entzog sich ihrem verachtenden Blick, denn er wollte ihr nicht zeigen, wie sehr es in ihm brodelte.

Bilder zogen im Sekundentakt an seinem inneren Auge vorbei. Es waren genau diese Bilder von sterbenden Menschen auf den Straßen, die ihn nicht zur Ruhe kommen ließen. Die Machtlosigkeit angesichts eines blindwütig mordenden Monsters namens Ebola traumatisierte ihn. Doch er würde den Kampf für das Leben niemals aufgeben. Ahamed versuchte, die verstörenden Bilder stöhnender, sterbender Menschen im Schlamm vor dem Krankenhaus durch Erinnerungen an die schönen Jahre mit Nahla zu vertreiben. Es wollte ihm nicht gelingen.

Ein kräftiger Fausthieb traf ihn am Schulterblatt und riss ihn brutal aus seinen Gedanken. Ein zweiter Schlag auf den Hinterkopf prallte so kräftig gegen seinen Schädelknochen, dass er fast das Bewusstsein verlor.

"Was machst du hier, Hexendoktor?"

Ahamed stolperte nach vorne. Er spürte, wie sich warmes Blut aus einer Platzwunde langsam den Weg nach unten in seinen Nacken bahnte. Ein Tritt in die Lenden ließ ihn straucheln.

Nahla konnte gerade noch ausweichen, bevor Ahamed vornüber fiel. Seine Stirn schlug an der Tischkante auf. Das nur grob bearbeitete Holz riss eine tiefe Wunde in seine, im Vergleich zu Nahla, hellere Haut.

"Bist du verrückt, Saalim?!", schimpfte Nahla, "soll er den Dämon noch im ganzen Haus verbreiten?"

"Ich erschlag ihn und dann kann er gar nichts mehr verbreiten, verstehst du?", gab Nahlas Großonkel Saalim, ein kräftiger, untersetzter Mann in den Vierzigern, zurück.

"Nein, damit weckst du nur den Zagogo und der ruft die Nzúmbes", protestierte Nahla, "er soll einfach nur verschwinden und nicht mehr wiederkommen."

"Blödsinn", widersprach Saalim, "damit vertreibe ich doch die untoten Nzúmbes und die Geister der Toten können endlich ihre Ruhe finden, weil wir sie wieder so bestatten, wie es unsere Väter und all unsere Vorfahren getan haben." Er spukte auf den vor ihm liegenden Ahamed. "Der da ist schuld, schuld an all dem Unheil, das über uns kommt. Er saugt den Kranken das Blut mit seinen Instrumenten aus, stiehlt ihnen die Organe und lässt ihre Seelen für immer umherirren." Ein verächtlicher Fußtritt traf den leicht benommenen Ahamed in die Rippen. Er stöhnte auf.

"Das ist es doch, was du willst", schleuderte Saalim dem stark blutenden Ahamed entgegen. Er setzte seinen Fuß auf den Nacken des Mannes, der in seinen Augen der Inbegriff des Bösen war. "Du verhext uns noch alle, nur damit du und deine anderen Hexenmeister an unsere Körper kommen, um sie den Geistern zu opfern."/

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