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Romantische Bibliothek - Folge 49 Ein Verschollener kehrt heim von Bergen, Felizitas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.02.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Romantische Bibliothek - Folge 49

Plötzlich, wie aus dem Nichts, erscheint der totgeglaubte Erbprinz Hartmut eines Tages auf Gut Ellinghausen. Er ist tatsächlich zurückgekehrt, jedoch kaum wiederzuerkennen. Sein einst wunderschönes Gesicht ist durch hässliche Narben entstellt. Aber nicht nur sein Äußeres ist zerstört. Wie eine zentnerschwere Last liegen die schrecklichen Erinnerungen an die Ereignisse im Urwald auf seiner Seele. Es ist viel geschehen, seit Hartmut zu einer Expedition nach Brasilien aufbrach. Das Leben auf Gut Ellinghausen musste weitergehen. Niemand hat mehr an seine Rückkehr geglaubt. Hartmut fühlt sich fehl am Platz, alles erscheint ihm fremd. Auch seine Verlobte, die er zurückließ, spürt, dass etwas zwischen ihnen steht, dass Hartmut etwas vor ihr verbirgt. Doch der Prinz kann sich niemandem anvertrauen. Denn wenn er ihnen die Wahrheit sagt, dann werden sie ihn davonjagen wie einen Hund ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 80
    Erscheinungsdatum: 21.02.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732544141
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1573 kBytes
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Romantische Bibliothek - Folge 49

"Mein herzlichstes Beileid."

Der Mann im schwarzen Anzug drückte Ulla von Ellinghausen flüchtig die Hand und machte dem Nächsten Platz, der der Komtess sein Beileid aussprechen wollte.

"Mein herzlichstes Beileid. Es tut mir wirklich sehr leid ..."

"Danke", murmelte Ulla automatisch.

Sie nahm kaum etwas von dem wahr, was um sie herum vor sich ging. Vor vier Tagen war ihr Vater noch gesund gewesen. Sie jedenfalls hatte geglaubt, er sei gesund. Und dann ...

Sie schaute auf den Sarg in der Grube. Dort lag er, er würde nie wieder zu ihr sprechen, sie nie wieder sein "kleines Häschen" nennen und mit ihr lachen. Er war ein fröhlicher Mensch gewesen. Er hatte viel gelacht, obwohl das Leben ihm kaum Anlass dazu gegeben hatte.

"Was wirst du jetzt machen?"

Die junge Dame hob langsam den Kopf. Sie schaute auf den Mann, der neben ihr stand. Es war ein großer, breitschultriger Herr mit schlohweißem Haar über einem von Wind und Wetter gegerbten Gesicht.

"Du musst doch Pläne haben, Ulla."

"Nein, Onkel Edgar."

Der Mann schüttelte den Kopf. Man musste wissen, was man wollte, fand er. Er jedenfalls hatte es immer gewusst. Er verstand Menschen nicht, die sich treiben ließen. Allerdings gab es viele, die von ihm sagten, er verstände andere Menschen überhaupt nicht. Vielleicht hatten sie recht.

"Ist noch Geld da?", fragte Edgar von Ellinghausen nüchtern.

"Ich weiß es nicht ..."

"So etwas muss man wissen", knurrte Ullas einziger näherer Verwandter. "Ich werde mich einmal um den Nachlass kümmern. Mein Wagen wartet vor dem Friedhofstor. Ich bringe dich nach Hause ... Wo wohnst du überhaupt?"

"In der Altstadt. Aber du brauchst dich wirklich nicht zu bemühen, Onkel Edgar."

"Es ist meine Pflicht, dir jetzt zur Seite zu stehen. Komm."

Energisch ging er seiner Nichte voran.

Ulla blieb einen Moment stehen, bevor sie ihm zögernd folgte. Sie kannte ihn kaum, hatte ihn höchsten zwei- oder dreimal gesehen. Ihr Vater hatte sich mit seinem Bruder nicht verstanden. Warum die beiden entzweit waren, das wusste sie nicht.

Edgar von Ellinghausen runzelte die Stirn, als er sich umdrehte und auf sie wartete. Er warf einen Blick auf seine Armbanduhr, der Ulla nicht entging.

Die Komtess lächelte bitter. Er hatte wahrscheinlich keine Zeit und würde so schnell wie möglich zu seinem Gut zurückfahren. Er war der älteste Sohn gewesen und hatte das Gut geerbt, ihr Vater war damals mit Bargeld abgefunden worden. Er hatte das Geld wohl nicht gut angelegt, jedenfalls war es durch die Inflation verloren gegangen.

"Bitte." Graf Edgar machte eine etwas ungeduldige Handbewegung in das Innere seines Wagens, dessen Tür ein livrierter Chauffeur geöffnet hatte.

"Bemüh dich nicht, bitte, Onkel Edgar. Ich kann gut mit der Straßenbahn nach Hause fahren."

"Steig ein!" Die Stimme des Mannes verriet, dass er Widerspruch nicht gewohnt war.

Eingeschüchtert ließ sich Ulla auf dem Rücksitz nieder. Ihr Onkel ging um den Wagen herum und nahm neben ihr Platz.

"Sag dem Fahrer die Adresse."

"Kaiserstraße fünfzehn."

Edgar von Ellinghausen lehnte sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust.

"Dein Telegramm war für mich eine große Überraschung. Ich wusste nicht, dass dein Vater krank war."

"Ich auch nicht. Ein Herzinfarkt ... ganz plötzlich."

Sie wird doch wohl nicht zu weinen anfangen, dachte Graf Ellinghausen peinlich berührt, da es um den Mund seiner Nichte schmerzlich zuckte. Er atmete auf, als es ihr gelang, die Tränen zu unterdrücken.

"Im fürchte, Richard kennt sich hier nicht genügend aus", äußerte der Graf, als der Wagen in eine sehr schäbige Straße einbog.

"Doch. Hier ... hier wohnen wir."

Edgar von Ellinghausen schaute Ulla ungläubig an.

"Vater hat sein Geld verloren. Wir haben hier eine kleine Wohnung gemietet."

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