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Rosazimmer von Adlersfeld-Ballestrem, Eufemia von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.08.2015
  • Verlag: OTB eBook publishing
eBook (ePUB)

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Rosazimmer

Anna Eufemia Carolina von Adlersfeld-Ballestrem ( 18. August 1854 in Ratibor, 26. April 1941 in München) war eine deutsche Schriftstellerin. Um 1900 zählte sie zu den beliebtesten deutschen Unterhaltungsschriftstellerinnen. (Auszug aus Wikipedia)

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 183
    Erscheinungsdatum: 11.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956768460
    Verlag: OTB eBook publishing
    Größe: 674 kBytes
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Rosazimmer

Morgen (erlangt) Zug sofort Festland (sie) Venedig

Meldung eintreffen Frühschiff (Nachtzug) mit Reisen

(heut) Weiterreise wahrscheinlich (Rom) voraussichtlich wird (Wenn) nächsten Venedig Abend (Objekt) Triest. -

Don Gian gab das Blatt, nachdem er es gelesen, mit einem Achselzucken der Enttäuschung zurück. "Geheimschrift natürlich, für die sich vielleicht der Schlüssel finden ließe. Aber wozu? Das Billett ist über ein halbes Jahr alt, kann also das nicht sein, welches meine Schwägerin zu ihrer plötzlichen Abreise veranlaßt hat, wennschon das Wort 'Venedig' zweimal darin vorkommt. Eine alte Mitteilung, vom 27. Februar datiert, die Donna Xenia in ihrem Kleide vergessen hat."

"Das war auch mein erster Gedanke, als ich das Blatt überflog", gab Windmüller zu. "Indes, mein Beruf weist darauf hin, nichts zu überhören und nichts zu vergessen, und darum fiel mir auch gleich wieder ein, daß Cesarina gesagt, ihre Herrin habe das Kleid, dies weiße Kleid mit Paletot und Weste, erst vor ein paar Tagen aus Paris erhalten. Wäre es anzunehmen, daß Donna Xenia Zeit gehabt hätte, ein altes Schreiben in diese verborgen angebrachte Tasche zu stecken, selbst den Fall gesetzt, daß es ihr 'zufällig' beim Auskleiden in den Weg gekommen ist? - Kaum! Ferner ist das Papier hier nicht verlegen, nicht monatelang irgendwo aufbewahrt worden - es ist ganz frisch; nicht weich geworden wie altes Papier, sondern glatt und tadellos weiß. Die Tinte" - damit zog er ein Vergrößerungsglas hervor und betrachtete damit genau die Schrift - "die Tinte ist frisch, wenige Tage nur auf dem Blatt - oh, ich kann das genau bestimmen. Dies Spezialstudium gehört zu meinem Beruf. Folglich ist das Datum nur ein Blender, bestimmt, irrezuführen für den Fall, daß die Mitteilung in unrechte Hände geraten wäre, oder - beim Zeus, ich hab's! - es enthält den Schlüssel für die chiffrierte Mitteilung selbst!"

"Den Schlüssel?" wiederholte Don Gian elektrisiert.

"Es kann das nur sein", entgegnete Windmüller mit einer bei ihm ungewöhnlichen Erregung. "Der Umstand, die Mitteilung, die durch persönlichen Boten in Rom am 6. September überbracht wurde, von Braunschweig mit einem über ein halbes Jahr alten Datum zu versehen, kann nur einen ganz bestimmten Zweck verfolgen, und daß dieses Blatt wirklich nicht vor sechs Monaten geschrieben worden ist, dafür stehe ich mit Hilfe dieser allerschärfsten Vergrößerungslinse ein! - Erinnern Sie sich, daß Cesarina beobachtet hat und uns genau beschrieb, wie Donna Xenia nach Empfang des Billetts sich in der Vorhalle hinsetzte, einen Bogen Papier mit Quadraten einteilte, diese numerierte und dann, das Billett in der Hand, in diese Quadrate schrieb? Wohl, es war nicht schwer zu erraten, daß sie die erhaltene Mitteilung dechiffrierte. Das bedarf kaum der Erwähnung, aber daß es dieses Blatt war, das sie entzifferte, daß sie es auf dem Weg in ihr Schlafzimmer 'einstweilen' in die Brusttasche ihrer Weste steckte, endlich, daß gerade dieses irreführende Datum den Schlüssel der Chiffre enthält - dafür möchte ich das schönste Stück meiner Sammlung verwetten! - Wo sind wir eben? Oh, erst auf der Piazza Cairoli! Also lassen Sie uns keine Zeit verlieren und den Rest des Wegs dazu benützen, dem Rätsel nachzusinnen!"

Und das Billett in der Hand, den Blick fest darauf richtend, versank der berühmte Gentlemandetektiv in ein tiefes Kombinationsstudium, aus dem er erst aufsah, als das Automobil vor der kleinen, hübschen Villa auf der halben Höhe des Janiculus jenseits des Tibers vorfuhr.

Windmüller befahl dem Chauffeur, zu warten, öffnete die verschlossene Pforte zu dem zierlich bepflanzten Gärtchen, das die Villa umschloß, mit einem Patentschlüssel, während er gleichzeitig die elektrische Glocke drückte, und bat Don Gian, einzutreten.

Ehe die Herren den kurzen, mit Blumenrabatten eingefaßten Gang bis zu dem Hause zurückgelegt, wurde dessen Tür von einem kleinen, drollig ausseh

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