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Rosazimmer + Der Amönenhof: 2 Romane von Adlersfeld-Ballestrem, Eufemia von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.03.2014
  • Verlag: e-artnow
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Rosazimmer + Der Amönenhof: 2 Romane

Dieses eBook: 'Rosazimmer + Der Amönenhof: 2 Romane' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Anna Eufemia Carolina von Adlersfeld-Ballestrem (1854/1941) war eine deutsche Schriftstellerin. Um 1900 zählte sie zu den beliebtesten deutschen Unterhaltungsschriftstellerinnen. Aus dem Buch (Rosazimmer): 'Mit einem kleinen Seufzer trat der einsame Reisende in dem Abteil erster Klasse von dem Fenster zurück, zog den Vorhang zu, als wünsche er, nicht gesehen zu werden, und hielt zum Überfluß noch eine Zeitung vor, so daß er von außen sicher nicht zu erkennen gewesen wäre, trotzdem die elektrische Lampe in dem Abteil hell genug brannte.' Aus dem Buch (Der Amönenhof): 'Friedrich XV., ein junger Mann, gähnte nochmals, daß Fafner, der Lindwurm in der Neidhöhle, ein Waisenknabe dagegen war, streckte seine langen Beine länger aus und murmelte: 'Was tun, spricht Zeus? Hm - tja! - reiten? Wenn man nur nicht immer diesen langweiligen, steifleinenen Adjutanten mitnehmen müßte! Verdirbt einem die ganze Landschaft, der Mensch - - was? Schon gleich fünf Uhr? Na, da wird man erst mal bei Elisabethchen 'ne Tasse Tee pietschen und sich dabei mit der schönen Theo 'n bißchen raufen.' 'Elisabethchen' aber war die reizende junge Gemahlin des Herzogs, und die 'schöne Theo', ihre Freundin, Gräfin Theodora Zimburg, die eben auf Besuch anwesend war. Wenn der Herzog mit dem Epitheton ornans 'schön' eine gewisse Bewunderung ausdrückte, so darf man daraus beileibe keine falschen Schlüsse ziehen; denn er meinte das ganz im platonischen und harmlosen Freundschaftssinne. Friedrich XV. hatte seine Gemahlin aus reiner Liebe geheiratet...'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 27.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026808633
    Verlag: e-artnow
    Größe: 847 kBytes
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Rosazimmer + Der Amönenhof: 2 Romane

2. Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Am Mittagstische des Kommerzienrats Jakob Reudnitz auf Amönenhof herrscht jene gewitterschwüle Stimmung, die man als "ungemütlich" zu bezeichnen pflegt. Wenn der Kreis groß ist und dazwischen ein Mitglied der Tafelrunde mit der Miene eines Schlachtopfers sitzt und das tut, was man gemeinhin 'maulen' nennt, dann braucht die allgemeine Gemütlichkeit darunter nicht zu leiden, sondern nur die des 'Maulenden'; besteht aber der ganze Kreis nur aus drei Personen, dann regiert die Ungemütlichkeit in vollstem Umfang und ungeschwächt.

Dem Kommerzienrat, einem mittelgroßen und etwas schmächtigen älteren Herrn mit angegrautem Haar und kurzgeschnittenem, fastweißem Vollbart hätte ein oberflächlicher Beobachter kaum den zielbewußten Charakter angesehen, durch den er sich vom schlichten Schlossergesellen zum weltmarktbeherrschenden Großindustriellen emporgearbeitet hatte. Er tat mit schöner Beharrlichkeit so, als merkte er nichts von einer herrschenden Ungemütlichkeit, aber aus dem Hause schaffte er sie damit doch nicht, besonders, da die Urheberin dieses Zustandes ihrerseits so tat, als säuselte der Wind in den Blättern, wenn er das Wort an sie richtete. Natürlich kann das nur ein weibliches Wesen zuwege bringen; denn ein Mann, und wäre er der allergrößte Ekel, wäre niemals imstande, mit Ausdauer die 'geknickte Lilie' zu spielen. In ihrem bürgerlichen Dasein hieß sie Cordula, Freiin von Ganting, Gan-Erbin auf Burg Ganting, und war die Schwester der etwa vor zwei Jahren verstorbenen Frau Reudnitz; seitdem vertrat sie aus eigener Machtvollkommenheit bei dem Kommerzienrat die Stelle der fehlenden Hausfrau und war zugleich die Ehrendame seiner Tochter. Ihre Nichte, ein achtzehnjähriges, bleichsüchtig und verschüchtert aussehendes schmächtiges Mädchen, mit einem kleinen, schmalen Gesichtchen, das zwar nicht absolut reizlos, aber herzlich unbedeutend war, saß wie ein naß gewordener, junger Spatz zwischen Vater und Tante, Sie ließ ein Paar allzu hellblaue Augen ängstlich zwischen beiden hin und her irren, ungewiß, ob sie für die eine oder die andere Partei eintreten durfte oder sollte, ob eins von beiden das etwa von ihr erwartete oder ob übersehen zu werden, die Rolle, die sie zweifellos spielte, nicht der bessere Teil sei.

Der Casus belli aber, der diese ungemütliche Stimmung schon seit mehr wie einer Woche ausgelöst hatte, war eine dritte, oder besser gesagt, vierte Person, die an der ganzen Sache so unschuldig war, wie ein Säugling im Steckkissen - eine Person, deren Erscheinen noch dazu für heute fällig war. Der Kommerzienrat hatte nämlich eines schönen Tages ohne vorbereitende Umschweife erklärt, daß er für seine Tochter Sabine eine junge Gefährtin und Gesellschafterin gesucht und gefunden und zunächst für die Sommermonate verpflichtet habe; demgemäß sei ein Zimmer, das er genau bezeichnete, neben dem seiner Tochter gelegen, zur Aufnahme der jungen Dame, Fräulein Anna von Ried, herzurichten, damit es bei ihrer Ankunft an dem und dem Tage bereit sei.

Das leichte Erröten freudiger Überraschung, das sich bei dieser Ankündigung über Sabinens blasses Gesichtchen ergossen, wich umgehend einer erschrockenen Blässe, als die Tante, die sich von ihrem ersten Erstaunen rasch erholte, zornesrot auffuhr: "Was? Ohne mich zu fragen, ohne eine so wichtige Angelegenheit vorher mit mir zu besprechen, hast du hinter meinem Rücken, über meinen Kopf weg eine - eine Gesellschafterin für Sabine engagiert?"

"Sehr richtig", hatte der Kommerzienrat mit der Seelenruhe bestätigt, die er überhaupt während der ganzen kritischen Tage nie verloren hatte. "Ich begreife nur nicht ganz, was dich zu diesem Erstaunen veranlaßt; denn Sabine ist doch meine Tochter, und meine Sache ist es demnach, für sie zu tun, was ich für gut und richtig halte."

"Nun, Sabine ist aber auch meiner einzigen, verewigten Schwester Kind, bei dem ich seit zwei Jahren Mutterstell

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